NVIDIA steigt mit Vera-CPU in den Prozessormarkt ein
24.05.2026 - 09:45:19 | boerse-global.deDer Chipkonzern meldet Rekordumsatz und kündigt den Einstieg in das CPU-Geschäft an. Die neue Vera-Plattform soll Nvidias Ökosystem weiter vernetzen.
Nvidia hat am 22. Mai seine Quartalszahlen für das erste Geschäftsquartal 2027 vorgelegt – und die sprechen eine deutliche Sprache: Der Konzern wächst rasant und erobert Neuland. Mit der Vorstellung des Vera-Chips und der dazugehörigen Vera-Rubin-Plattform dringt Nvidia direkt in den hart umkämpften CPU-Markt vor. Analysten schätzen dessen Volumen auf rund 200 Milliarden Euro.
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Rekordquartal dank Rechenzentren
Die Zahlen sind beeindruckend: Nvidia erzielte einen Quartalsumsatz von umgerechnet rund 75 Milliarden Euro – ein Plus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Haupttreiber bleibt die Sparte Rechenzentren, die mit knapp 69 Milliarden Euro satte 92 Prozent mehr umsetzte als vor einem Jahr. Auch das Netzwerkgeschäft legte massiv zu und verdreifachte sich nahezu.
Das Segment Edge Computing steuerte rund 5,9 Milliarden Euro bei, ein Plus von 29 Prozent. Der freie Cashflow belief sich auf rund 44,7 Milliarden Euro. Die Aktionäre dürfen sich freuen: Nvidia kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 73,6 Milliarden Euro an und erhöhte die vierteljährliche Dividende von 0,01 auf 0,25 Euro.
Vera-CPU: Der Angriff auf Intel und AMD
Mit dem Vera-Prozessor wagt Nvidia den direkten Angriff auf die etablierten CPU-Hersteller. Der Chip ist als Ergänzung zu den eigenen Grafikprozessoren konzipiert und soll das hauseigene Ökosystem weiter zusammenwachsen lassen. Laut den Finanzunterlagen rechnet der Konzern bereits im laufenden Geschäftsjahr mit CPU-Einnahmen von rund 18,4 Milliarden Euro.
Flankiert wird die Hardware von der neuen Software-Suite Dynamo 1.0 und einer Architektur, die speziell für sogenannte „agentische KI" und komplexe Workflow-Automatisierung ausgelegt ist. Einziger Wermutstropfen: Aufgrund der anhaltenden Exportbeschränkungen bleibt der Umsatz in China weiterhin bei null. Als Ausgleich sucht Nvidia neue industrielle Partnerschaften – etwa mit Kawasaki Heavy Industries im Bereich Robotik.
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Neue Notebooks mit Blackwell-Grafik
Pünktlich zur Ankündigung der Vera-Plattform kommen die ersten Laptops mit Nvidias Blackwell-Architektur auf den Markt. Asus hat die Modelle ROG Zephyrus G14 und G16 vorgestellt. Das kleinere G14 ist mit der RTX 5070 Ti bestückt, das G16 mit der RTX 5080 Laptop-GPU. Beide Geräte setzen auf OLED-Displays mit hohen Bildwiederholraten und unterstützen die neuesten Software-Features wie DLSS 4.5.
Ebenfalls neu: der ROG NUC 16, ein kompakter Drei-Liter-PC mit RTX 5080 und einer speziellen QuietFlow-Kühlung mit zwei Dampfkammern. Im Handel zeichnen sich erste Preisanpassungen ab: Die Desktop-Version der Asus Prime GeForce RTX 5080 OC wurde kürzlich zu einem reduzierten Preis von 1.289,90 Euro gelistet – die unverbindliche Preisempfehlung lag bei 1.449 Euro.
KI für die Medizin und Cloud-Gaming
Nvidia treibt auch die Anwendungsseite voran. Der Cloud-Gaming-Dienst GeForce NOW startet am 27. Mai eine Aktion: Abonnenten des Ultimate-12-Monats-Plans erhalten das neue Spiel „007 First Light" kostenlos. Der Titel erscheint zeitgleich für PC und aktuelle Konsolen.
Im medizinischen Bereich veröffentlichte Nvidia die Open-Source-Frameworks NV-Generate-CTMR und NV-Generate-MR-Brain. Sie nutzen die MAISI-v2-Architektur und erzeugen synthetische 3D-Medizinbilder – gedacht für das Training medizinischer KI-Modelle im großen Maßstab.
Ausblick: 83,7 Milliarden Euro Umsatz erwartet
Für das zweite Geschäftsquartal 2027 prognostiziert Nvidia einen Umsatz von rund 83,7 Milliarden Euro. Das signalisiert ungebrochenes Vertrauen in die Nachfrage – sowohl bei den etablierten Rechenzentrumsprodukten als auch bei den neuen CPU- und Mobil-Hardware-Linien. Branchenbeobachter erwarten, dass die Integration von agentischer KI in den kommenden Monaten in den Fokus rückt, sobald der Vera-Chip den breiteren Markt erreicht.
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