Öko-Test zu Gemüsebrühen: Fünf von 27 Produkten fallen durch
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deZur Vorbereitung auf die kältere Jahreszeit empfehlen Ernährungsratgeber, die späte Ernte von regionalem Gemüse und Kräutern gezielt zu haltbaren Würzpasten und Vorräten zu verarbeiten. Diese hausgemachten Grundlagen bieten eine nährstoffreiche und entzündungsarme Basis für die tägliche Küche, ohne auf stark verarbeitete Industrieprodukte zurückgreifen zu müssen.
Selbstgemachte Würzpasten als Basis
Eine klassische Methode zur Konservierung frischer Ernteerträge Ende Oktober ist die Herstellung roher Würzpasten. Für eine solche Paste werden bis zu 700 Gramm zerkleinertes Gemüse – beispielsweise eine Mischung aus einer Zwiebel, zwei Karotten, zwei Selleriestangen, zwei Knoblauchzehen, einer Stange Lauch sowie Petersilie und Kräutern – mit 100 Gramm Steinsalz vermengt.
Das Salz dient als natürliches Konservierungsmittel, sodass die im Mixer pürierte Masse in einem sauberen Schraubglas im Kühlschrank mindestens drei Monate haltbar bleibt.
Alternativ lässt sich die Mischung bei 50 bis 60 Grad Celsius schonend trocknen und anschließend zu feinem Gemüsebrühenpulver vermahlen. Da die Paste bereits ausreichend gewürzt ist, erübrigt sich bei der späteren Zubereitung von Gerichten zusätzliches Salz.
Wie ein Test des Magazins Öko-Test (Ausgabe 10/26) an 27 industriellen Gemüsebrühen und Bouillons zeigte, schnitten fünf Produkte mit mangelhaft oder ungenügend ab, darunter auch konventionelle Markenware. Bei fast allen konventionellen Produkten wurden Pestizidspuren nachgewiesen, vereinzelt auch Stoffe wie Difenoconazol, Clothianidin oder Pyraclostrobin.
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Zudem kritisierten die Tester hohe Salzgehalte über 0,9 Gramm pro 100 Milliliter sowie zugesetzte Aromen. Bei selbst hergestellten Vorräten behalten Verbraucher die volle Kontrolle über Zusammensetzung und Salzmenge.
Saisonales Wurzel- und Lagergemüse optimal nutzen
In den Herbst- und Wintermonaten bildet robustes Wurzel- und Lagergemüse das Fundament einer ausgewogenen Ernährung. In Deutschland haben im Oktober unter anderem Möhren, Rote Bete, Pastinaken und Petersilienwurzeln Saison, wobei die Erntezeit für Pastinaken von Oktober bis März reicht. Im Gemüsefach halten sich Pastinaken und Rote Bete bis zu zwei Wochen, während Petersilienwurzeln idealerweise innerhalb einer Woche verbraucht werden sollten.
Das Wurzelgemüse liefert ein breites Spektrum an Mikronährstoffen wie die Vitamine C, E und K, B-Vitamine sowie Kalium, Kalzium und Eisen. Gegarte Möhren ermöglichen in Verbindung mit etwas Raps- oder Olivenöl eine verbesserte Aufnahme von fettlöslichem Beta-Carotin.
Rote Bete liefert Betanin, Folat, Kalium und Ballaststoffe, gilt jedoch entgegen verbreiteter Annahmen nicht als ergiebige Eisenquelle. Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe sowie mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse.
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Haltbarkeit und Vorratsmanagement
Zubereitete Gerichte wie Kartoffelsuppen oder Linseneintöpfe lassen sich drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahren oder für bis zu drei Monate einfrieren. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE), basierend auf Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), sollten Haushaltskühlschränke auf höchstens 7 Grad Celsius, besser unter 5 Grad Celsius eingestellt sein, insbesondere bei leicht verderblicher Ware.
Ein strukturierter Grundstock aus Hülsenfrüchten, Haferflocken, Kartoffeln und tiefgekühltem Gemüse ermöglicht eine kosteneffiziente Versorgung. Fachleute betonen dabei, dass das Immunsystem keine künstlichen Immunbooster durch hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel benötigt.
Der Zellbiologe Stephan Barth erklärte hierzu, dass bei einer ausgewogenen Deckung der zehn essenziellen Mikronährstoffe – darunter Vitamin A, C, D, Zink und Eisen – kein Nutzen durch zusätzliche Gaben nachgewiesen sei. Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung bildet stattdessen die stabilste Grundlage.
