Oakberry-Bowls: Größte Portion enthält bis zu 790 Kalorien
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 13:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lange Menschenschlangen prägen das Bild vor den Filialen der Kette Oakberry in Zürich. Wie 20min.ch in einem Bericht vom 28. September 2026 darlegte, nehmen Kundinnen und Kunden Wartezeiten von teils bis zu einer Stunde in Kauf, um eine der begehrten Açaí-Bowls zu erwerben. Zahlreiche Videos auf Social-Media-Plattformen dokumentieren diesen Andrang und verstärken die Sichtbarkeit des Phänomens zusätzlich.
Hohe Preise und beachtliche Nährwerte
Die Bowls erweisen sich dabei als kostspieliges Vergnügen. Für den günstigsten Becher verlangt Oakberry 14.90 Franken, während grössere Portionsvarianten die Marke von 20 Franken übersteigen.
Neben dem finanziellen Aufwand fällt auch die energetische Bilanz der Mahlzeiten ins Gewicht. Die grösste erhältliche Variante umfasst nach Angaben des Anbieters bis zu 790 Kalorien. Dieser Energiewert entspricht in etwa dem Nährwert eines Big Mac zusammen mit einer kleinen Portion Pommes frites. Damit steht der tatsächliche Kaloriengehalt im Kontrast zu der verbreiteten Wahrnehmung der Produkte als reine Leichtkost.
Filialnetz und saisonale Nachfragespitzen
Das Unternehmen betreibt in der Schweiz mehrere Standorte in den Städten Luzern, Genf und Zürich, wobei sich allein in Zürich drei Niederlassungen befinden. Der Publikumsandrang verteilt sich dabei nicht gleichmässig über den Tag: Die Nachfrage fällt laut dem Medienbericht insbesondere nach Feierabend sowie an den Wochenenden besonders hoch aus.
Wer nach Feierabend vor der Filiale Schlange steht, zahlt schnell über 20 Franken — und nimmt dabei bis zu 790 Kalorien auf, so viel wie ein Big Mac mit kleiner Pommes. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Kalorienfallen in Superfood-Bowls erkennen und mit welchen Zutaten Sie zuhause leichtere Alternativen bauen. Kostenlosen Bowl-Check anfordern
Ob sich das Geschäftstempo auf diesem Niveau halten lässt, bleibt abzuwarten. Der Schweizer Geschäftsführer von Oakberry rechnet damit, dass das Unternehmen in den Wintermonaten weniger Kundschaft verzeichnen wird.
Psychologische Triebfedern des Erfolgs
Hinter der Bereitschaft, hohe Preise zu zahlen und lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, stehen nach Ansicht von Fachleuten mehrere verhaltenspsychologische Faktoren. Dr. Anna-Maria Strässner, Konsumentenexpertin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), verweist auf das Zusammenspiel verschiedener Mechanismen.
Beeren, Granola, Toppings — das wirkt gesund, ist aber kein Freifahrtschein: Fachleute sprechen vom Health-Halo-Effekt, bei dem einzelne gesunde Komponenten den Blick auf den echten Nährwert verdecken. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie Marketing-Signale entschlüsseln und den Kaloriengehalt Ihrer Bowl selbst einschätzen. Health-Halo-Guide jetzt sichern
Ein wesentlicher Faktor sei der sogenannte Health-Halo-Effekt, bei dem Konsumenten einem Produkt aufgrund einzelner gesunder Komponenten wie Beeren pauschal einen gesundheitsfördernden Charakter zuschreiben, ungeachtet des tatsächlichen Kaloriengehalts. Hinzu komme der Ikea-Effekt: Durch die individuelle Selbstzusammenstellung der Zutaten schreiben die Käufer dem fertigen Becher einen höheren persönlichen Wert zu.
Nicht zuletzt fungiere der sogenannte Social Proof als Beschleuniger des Trends, da sichtbare Schlangen und die Präsenz in sozialen Medien das Verlangen verstärken, Teil der Bewegung zu sein.
