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Office LTSC 2021: Supportende lässt 82 Prozent kleiner Firmen ohne Updates

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 08:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Support-Aus für Office 2021 fehlen Sicherheitsupdates; Microsoft empfiehlt den Wechsel zu Microsoft 365 oder Office LTSC 2024.
Reihen von metallischen Server-Schränken in einem schlichten, industriellen Rechenzentrum bei gedimmtem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Auslaufen der regulären Unterstützung für Microsoft Office LTSC 2021, Visio LTSC 2021 und Project LTSC 2021 am 13. Oktober 2026 stehen zahlreiche Unternehmen vor veränderten IT-Rahmenbedingungen.

Der Softwarekonzern stellt für diese Produkte keine Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen oder technischen Hilfestellungen mehr bereit. Die fünfjährige Supportphase, die am 16. September 2021 begann, ist damit nach vorheriger Ankündigung über das Microsoft 365 Admin Center abgelaufen.

Die Programme bleiben zwar technisch weiterhin lauffähig, doch der dauerhafte Verzicht auf Sicherheitsaktualisierungen birgt erhebliche Gefahren für Systemstabilität und Compliance. Betroffen sind neben den LTSC-Volumenlizenzen Standard und Professional Plus auch klassische Desktop-Editionen für Privat- und Geschäftskunden sowie die Einzelanwendungen Access, Excel, OneNote, Outlook, PowerPoint, Publisher, Project, Visio und Word.

Hohe Verbreitung älterer Versionen birgt Risiken

Trotz der bekannten Fristen ist die Weiternutzung ungepatchter Software in der Praxis weit verbreitet. Laut einer im September 2026 durchgeführten Untersuchung des Sicherheitsanbieters Intra2net unter 103 deutschen Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten und insgesamt 1.592 PC-Arbeitsplätzen erhalten 82 Prozent der kleinen Unternehmen seit dem Stichtag keine Sicherheitsaktualisierungen mehr für ihr Office-Paket. Nur jede zehnte Firma hatte in den vorangegangenen zwölf Monaten ihr lokales Office-Paket aktualisiert.

Der Erhebung zufolge kommen Office 2016 und Office 2019, deren Support bereits im Oktober 2025 endete, zusammen noch immer auf eine Installationsquote von 60 Prozent in diesem Segment.

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Weitere sieben Prozent der befragten Unternehmen nutzen sogar noch Office 2010 oder Office 2013. Gleichzeitig stieg der Marktanteil von Office 2024 vor Ort von acht Prozent im Jahr 2025 auf 18 Prozent im Jahr 2026.

Die Dringlichkeit regelmäßiger Patches verdeutlichen aktuelle Sicherheitsberichte: Allein am Patch Day vom 13. Oktober 2026 wurden 1.413 Schwachstellen adressiert, darunter 134 in Office-Komponenten.

Zu den identifizierten Lücken zählte unter anderem CVE-2026-102849 in Microsoft Office Access, ein Heap-basierter Pufferüberlauf mit dem Schweregrad 8,8 auf der CVSS-Skala, der eine Remotecodeausführung ohne vorherige Authentifizierung ermöglicht.

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Eine weitere Untersuchung von Chainguard aus dem September 2026 unter 1.300 Sicherheitsverantwortlichen ergab zudem, dass 59 Prozent der kleineren Firmen erhebliche Schwierigkeiten beim Testen von Sicherheitspatches melden.

Migrationspfade und alternative Schutzmodelle

Als primäre Umstiegsoptionen nennt Microsoft den Wechsel zu Cloud-Abonnements wie Microsoft 365 oder den Umstieg auf die lokale Version Office LTSC 2024, deren Unterstützung bis Oktober 2029 gewährleistet ist. Für Unternehmen mit mehr als 150 Lizenzen verweist der Hersteller auf das Bereitstellungsprogramm FastTrack.

Bei einem Wechsel auf andere Versionen oder alternative Büropakete wie LibreOffice ist eine Prüfung bestehender VBA-Makros, Access-Datenbanken und individueller Add-ins ratsam, um Unterbrechungen im Betriebsablauf zu vermeiden.

Organisationen, die Office 2021 vorerst weiter lokal betreiben müssen, greifen teils auf Übergangslösungen zurück. So kündigte der Sicherheitsdienstleister 0patch an, Office 2021 für mindestens drei Jahre mit kostenpflichtigen Mikropatches gegen ausgewählte Schwachstellen zu versorgen.

Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass solche Angebote kein vollständiger Ersatz für offizielle Herstellerprogramme sind und eine zeitnahe Modernisierung der Softwarebasis unverzichtbar bleibt.

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