Nvidia und PreussenElektra: Prüfung für KI-Rechenzentren an AKW-Standorten
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 09:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Chiphersteller Nvidia und das Energieunternehmen PreussenElektra haben am 21. Oktober 2026 eine vorläufige Partnerschaft vereinbart. Gemeinsam wollen die beiden Konzerne im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung evaluieren, ob stillgelegte Standorte deutscher Kernkraftwerke für den Aufbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz umgenutzt werden können.
Bestehende Industrieinfrastruktur im Fokus
Gegenstand der ergebnisoffenen Untersuchung sind die vorhandenen Netzanschlüsse, Umspannwerke, Industrieflächen sowie die Kühlwasser-Infrastruktur der ehemaligen Kraftwerke. Ein Betrieb der geplanten Rechenzentren mit Kernenergie ist dabei nicht vorgesehen.
Deutschland schaltete im April 2023 die letzten drei Meiler ab, insgesamt befinden sich rund 30 kerntechnische Anlagen im Rückbau. PreussenElektra verantwortet dabei den Rückbau von acht Standorten.
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Ziel der gemeinsamen Prüfung ist es, langwierige Genehmigungsprozesse und Neubauvorhaben zu umgehen. Der Zugriff auf bestehende Industriezonen, gesicherte Flächen und hochkapazitive Höchstspannungs-Netzanschlüsse könnte sowohl die Projektkosten als auch die Realisierungszeitpläne für neue Rechenzentren erheblich verringern. Auch vorhandene Kühlsysteme könnten künftig weiterverwendet werden.
Standorte im Untersuchungsportfolio
Konkrete Standorte wurden für einen späteren Umbau bislang nicht festgelegt; ebenso wenig existieren genehmigte Baupläne, Verträge oder bezifferte Investitionssummen. PreussenElektra nannte jedoch mehrere Liegenschaften als Teil eines unverbindlichen Untersuchungsportfolios.
Dazu zählen die Anlagen Unterweser beziehungsweise Kleinensiel im Landkreis Wesermarsch, Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont sowie Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. In Berichten wurden zudem die Standorte Stade und Isar bei Ohu in Bayern erwähnt. Die Anlage in Grohnde war bereits Ende 2021 vom Netz gegangen.
Zum Start der Zusammenarbeit äußerten sich PreussenElektra-Vorstandsvorsitzender Guido Knott sowie Markus Hacker, Senior Regional Director bei Nvidia. Aus Sicht des Chipkonzerns stellt die Wiederverwendung bestehender Industrieflächen einen aussichtsreichen Ansatz dar, um leistungsfähige KI-Infrastruktur in Deutschland aufzubauen.
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Die Evaluierung solle klären, ob die Liegenschaften unter klaren technischen, wirtschaftlichen und energetischen Bedingungen einen sinnvollen Beitrag leisten können.
Steigender Energiebedarf moderner KI-Systeme
Hintergrund der Standortsuche ist der massive Leistungsbedarf künftiger Servergenerationen. Aktuelle GPU-Racks weisen eine Leistungsaufnahme von rund 100 bis 300 kW auf. Ab 2027 sind für Konfigurationen hochspezialisierter KI-Rechenzentren jedoch bis zu 1 MW IT-Leistung pro Rack vorgesehen.
Die Vorprüfung mit PreussenElektra erfolgt unabhängig von anderen Projekten des Chipherstellers. In einer separaten Kooperation arbeitet Nvidia mit AtkinsRéalis an kernenergiebetriebenen Rechenzentren zusammen, worüber Branchenmedien Mitte März 2026 berichteten. Am deutschen Markt beschränkt sich die Initiative mit PreussenElektra rein auf die Umnutzung der bestehenden Infrastruktur für konventionell gespeiste Rechenzentren.
