Oatly-Fibre-Drinks: Neue Hafergetränke liefern 5 Gramm Ballaststoffe
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pflanzliche Milchalternativen durchlaufen eine funktionelle Neuausrichtung. Während der Markt lange von Proteinzusätzen geprägt war, rücken vermehrt Ballaststoffe in den Fokus der Produktentwicklung. Der schwedische Haferdrinkhersteller Oatly hat diesen Trend mit der Einführung zweier ballaststoffangereicherter Hafergetränke im Vereinigten Königreich sowie mehreren europäischen Märkten aufgegriffen.
Sortimentserweiterung im Zeichen höherer Ballaststoffgehalte
Mit der „Fibre Barista Edition“ und der „Fibre Low-Cal Edition“ führt Oatly zwei Produkte ein, die pro 250-Milliliter-Portion jeweils 5 Gramm Ballaststoffe aufweisen. Damit enthalten sie mehr als doppelt so viele Ballaststoffe wie bestehende Erzeugnisse des Unternehmens, bei denen die herkömmliche Barista-Edition auf 2 Gramm pro 250 Milliliter und der Standard-Haferdrink auf 2 Gramm pro 290 Milliliter kommen.
Die Produkte erscheinen neben Großbritannien auch in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Schweden, Belgien und Frankreich, wobei weitere Märkte folgen sollen.
Die zuckerfreie Low-Cal-Variante weist einen Brennwert von 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter auf. Beide Neuheiten sind zudem mit Calcium, Jod sowie den Vitaminen B2 und D angereichert. Im britischen Handel startete der Verkauf bei Sainsbury’s zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2,40 Pfund pro Liter, bevor ab Oktober weitere Händler beliefert werden.
Wirtschaftlich stützt sich dieser Schritt auf eine positive Dynamik: Im zweiten Quartal erzielte Oatly einen Umsatz von 240,1 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 15,2 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Die Jahresprognose auf Basis konstanter Währungen hob das Unternehmen zuvor von 3 bis 5 Prozent auf 8 bis 10 Prozent an.
Die Ernährungslücke als strategischer Hebel
Den Schritt begründet das Unternehmen mit ernährungsphysiologischen Defiziten der Bevölkerung. In Großbritannien erreichen lediglich 4 Prozent der Erwachsenen die empfohlene Zufuhr von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. In der Altersgruppe zwischen 19 und 64 Jahren liegt die durchschnittliche Aufnahme bei 16,4 Gramm täglich, was einer Lücke von 13,6 Gramm entspricht.
Eine im British Journal of Nutrition veröffentlichte Modellierungsstudie aus dem Jahr 2022 verdeutlicht dieses Problem: Demnach nehmen Erwachsene im Vereinigten Königreich rund 14 Gramm und in Europa etwa 10 Gramm pro Tag weniger als die empfohlenen 30 Gramm zu sich.
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Oatly setzt daher gezielt auf eine Anreicherung mit Ballaststoffen statt auf Protein, da vielerorts eine Überversorgung mit Protein, jedoch ein Mangel an Ballaststoffen bestehe.
Wachsender Trend zu funktionellen Lebensmitteln
Die Entwicklung beschränkt sich nicht allein auf Haferdrinks. Nach Angaben von Imen Ouerdiane, EMEA-Vertriebsdirektorin beim Zutatenhersteller Beneo, expandiert der Einsatz von Ballaststoffen derzeit über traditionelle Segmente wie Cerealien, Backwaren und Snacks hinaus in Getränke, Mahlzeitenersatz und Süßwaren.
Laut Beneo-Erhebungen verzeichneten Frühstückscerealien in Europa zwischen 2023 und 2025 zwar weiterhin den größten Anteil an Neueinführungen mit dem Hinweis auf einen hohen Ballaststoffgehalt, in den nordischen Ländern lagen Snacks jedoch bereits davor.
Zudem gaben 38 Prozent der weltweiten Verbraucher, denen Präbiotika ein Begriff sind, an, in den vergangenen zwölf Monaten präbiotische Getränke erworben zu haben.
Auch andere Hersteller erweitern ihr Angebot: Forever Living Products ersetzte sein bisheriges Produkt durch Forever Fiber Fusion, einen verzehrfertigen Jelly-Stick mit 8 Gramm Ballaststoffen pro Portion, bezugnehmend auf den EFSA-Richtwert von täglich mindestens 25 Gramm für Erwachsene.
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Im Sporternährungssegment kündigte Optimum Nutrition (Glanbia) für den Herbst den proteinreichen Fertigdrink „30G Ultra-Filtered Milk Protein Shake + Fiber“ mit 8 Gramm präbiotischen Ballaststoffen an.
Daten untermauern diesen Kurs: Laut einer Ipsos-Erhebung vom 22. Mai 2026 suchen 31 Prozent der US-Bürger verstärkt nach Ballaststoffen; eine IFIC-Untersuchung vom 4. August 2026 ergab zudem, dass fast ein Drittel der Amerikaner unter dem US-Richtwert von 28 Gramm täglich bleibt.
