Nvidia Kyber-Verzögerung: Server-Generation um 12 Monate verschoben
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 08:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der US-Chipkonzern Nvidia wehrt sich gegen Gerüchte um massive Lieferverzögerungen bei seiner nächsten KI-Server-Generation. Branchenberichte hatten zuletzt für Unruhe an den Märkten gesorgt.
Technische Hürden oder bloße Spekulation?
Analysten von SemiAnalysis hatten Anfang der Woche berichtet, dass das Kyber NVL144-Rack-System um mehr als zwölf Monate verschoben worden sei – von 2027 auf 2028. Grund seien Fertigungsprobleme bei sogenannten PCB-Midplanes, den zentralen Leiterplatten der Hochleistungsserver. Auch das größere NVL576-System sei betroffen und werde nun entweder später kommen oder nur in geringen Stückzahlen produziert.
Doch Nvidia widerspricht entschieden: Der offizielle Fahrplan stehe, die Produktion der aktuellen Rubin-Systeme laufe planmäßig. Erste Auslieferungen an die großen Cloud-Kunden wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud seien für Herbst 2026 vorgesehen.
Backup gestrichen, Strategie angepasst
Laut den SemiAnalysis-Berichten habe Nvidia zudem ein Backup-System mit der Bezeichnung NVL72x2 komplett gestrichen. Auch die Hardware-Strategie für die Rubin-Ultra-Generation sei überarbeitet worden: Eine geplante Vier-Chip-Version sei zugunsten einer Zwei-Chip-Konfiguration aufgegeben worden. Die Integration von Co-Packaged Optics (CPO) für den NVSwitch werde erst für die nachfolgende Feynman-Generation erwartet.
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Börse reagiert nervös – Nvidia selbst bleibt gelassen
Die Gerüchte schickten am 6. Juli 2026 die Aktienkurse mehrerer asiatischer Zulieferer auf Talfahrt. Kingboard Laminates verlor 18 Prozent, Samsung Electro-Mechanics gab um 11 Prozent nach. Auch Ibiden und Elite Material verbuchten Einbußen von rund zehn Prozent.
Nvidias eigene Aktie zeigte sich unbeeindruckt: Sie legte leicht um 0,4 Prozent auf 195,55 Dollar zu. Während einige Marktbeobachter die Berichte als „Rauschen" abtaten, warnten andere: Sollte sich die Verzögerung bewahrheiten, könnten Wettbewerber wie AMD oder Google im Markt für Hochleistungs-KI-Server Boden gutmachen.
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Finanzprognosen bleiben optimistisch
Trotz der gemeldeten Fertigungsprobleme bleiben die Umsatzprognosen für Nvidia ambitioniert. SemiAnalysis schätzt, dass die Data-Center-Umsätze in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 die Markterwartungen um rund 20 Prozent übertreffen könnten. Um die mögliche Kyber-Verzögerung abzufedern, werde Nvidia voraussichtlich den Absatz seiner bestehenden Oberon-Rubin-Rack-Konfigurationen steigern.
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