Hand, Netze

Öffentliche Hand modernisiert Netze: BWI und Hamburg investieren 22 Mio.

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ausschreibungen öffentlicher Träger reichen von Cisco-Netzen und Cloud-Ticketsystemen bis zu Wassertechnik, Breitband und digitaler Infrastruktur.

Öffentliche IT-Projekte: Netzwerke, Cloud und Wasserwerke im Fokus
Moderne Server-Infrastruktur in einem Rechenzentrum mit leuchtenden Hardware-Racks. Illustration mit AI erstellt.

Die Hamburger Wasserwerke GmbH bereiten eine umfassende Modernisierung ihrer Netzwerkstruktur vor. Das Unternehmen sucht laut Berichten aus dem September 2026 im Rahmen einer Ausschreibung nach Partnern für einen Rahmenvertrag, der den Austausch bestehender Cisco-Switches regelt.

Dieses Vorhaben ist Teil einer breiteren Beschaffungsinitiative in der Hansestadt, die zudem die Lieferung weiterer Netzwerkkomponenten sowie Software- und Supportlizenzen umfasst, welche künftig über Einzelabrufe bezogen werden sollen.

Großprojekte bei BWI und IT Baden-Württemberg

Parallel zu den Aktivitäten in Hamburg verzeichnen zentrale IT-Dienstleister der öffentlichen Hand hohen Investitionsbedarf. Die BWI GmbH hat einen Rahmenvertrag für eine IP-Transit-Breitbandleitung für das Rechenzentrum Bördeland ausgeschrieben. Die Kapazität soll bis zu 500 Gbit/s erreichen und einen spezialisierten Blackholing-Schutz gegen DDoS-Angriffe beinhalten.

Das Auftragsvolumen wird mit einer Spanne von 14.869.161,11 Euro bis zu einer Obergrenze von 22.303.741,67 Euro netto angegeben. Die Laufzeit des Vertrages ist auf maximal sieben Jahre ausgelegt, wobei eine Basis von drei Jahren mit vier optionalen Verlängerungen um jeweils zwölf Monate vorgesehen ist. Die Angebotsfrist endet hier am 12.10.2026.

Ebenfalls im Bereich der Netzwerkinfrastruktur agiert die IT Baden-Württemberg (BitBW). Der Landesdienstleister sucht eine Rahmenvereinbarung über Cisco-Komponenten aus den Bereichen Switching, Nexus, Router, Wireless, Meraki, Security und Collaboration. Die Ausschreibung umfasst zudem ein Kontingent von 7.096 Dienstleistungsstunden.

Der maximale Auftragswert wird auf 17.647.059,66 Euro netto beziehungsweise 21.000.001,00 Euro brutto beziffert. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 24 Monaten mit der Option auf zwei Verlängerungen um jeweils ein Jahr. Angebote können bis zum 02.10.2026 eingereicht werden.

Modernisierung von Fachanwendungen und Cloud-Lösungen

Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Vergabeaktivitäten liegt auf der Software-Modernisierung und dem Anwendermanagement. Das Landesamt für Finanzen (LfF) Rheinland-Pfalz plant die Einführung eines neuen Ticketsystems, das entweder On-Premise oder in der rlp-Cloud betrieben werden soll.

Ziel ist die Ablösung der bisherigen Lösungen SAP Solution Manager 7.2 und Zammad. Der Zeitplan sieht eine vollständige Einführung bis zum 31.07.2027 vor, damit die Produktivnutzung am 01.08.2027 beginnen kann. Die Teilnahmefrist für interessierte Dienstleister ist der 12.10.2026, wobei der Zuschlag zu gleichen Teilen nach Preis und Konzeptqualität gewichtet wird.

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In Brandenburg konzentriert sich der IT-Dienstleister des Landes auf die Beschaffung von Omnissa Horizon Lizenzen, für die eine Frist bis zum 23.09.2026 gesetzt wurde. Gleichzeitig vergibt das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) Dienstleistungen zur Digitalisierung seismischer Profillinien.

Infrastruktursicherheit und kommunale Versorgungsnetze

Die Sicherheit und Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen stehen im Fokus weiterer Vorhaben. Die Berliner Wasserbetriebe suchen über das EU-Portal TED nach Lieferanten für netzunabhängige Stromversorgungen, inklusive Grund- und Ergänzungsmodulen sowie Zubehör und Gewährleistungswartung. Angebote müssen hier bis zum 25.09.2026 vorliegen.

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Der Zweckverband KÜHLUNG investiert indes in die Modernisierung der Automatisierungs-, Visualisierungs- und Netzwerktechnik. Betroffen sind zwei Wasserwerke und ein Hochbehälter, die auf Siemens SIMATIC S7-1500 und WinCC Unified umgestellt werden sollen, auch um neue NIS-2-Anforderungen zu erfüllen. Das Budget wird auf rund 500.000 Euro geschätzt, die Angebotsfrist läuft bis zum 09.10.2026.

Abgerundet werden die aktuellen Marktbewegungen durch Infrastrukturprojekte im ländlichen Raum und in der Wasserwirtschaft. Die Breitband Ostalb KAöR schreibt den FTTB-Ausbau für das geförderte Gigabit-Netz in Kirchheim am Ries für den Zeitraum 2027 bis 2028 aus.

Die Emschergenossenschaft (EGLV) plant zudem eine GIS/BIM-Integrationsplattform und sucht bis zum 06.10.2026 Partner für eine erste Phase aus Prototyping und Testing. Die Techniker Krankenkasse benötigt unterdessen Unterstützung bei Installationsmaßnahmen und Nachverkabelungen in ihren Dienststellen, wobei die Angebotsfrist am 09.10.2026 endet.

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