Nvidia, Japan

Nvidia Japan: 27.500 Rubin-GPUs für erste KI-Fabrik des Landes

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nvidia-Chef Huang dementiert Fertigungsverzögerungen der neuen KI-Chips. Trotz Rekordumsatz und Japan-Investition gibt die Aktie nach.

Nvidia: Vera-Rubin-Produktion läuft, Aktie bleibt dennoch schwach
Zukunftsorientierter Serverraum mit leuchtend grünen Leiterplatten und komplexer Verkabelung, die fortschrittliche KI-Technologie repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jensen Huang stellt klar: Die nächste Generation der KI-Beschleuniger läuft bereits vom Band. Trotz Dementis bleibt die Aktie unter Druck.

Der Chef des US-Chipriesen Nvidia, Jensen Huang, hat Spekulationen über Verzögerungen bei der Fertigung der neuen Vera-Rubin-Architektur entschieden zurückgewiesen. „Die Produktion läuft“, stellte Huang bei einem Entwickler-Event in Tokio klar. Das Unternehmen bereite sich darauf vor, „erhebliche Stückzahlen“ an Kunden auszuliefern. Die Dementis vom 15. bis 17. Juli folgten auf Berichte über mögliche Fertigungsengpässe.

Gerüchte um thermische Probleme

Analysten von KeyBanc hatten zuvor auf ein Problem mit der thermischen Abdeckung der Chips hingewiesen, das zu einer Verzögerung von „mehreren Wochen“ geführt haben soll. Das Problem sei inzwischen behoben. Huang selbst ging auf diese Details nicht ein, betonte aber, dass der Produktfahrplan stehe und die Massenproduktion unmittelbar bevorstehe. Offen blieb, ob separate Spekulationen um eine mögliche Verzögerung des Systems Kyber NVL144 ebenfalls ausgeräumt sind.

Milliarden-Investition in Japan

Parallel zur Produktionsoffensive kündigte Nvidia ein Großprojekt in Japan an. Im Rahmen des FRONTia-Projekts will das Land 27.500 Rubin-GPUs beschaffen – den Grundstein für die erste große KI-Fabrik des Landes. Die Anlage soll eine Kapazität von 140 Megawatt haben und neben den Grafikprozessoren auch 13.750 Vera-CPUs umfassen.

Die hauseigene Vera-CPU soll bei der Verarbeitung von KI-Agenten 1,8-mal schneller sein als herkömmliche x86-Prozessoren. Für Japan, das unter einem zunehmenden Arbeitskräftemangel leidet, gilt der Ausbau der KI-Infrastruktur als strategisch entscheidend – insbesondere für Robotik und physische KI-Anwendungen.

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Rekordzahlen, aber Kursrückgang

Die Finanzzahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027 unterstreichen den ungebrochenen Hunger nach Nvidias Rechenleistung. Der Umsatz kletterte auf umgerechnet rund 74 Milliarden Euro – ein Plus von 85 Prozent im Jahresvergleich. Allein die Rechenzentrumssparte trug 68 Milliarden Euro bei, ein Wachstum von 92 Prozent. Die Bruttomarge blieb mit 74,1 Prozent auf Rekordniveau.

Dennoch gab die Nvidia-Aktie am 16. Juli um 1,48 Prozent auf umgerechnet rund 190 Euro nach – nach einem zwischenzeitlichen Anstieg von über vier Prozent zu Wochenbeginn. Analysten bleiben zu 92 Prozent optimistisch: KeyBanc erhöhte das Kursziel auf umgerechnet 300 Euro und rechnet 2026 mit Auslieferungen von 1,7 bis 1,8 Millionen Rubin-Einheiten.

Exportkontrollen und Lieferketten

Nvidia bewegt sich zudem in einem sich verschärfenden regulatorischen Umfeld. Die USA genehmigten zuletzt den Export von KI-Chips in die Vereinigten Arabischen Emirate; eine ZTE-Tochter erhielt eine Lizenz für H200-Chips. Gleichzeitig hat Nvidia seine Liste genehmigter asiatischer Chip-Käufer massiv reduziert – ein neues Whitelist-System soll die Lieferkette kontrollieren.

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Zum chinesischen Markt erklärte Huang, Nvidia sei bereit, H200-Chips auszuliefern, sobald die notwendigen Genehmigungen vorlägen. Bislang seien „nur sehr wenige Einheiten“ in die Region geliefert worden.

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