Nvidia und Hyundai: Humanoide Roboter Atlas ab 2028 in Serie
08.06.2026 - 16:57:59 | boerse-global.de
KI-Gipfel in Seoul: Jensen Huang und Euisun Chung besiegeln eine strategische Partnerschaft für physische KI, humanoide Roboter und das größte KI-Tal Südkoreas.
Die Rüstungsindustrie hat ihre Fühler längst nach künstlicher Intelligenz ausgestreckt, doch nun geht es um die industrielle Revolution selbst. Nvidia-CEO Jensen Huang und Hyundai-Motor-Group-Chef Euisun Chung trafen sich am heutigen Montag in Seoul, um ihre Zusammenarbeit massiv auszuweiten. Im Fokus: physische KI – also KI, die nicht nur Texte generiert, sondern Maschinen, Roboter und Fahrzeuge steuert.
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Das Saemangeum-Projekt: Ein „AI Valley" für Südkorea
Herzstück der Gespräche war Hyundais 9 Billionen Won schweres Saemangeum-Projekt (umgerechnet rund 5,87 Milliarden Euro). Chung lud Nvidia ein, sich an dem Vorhaben zu beteiligen, das ein KI-Rechenzentrum, einen Robotik-Produktionscluster und eine Wasserstofffabrik umfassen soll.
Huang zeigte sich begeistert von dem Standort und bezeichnete ihn als potenzielles „AI Valley". Der US-Chipriese sei bereit, sich dort niederzulassen. „Südkorea bietet ideale Bedingungen für KI-Infrastruktur", so Huang. Das Projekt soll zur zentralen Drehscheibe für Forschung und Entwicklung im Bereich physischer KI werden – von autonomen Fahrzeugen bis hin zu Industrierobotern.
Humanoide Roboter: Massenproduktion ab 2028
Ein weiterer Höhepunkt: Hyundai, Eigentümer des Robotik-Pioniers Boston Dynamics, gab konkrete Produktionspläne bekannt. Der humanoide Roboter Atlas soll ab 2028 in Serie gehen – mit einer geplanten Jahreskapazität von 30.000 Einheiten.
Bei einer Vorführung am heutigen Montag begutachtete Huang mehrere Hyundai-Robotiksysteme, darunter den Roboterhund Spot und die mobile Plattform MobED. Er schlug vor, die MobED-Technologie künftig auch in Geländefahrzeugen einzusetzen. „Hyundais Ingenieurskunst im Schwerindustriesektor ist beeindruckend", lobte der Nvidia-Chef.
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Bereits heute nutzt Hyundai 50.000 Nvidia-Blackwell-GPUs, um seine KI-Modelle zu trainieren. Und die Zusammenarbeit hat noch tiefere Wurzeln: Im Oktober 2025 unterzeichneten beide Konzerne eine Absichtserklärung über gemeinsame Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro in den südkoreanischen Markt für physische KI.
Die große Strategie: Vom Chip zur autonomen Fabrik
Die Gespräche in Seoul sind Teil einer umfassenderen Südkorea-Reise von Jensen Huang. Bereits am vergangenen Freitag stellte er die neue Chip-Architektur Vera Rubin vor, samt Vera-CPU und dem Jetson Thor – einem Edge-Supercomputer speziell für Robotik.
Doch Nvidia baut nicht nur mit Hyundai. Der Konzern schmiedet derzeit ein ganzes Netzwerk in Südkorea:
- SK Group: Gemeinsame Entwicklung von Halbleitern und KI-Infrastruktur.
- LG Group: Partnerschaften in Robotik, autonomem Fahren und KI-Rechenzentren.
- Naver: Kooperation bei souveräner KI-Infrastruktur.
Mit Hyundai geht es jedoch um die ganz große Vision: die Integration von Nvidias Drive Hyperion-Plattform für autonomes Fahren und softwaredefinierte Fahrzeuge. Das gemeinsame Ziel: vollautomatisierte „KI-Fabriken", in denen Roboter Roboter bauen. Ein Quantensprung für die Industrie – und ein milliardenschweres Rennen um die Zukunft der Produktion.
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