Odyssey Stealer: Neue Malware befällt macOS in über 100 Ländern
Veröffentlicht am: 11.07.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juli 2026 rasant und hat bereits Nutzer in über 100 Ländern infiltriert. Die als Dienstleistung angebotene Malware zielt gezielt auf macOS-Systeme ab und stiehlt Browser-Zugangsdaten, Cloud-Konfigurationen und Kryptowährungsbestände.
Perfide Masche: So trickst die Malware ihre Opfer aus
Sicherheitsexperten haben die Angriffsmethode entschlüsselt. Odyssey Stealer setzt auf sogenannte „ClickFix"-Techniken – eine raffinierte Form des Social Engineerings. Die Täter locken ihre Opfer mit gefälschten CAPTCHA-Seiten oder fingierten Software-Updates. Der Clou: Die Nutzer werden aufgefordert, Befehle direkt im System-Terminal auszuführen und autorisieren so die Schadsoftware eigenhändig.
Einmal gestartet, installiert der Stealer einen LaunchDaemon – ein Startskript, das für dauerhafte Präsenz auf dem infizierten Gerät sorgt. Die Masche ist nicht neu: Bereits zwischen März und Mai dieses Jahres nutzten andere Schädlinge wie Atomic Stealer und NetSupport RAT ähnliche Tricks.
Goldgrube Cloud und Krypto
Die Entwickler von Odyssey Stealer haben es auf besonders lukrative Daten abgesehen. Die Malware durchsucht Systeme nach 300 verschiedenen Browser-Erweiterungen für Kryptowährungs-Wallets wie MetaMask und Phantom. Hinzu kommen 16 Desktop-Wallet-Anwendungen, darunter Ledger Live, Exodus und Trezor Suite.
Besonders perfide: In mehreren Fällen ersetzte die Schadsoftware legitime Wallet-Programme durch manipulierte Versionen, um private Schlüssel und Wiederherstellungsphrasen abzugreifen. Doch damit nicht genug – Odyssey Stealer späht auch Konfigurationsdateien der großen Cloud-Anbieter aus: Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud stehen ganz oben auf der Zielliste. SSH-Schlüssel, Keychain-Zugangsdaten und Autofill-Informationen werden ebenfalls abgesaugt.
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Die Sicherheitsforschung hat die Kommando- und Kontrollinfrastruktur (C2) identifiziert: Die IP-Adresse 165.245.215.18 sowie die Fallback-Domains rahtam.com und scubin.com stehen im Verdacht, die Datenabflüsse zu steuern.
macOS im Fadenkreuz – Sicherheitslücken als Einfallstor
Der Aufstieg von Odyssey Stealer fällt mit wachsenden Sicherheitsbedenken im macOS-Ökosystem zusammen. Eine am 10. Juli veröffentlichte technische Analyse identifizierte fünf kritische Schwachstellen, die in Unternehmensumgebungen häufig ausgenutzt werden: Konfigurationsabweichungen, ungepatchte Hardware und isolierte Sicherheitstools, die gefährliche Lücken in der Überwachung hinterlassen.
Die Sicherheitsbranche reagiert. Am 30. Juni 2026 brachte Jamf ein KI-Governance-Tool für Mac auf den Markt, gefolgt von einem speziellen Bedrohungsjagd-Team am 9. Juli. Diese Entwicklungen zeigen: macOS galt lange als weniger gefährdet als Windows, doch das Blatt wendet sich.
Lieferketten-Angriffe im Gleichschritt
Odyssey Stealer ist kein Einzelfall. Die Tage vor dem Ausbruch waren von mehreren weiteren Vorfällen überschattet:
- Injective Labs: Am 8. Juli 2026 wurde das GitHub-Repository des Unternehmens kompromittiert. Ein manipuliertes TypeScript-SDK stahl Wallet-Wiederherstellungsphrasen.
- jscrambler: Nur einen Tag später erschien eine infizierte Version des Pakets (8.14.0) im npm-Register. Der enthaltene Rust-basierte Infostealer befällt Windows, macOS und Linux.
- CanisterWorm: Auch dieser Schädling schleicht sich über npm-Pakete ein und sammelt Tokens sowie API-Schlüssel von Cloud-Diensten und CI/CD-Plattformen.
Vor allem die psychologische Manipulation der Mitarbeiter ist oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette bei gezielten Angriffen. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die aktuellen Methoden der Cyberkriminellen und zeigt, wie Sie Ihr Unternehmen in 4 Schritten effektiv schützen. Anti-Phishing-Paket für Unternehmen gratis anfordern
Schutzmaßnahmen für betroffene Nutzer
Sicherheitsexperten raten zu erhöhter Vorsicht: Führen Sie niemals Terminal-Befehle aus, die von Webseiten stammen. Überprüfen Sie die Integrität aller Kryptowährungs-Software. Unternehmen sollten ungewöhnliche LaunchDaemon-Installationen überwachen und auf Datenabflüsse zu den bekannten Odyssey-C2-Servern achten. Die Zeiten, in denen Mac-Nutzer sich in falscher Sicherheit wiegen konnten, sind endgültig vorbei.
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