Nvidia, Marktführung

Nvidia übernimmt Marktführung: Ethernet-Switches um 192,7% gewachsen

20.06.2026 - 02:07:00 | boerse-global.de

Nvidia übernimmt mit 192% Wachstum die Spitzenposition bei Ethernet-Switches und sichert sich Milliardenaufträge in Südkorea.

Nvidia erobert Führung bei Ethernet-Switches für Rechenzentren
Nvidia - Glowing circuits and data streams flow through a high-tech data center, symbolizing NVIDIA's expanding AI hardware dominance. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-Chipkonzern Nvidia hat im ersten Quartal 2026 erstmals die Marktführschaft bei Ethernet-Switches für Rechenzentren übernommen. Laut aktuellen IDC-Zahlen steigerte der Konzern seine Umsätze in diesem Segment um 192,7 Prozent auf umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro und sicherte sich damit einen Marktanteil von 21,5 Prozent. Treiber des Wachstums ist die hauseigene Spectrum-X-Plattform.

Im gesamten Ethernet-Switchmarkt, der um knapp 40 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro wuchs, liegt Nvidia damit nur noch hinter dem Branchenprimus Cisco, der weiterhin 29,3 Prozent Marktanteil hält.

Milliarden-Deals in Südkorea

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Parallel dazu hat Nvidia mehrere Großaufträge in Südkorea unter Dach und Fach gebracht. Der wichtigste Deal: Eine Vereinbarung mit dem Internetkonzern Naver über den Bau eines 55-Megawatt-KI-Rechenzentrums auf Basis der Nvidia-DSX-Plattform. Der Auftrag folgt auf einen Besuch von CEO Jensen Huang in Seoul Anfang Juni, bei dem er mit mehr als 50 Startups über nationale technologische Souveränität sprach.

Die Expansion in Südkorea umfasst zudem eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit SK Hynix zur Entwicklung der nächsten Speichergeneration. Diese soll den Vera-Rubin-Supercomputer, die Vera-CPUs und die RTX-Spark-PCs unterstützen. SK Hynix wird außerdem Nvidias digitale Zwillingstechnologien wie Omniverse und cuOpt für Halbleiter-Produktionssimulationen einsetzen.

Auch LG CNS und der Doosan-Konzern haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie planen innerhalb eines Monats eine gemeinsame Taskforce für KI, Robotik und Cloud-Infrastruktur. Die Allianz baut auf LG CNS' AgenticWorks-Plattform auf und prüft den Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Stromversorgung von Rechenzentren.

Vom Grafikchiphersteller zum CPU-Anbieter

Nvidia positioniert sich zunehmend auch im CPU-Markt. Finanzvorständin Colette Kress bezifferte das adressierbare Marktvolumen für die neue Vera-CPU auf umgerechnet rund 183 Milliarden Euro. Der Konzern erwartet allein 2026 CPU-bezogene Einnahmen von knapp 18 Milliarden Euro.

Das Vera-Rubin-NVL72-System – eine Kombination aus 72 Rubin-GPUs und 36 Vera-CPUs in flüssigkeitsgekühlter Konfiguration – startete Anfang Juni mit CoreWeave in der Cloud. Der breitere Rollout über AWS, Google Cloud, Azure und Oracle soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 folgen. Die europäische Fertigung übernehmen Bull und Foxconn in Frankreich.

Für den Konsumenten- und Workstation-Markt kündigte Nvidia Mitte Juni den RTX Spark an. Dieser System-on-a-Chip kombiniert eine Blackwell-GPU mit einer 20-Kern-Grace-CPU, entwickelt mit MediaTek. Beworben für agentische KI und High-End-Gaming, soll die Hardware im Herbst 2026 über Partner wie Microsoft, Dell und Lenovo auf den Markt kommen.

Industrie-KI und humanoide Roboter

Nvidia verstärkt zudem sein Engagement in der „physischen KI". Die Partnerschaft mit dem Doosan-Konzern sieht vor, dass vier Doosan-Tochterunternehmen Nvidias Isaac Sim und Jetson Thor in ein Betriebssystem für autonome Roboter integrieren. Ziel ist die kommerzielle Einführung humanoider Roboter bis 2028.

Um Engpässe in der KI-Infrastruktur zu beheben, haben Nvidia und Coherent Mitte Juni den Grundstein für eine Fabrikerweiterung in Sherman, Texas, gelegt. Das umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro schwere Projekt, unterstützt durch eine geplante Förderung von rund 46 Millionen Euro aus dem CHIPS Act, konzentriert sich auf die Produktion von Indiumphosphid-Wafern. Die Anlage soll die Wafer-Ausbeute vervierfachen und die Produktionskosten um mehr als 60 Prozent senken.

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Finanzierung und China-Geschäft

Zur Finanzierung des massiven Wachstums platzierte Nvidia Mitte Juni eine Anleihe über umgerechnet rund 23 Milliarden Euro. Finanzvorständin Kress bezifferte die aktuellen Lieferverpflichtungen des Konzerns auf umgerechnet rund 113 Milliarden Euro. Die Umsatzchancen für die Blackwell- und Vera-Rubin-Architekturen werden zwischen 2025 und 2027 auf rund 910 Milliarden Euro geschätzt.

Herausforderungen bleiben im China-Geschäft. Mitte Juni wurde eine Wertberichtigung von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro auf H20-Chipbestände bekannt – Folge der Handelsbeschränkungen. Der geschätzte Umsatzverlust in der Region beläuft sich auf rund 7,3 Milliarden Euro. Zur Kompensation bereitet Nvidia offenbar eine exportkonforme Version von Groq-KI-Chips unter einer Lizenzvereinbarung über rund 15,5 Milliarden Euro vor. „Souveräne KI"-Initiativen, die auf nationale KI-Infrastruktur setzen, spülten im Geschäftsjahr 2026 immerhin umgerechnet rund 27 Milliarden Euro in die Kassen.

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