Festnetz-Tarife, Full

O2 testet Festnetz-Tarife: Full Fibre ab 11 Euro monatlich

08.06.2026 - 08:22:55 | boerse-global.de

Virgin Media O2 prüft mit günstigen Glasfaser-Angeboten den Wiedereinstieg ins Festnetzgeschäft. Netzprobleme auf Zugstrecken bleiben eine Herausforderung.

VMO2 testet neue Full-Fibre-Tarife: Rückkehr in den Breitbandmarkt?
Festnetz-Tarife - A close-up of a hand holding a smartphone displaying a weak or disrupted O2 network signal, with a train interior in the background. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das britische Telekommunikationsunternehmen Virgin Media O2 (VMO2) testet offenbar neue Festnetz-Tarife – und könnte damit nach 13 Jahren wieder in den direkten Breitbandmarkt einsteigen. Ein kurzer Auftritt einer Test-Website sorgte für Spekulationen.

Geheimnisvolle Tarif-Seite aufgetaucht

Aufmerksame Beobachter entdeckten kürzlich eine nicht öffentlich zugängliche Webseite von VMO2, die drei neue „Full Fibre"-Pakete auflistete. Die Angebote umfassten einen Classic 500 Full Fibre-Tarif für umgerechnet rund 11 Euro monatlich, einen Plus 1000 Full Fibre für etwa 16 Euro sowie einen Ultimate 2000 Full Fibre für rund 21 Euro – alle mit einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten.

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Nachdem Nachfragen zu dem Fund am 7. Juni 2026 eingingen, wurde die Seite umgehend vom Netz genommen. Ein VMO2-Sprecher erklärte, die Seite habe ausschließlich Testzwecken gedient und stelle kein aktuelles kommerzielles Angebot dar. Die Bedeutung dieser Entwicklung liegt in der Vorgeschichte: O2 hatte sich 2013 vollständig aus dem Festnetzgeschäft zurückgezogen und seine Sparte mit 560.000 Kunden für umgerechnet rund 210 Millionen Euro an Sky verkauft.

Latenzprobleme auf der Schiene

Während das Unternehmen über künftige Produkte nachdenkt, zeigen aktuelle Daten der britischen Regulierungsbehörde Ofcom aus dem Juni 2026, dass O2-Nutzer vor allem unterwegs mit Zuverlässigkeitsproblemen kämpfen. Die Studie untersuchte die Konnektivität auf 24 Zugstrecken – und O2 erreichte nur auf 20 Prozent der Routen eine „gute Leistung".

Der Hauptgrund für die Unterbrechungen war nicht die Download-Geschwindigkeit, sondern die Latenz – also die Reaktionszeit des Netzes. O2 verzeichnete einen Medianwert von 62 Millisekunden (ms) und lag damit deutlich hinter dem Spitzenreiter mit 46 ms. Besonders problematisch: Während der Hauptverkehrszeiten fiel die Latenz-Erfolgsquote um 38 Prozentpunkte. Die Einführung der 5G-Standalone-Technologie soll die Latenzwerte zwar deutlich verbessern, war zum Zeitpunkt der Studie aber nur auf einem Bruchteil der untersuchten Strecken aktiv.

Regionale Netzausbauten und technische Updates

Um lokale Versorgungslücken zu schließen, hat O2 gezielte Netzverbesserungen angekündigt. In Magherafelt (Nordirland) soll ein Mobilfunkmast auf 5G aufgerüstet werden, um die Signalkapazität zu erhöhen. Von diesem Ausbau profitieren auch Kunden von Tesco Mobile und giffgaff, die das O2-Netz nutzen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2026 geplant, ein detaillierter Zeitplan wird bis Ende Juli 2026 erwartet.

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Auch die technische Stabilität rückt in den Fokus: Der deutsche Netzwerkausrüster AVM veröffentlichte am 6. Juni 2026 eine Beta-Version der FritzOS 8.24-Firmware. Das Update behebt speziell Verbindungsabbrüche, die bei Nutzern im O2-Netz aufgetreten waren.

Wettbewerb verschärft sich

Der mögliche Wiedereinstieg von O2 in den Breitbandmarkt fällt in eine Phase intensiven Wettbewerbs. Erst am 7. Juni 2026 startete der Internetanbieter Aquiss neue Ultra-Breitband-Tarife mit Geschwindigkeiten von 1,2 und 1,8 Gbit/s über das Openreach-Netz. In Schottland meldete das staatliche R100-Programm am selben Tag, dass bereits über 100.000 schnellere Breitbandanschlüsse realisiert wurden – ein deutliches Zeichen für den rasanten Ausbau der Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur im Vereinigten Königreich.

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