ÖPNV-Tarife: Verbraucherzentralen schlagen fünf einfache Ticketarten vor
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während das Deutschlandticket den Markt für Pendler grundlegend verändert hat, bleibt der Öffentliche Personennahverkehr für Gelegenheitskunden oft unübersichtlich. Verschiedene Verkehrsverbünde, unzählige Tarifzonen und voneinander abweichende Ticketarten erschweren die Nutzung.
Wie Berichte vom 27. September 2026 darlegen, fordern Verbraucherzentralen deshalb eine grundlegende Reform: Ein einheitliches und einfacheres Fahrpreismodell soll bundesweit die Orientierung erleichtern.
Das Konzept der Verbraucherzentralen: Fünf feste Zeitstufen
Verbandschefin Ramona Pop kritisierte, dass Gelegenheitsfahrer vor einem Flickenteppich aus Verbundgrenzen, Tarifzonen und uneinheitlichen Angeboten stünden. Das Tarifsystem müsse künftig überall nach denselben Regeln funktionieren. Als Lösung schlagen die Verbraucherschützer ein System vor, das sich auf lediglich fünf Ticketarten beschränkt.
Die Abrechnung soll sich dabei ausschließlich nach der planmäßigen Fahrzeit richten. Vorgesehen sind Zeitfenster von 15, 30, 60 und 120 Minuten sowie eine Karte für 24 Stunden. Ein zentraler Punkt des Vorschlags ist die Nutzerfreundlichkeit: Das Modell soll intuitiv verständlich sein und sowohl über digitale Kanäle als auch analog an herkömmlichen Fahrscheinautomaten erworben werden können.
Die Fahrzeit wird dabei strikt nach Fahrplan berechnet. Verspätungen oder Zugausfälle führen somit zu keinen Mehrkosten für die Fahrgäste. Den Verbraucherzentralen zufolge ließe sich ein solches Modell für die Verkehrsunternehmen erlösneutral gestalten.
Konkrete Preisstaffelung laut Gutachten
Die Modellierung eines Gutachtens auf Basis der Preise von 2026 verdeutlicht die geplante Struktur. Im Falle einer späteren Einführung müssten diese Werte entsprechend angepasst werden:
Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, kennt das Problem: Verbundgrenzen, Tarifzonen und uneinheitliche Ticketarten machen den Preis oft erst am Automaten klar. Verbraucherzentralen fordern jetzt ein bundesweit einheitliches Modell mit nur fünf Ticketarten nach Fahrzeit — von 15 Minuten bis 24 Stunden. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, welche Zeitstufen geplant sind, was sie laut Gutachten kosten sollen und wann sich das Deutschlandticket für Sie rechnet. Jetzt kostenlosen ÖPNV-Ratgeber anfordern
- Für Fahrten bis zu 15 Minuten sind 2,50 Euro angesetzt.
- Die 30-Minuten-Stufe liegt bei 3,50 Euro.
- Eine Fahrtzeit von 60 Minuten wird mit 5,00 Euro veranschlagt.
- Für 120 Minuten sieht das Konzept 6,50 Euro vor.
- Ein 24-Stunden-Ticket soll 14,50 Euro kosten.
Für berechtigte Personen ist ein Ermäßigungstarif vorgesehen, bei dem die Fahrpreise in allen fünf Kategorien jeweils um die Hälfte reduziert werden.
Deutschlandticket als Vorbild und Finanzierungsfrage
Das Deutschlandticket wird von den Verbraucherschützern grundsätzlich als erfolgreicher Anfang bewertet, da es die bundesweite Nahverkehrsnutzung bereits ermöglicht. Mit rund 14,5 Millionen Kunden stellt das monatlich kündbare Abonnement eine feste Säule im System dar.
Die Preisentwicklung sorgt jedoch für Diskussionen: Nach dem ursprünglichen Einführungspreis von 49 Euro und einer Erhöhung auf 58 Euro liegt der Preis seit Jahresbeginn bei 63 Euro pro Monat.
Das Deutschlandticket kostet seit Jahresbeginn 63 Euro im Monat — für Gelegenheitsfahrer oft zu viel. Die geplante Reform setzt stattdessen auf fünf Zeitstufen ab 2,50 Euro, berechnet streng nach Fahrplan: Verspätungen und Ausfälle sollen keine Mehrkosten verursachen. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie mit den neuen Zeitstufen günstiger fahren und welche Spartipps schon heute für Sie gelten. Spartipps für Gelegenheitsfahrer jetzt sichern
Der künftige Preis für 2027 soll demnächst auf Basis eines neuen Index ermittelt und bekanntgegeben werden, der Personal-, Energie- und sonstige Kosten berücksichtigt. Verbraucherverbände warnten in diesem Zusammenhang vor einer weiteren starken Anhebung.
Bislang finanzieren Bund und Länder die Einnahmeausfälle beim Deutschlandticket mit einem Ausgleich von jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Das vorgeschlagene Modell für Einzelfahrten soll nun die Lücke schließen, die das Abonnement für seltene Nutzer bisher offenlässt.
