Österreich senkt Mehrwertsteuer: Grundnahrungsmittel ab Juli günstiger
01.07.2026 - 12:43:40 | boerse-global.de
Im Mai lag sie noch bei 3,2 Prozent. Doch die Entlastung für Verbraucher fällt unterschiedlich aus.
In Deutschland betrug die Teuerungsrate im Juni 2,3 Prozent. Österreich verzeichnete mit 3,2 Prozent einen deutlich höheren Wert. Besonders Lebensmittel belasten die Haushalte weiterhin – auch wenn der Preisanstieg zuletzt nachgelassen hat.
Lebensmittelpreise steigen überdurchschnittlich
In Österreich verteuerten sich Nahrungsmittel zwischen 2022 und 2025 um 18 Prozent. Die allgemeine Inflation lag im selben Zeitraum bei 15 Prozent. Im Juni 2026 verlangsamte sich der Anstieg zwar auf 1,5 Prozent. Der Druck auf die Haushalte blieb aber bestehen.
Die Kerninflation in Österreich – ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel – lag im Juni bei 3,3 Prozent. Die Europäische Zentralbank hatte bereits am 11. Juni die Zinsen erhöht. Weitere Entscheidungen stehen am 23. Juli und 10. September an. Im EZB-Rat gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Dringlichkeit weiterer Schritte.
Konsumenten werden pessimistischer
Eine Studie der Boston Consulting Group vom 29. Juni zeigt: Mehr als die Hälfte der europäischen Verbraucher blickt pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung. Fast 50 Prozent greifen zu günstigeren Marken.
Während Ausgaben für Grundbedürfnisse und Gesundheit stabil bleiben, leiden Branchen wie Mode, Alkohol und Snacks unter rückläufigen Umsätzen. Second-Hand-Käufe gewinnen aus Kostengründen an Bedeutung.
Das Eurobarometer vom 1. Juli bestätigt den Trend: 29 Prozent der EU-Bürger erwarten eine Verschlechterung ihres Lebensstandards innerhalb der nächsten fünf Jahre. In Frankreich sind es sogar 44 Prozent. Als wichtigstes Thema auf EU-Ebene nennen 47 Prozent der Bürger die Inflation.
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Das deutsche Konsumklima liegt laut GfK und NIM für Juli bei minus 29,2 Punkten. Besonders auffällig: Die Generation Z bewertet die Lage mit minus 6 Punkten deutlich weniger pessimistisch als Rentner mit minus 44 Punkten.
Neue Steuerregeln: Entlastung und Belastung zugleich
Zum 1. Juli traten in mehreren Ländern neue Regelungen in Kraft. In Österreich senkte die Regierung die Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Eier, Obst und Gemüse von 10 auf 4,9 Prozent. Die Maßnahme gilt für Produkte mit maximal 5 Prozent Fett- oder Zuckergehalt. Experten schätzen die jährliche Entlastung pro Haushalt auf 45 bis 119 Euro.
Parallel dazu führte die EU eine Pauschalabgabe von 3 Euro auf Pakete aus Drittstaaten mit einem Warenwert unter 150 Euro ein. Die Importsteuer betrifft rund 93 Prozent der E-Commerce-Lieferungen in die EU – der Großteil stammt aus China. In Österreich dient die Abgabe zur teilweisen Gegenfinanzierung der Steuersenkung.
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In Deutschland endete zum Juli der Tankrabatt. Erwartungen zufolge steigen die Kraftstoffpreise um etwa 17 Cent pro Liter. Zuvor hatten fallende Ölpreise – Brent lag bei rund 72 US-Dollar – und der Rabatt die Inflation im Juni gedämpft.
Hitzewelle treibt Strompreise in die Höhe
Eine Hitzewelle Ende Juni ließ die Stromkosten in Deutschland um 371 Millionen Euro steigen. In Frankreich waren es 360 Millionen Euro. In Spitzenzeiten erreichten die Strompreise in Deutschland abends bis zu 566 Euro pro Megawattstunde.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt zudem vor verzögerten Kostensteigerungen bei Vorprodukten. Die Preise für Kunststoffe stiegen um 30 Prozent, für Düngemittel um 50 Prozent. Analysten der Commerzbank vermuten, dass das Preisniveau in naher Zukunft erneut deutlich steigen könnte.
