Nvidia, Figure

Nvidia und Figure AI: Gespräche über zusätzliche Milliarde für Robotik

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Chipkonzern spricht über zusätzliches Kapital für Figure AI, das parallel eine Finanzierungsrunde mit rund 38 Milliarden US-Dollar Bewertung anstrebt.

Nvidia verhandelt über weitere Milliarde für Figure AI
Ein weitläufiges, leeres Industrie-Lagerhaus mit poliertem Betonboden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Halbleiterkonzern Nvidia befindet sich in Gesprächen über eine zusätzliche Investition von 1 Milliarde US-Dollar in das Robotik-Startup Figure AI.

Wie das Branchenmedium The Information unter Berufung auf informierte Kreise in Berichten vom 7. Oktober 2026 meldete, verhandeln die beiden Unternehmen über eine deutliche Aufstockung des bestehenden Engagements. Parallel zu diesen Gesprächen versucht Figure AI, frisches Risikokapital auf Basis einer Bewertung von rund 38 Milliarden US-Dollar vor dem Kapitalzufluss einzuwerben.

Nvidia gehört bereits zum Kreis der Geldgeber von Figure AI und nutzt Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen regelmäßig, um eigene Ökosysteme im Bereich künstlicher Intelligenz auszubauen. Eine weitere Milliardenzusage würde die Marktposition des auf humanoide Maschinen spezialisierten Startups gegenüber Konkurrenten stärken, die weiterhin um ausreichende Ressourcen für großflächige Einsätze ringen.

Rechenleistung für humanoide Arbeitskräfte

Figure AI entwickelt zweibeinige Roboter, die für den Einsatz in Logistiklagern sowie in komplexen industriellen Arbeitsumgebungen vorgesehen sind. Als zentrale Hürden für das Unternehmen gelten aktuell der Mangel an Trainingsdaten sowie begrenzte Rechenkapazitäten. Um die Fertigung zu beschleunigen und die Steuerungsplattform Figure Helix AI voranzutreiben, setzt das Unternehmen massiv auf Spezialhardware.

Nvidia stellt die technologische Basis für Figure Helix AI bereit. Nach Angaben von Nvidia-Chef Jensen Huang erfolgt das Training der KI-Modelle auf Systemen mit Nvidia Vera Rubin, während die Steuerung vor Ort über im Roboter verbaute Nvidia-Grafikprozessoren abgewickelt wird.

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Um den enormen Hardwarebedarf abzusichern, kooperiert Figure AI zudem mit dem Anbieter Nscale, der als bevorzugter Rechenpartner auftritt und eine strategische Investition in nicht genannter Höhe in Figure AI getätigt hat.

Über die Vereinbarung mit Nscale plant Figure AI den Zugriff auf bis zu 100.000 Nvidia Vera Rubin GPUs. Der Vertrag umfasst zunächst Rechenkapazitäten im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar und soll perspektivisch auf über 6 Milliarden US-Dollar anwachsen. Der erste Einsatz dieser Recheninfrastruktur ist für die zweite Jahreshälfte 2027 am Standort Barstow im US-Bundesstaat Texas terminiert.

Strategische Interessen und kommerzielle Hürden

Für Nvidia dient der geplante Schritt auch der Absicherung des eigenen Kerngeschäfts. Das Training und der Betrieb humanoider Roboter erfordern immense Rechnerressourcen; jede erfolgreiche Plattform vergrößert somit den Absatzmarkt für Nvidias Hochleistungschips.

Branchenanalysen zufolge verkörpert Figure AI genau jenen rechenintensiven Bedarf, den der Chipkonzern fördern möchte. Nvidia-Chef Jensen Huang stuft die Robotik daher als eine der zentralen Zukunftswetten des Konzerns ein.

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Auf der Seite von Figure AI liegt die größte Herausforderung unterdessen in der operativen Umsetzung. Investoren fordern zunehmend Belege dafür, dass humanoide Roboter über reine Pilotprogramme hinauswachsen und in wiederholbare, kommerziell rentable Arbeitsabläufe mit messbarem wirtschaftlichem Nutzen integriert werden können.

Am Aktienmarkt reagierten die Notierungen des Chipherstellers gelassen auf die Berichte über die Verhandlungen: Die Nvidia-Aktie schloss am 7. Oktober 2026 an der Cboe BZX bei 238,76 US-Dollar, was einem leichten Tagesverlust von 0,20 Prozent entsprach. Auf Fünf-Tage-Sicht stand das Papier zu diesem Zeitpunkt mit 5,29 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn betrug der Wertzuwachs 28,28 Prozent.

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