Nvidia, H200

Nvidia H200: 600.000 KI-Chips lagern wegen Pekings Importstopp in Hongkong

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pekings ausstehende Importfreigaben verknappen Nvidia-Hardware; chinesische Konzerne erwarten nur einen Bruchteil ihrer RTX-Pro-Bestellungen.
Ein großes, steriles Logistiklager mit leeren Paletten und Metallregalen, das die angespannte Handelssituation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Rund 600.000 hochentwickelte H200-Künstliche-Intelligenz-Prozessoren des US-Herstellers Nvidia lagern derzeit in Hongkong und können nicht an Kunden im chinesischen Festland ausgeliefert werden.

Wie Medien am 5. November 2026 berichteten, verweigern die Behörden in Peking bislang die Genehmigungen für den Import dieser Hardware in großem Umfang. Grund für die Blockade sei die wachsende Sorge der chinesischen Führung über eine anhaltende technologische Abhängigkeit heimischer Konzerne von westlichen Halbleitern.

Während der direkte Zugang im großen Stil verwehrt bleibt, sicherten sich mehrere große chinesische Internetkonzerne in den letzten Monaten kleinere Kontingente von jeweils rund 10.000 Einheiten des H200-Modells. Diese Lieferungen gelangten vor allem über Zwischenhändler und indirekte Kanäle ins Land.

Explodierende Preise für Hochleistungs-Server in Festlandchina

Die Verknappung der Hardware hat die Beschaffungskosten auf dem chinesischen Markt massiv nach oben getrieben. Ende Oktober 2026 kostete ein mit acht H200-Karten ausgestatteter Server in Festlandchina mehr als 6 Millionen Yuan, was rund 900.000 US-Dollar entspricht.

Dieser Betrag markiert etwa das Dreifache des Vorjahresniveaus. Noch deutlich teurer gestaltete sich das Angebot für neuere Architekturen: Für Server auf Basis der Blackwell-Plattform verlangten Händler Ende Oktober Preise von mehr als 20 Millionen Yuan pro Einheit.

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Erschwert wird die Beschaffung von moderner Rechenzentrumsausstattung zudem durch Vorgaben aus Washington. So untersagen bestehende US-Exportbestimmungen den Verkauf der noch leistungsfähigeren B300-Chips an chinesische Abnehmer gänzlich.

Engpässe bei Ausweichbestellungen und politischer Druck

Um den Bedarf für eigene KI-Modelle trotz der Barrieren zu decken, wichen führende Technologieunternehmen der Volksrepublik im Oktober auf Alternativprodukte aus. Die Konzerne ByteDance, Alibaba und Tencent orderten im Oktober zusammen mehr als 3 Millionen Nvidia-Grafikkarten des Typs RTX Pro 5500. Das gesamte Auftragsvolumen summiert sich laut Listenpreisen auf über 35 Milliarden US-Dollar.

Allerdings zeichnen sich auch bei diesen Komponenten erhebliche Lieferverzögerungen ab. Alibaba, Tencent und ByteDance rechnen laut Berichten damit, in den kommenden Monaten lediglich rund ein Prozent der georderten RTX-Pro-5500-Chips tatsächlich zu erhalten.

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Gleichzeitig gerät Nvidia auch auf dem heimischen US-Markt unter verschärfte Beobachtung. Wie Medien am 5. November 2026 meldeten, verlangten republikanische Abgeordnete im US-Kongress eine parlamentarische Anhörung von Nvidia-Chef Jensen Huang. Hintergrund seien Vorwürfe bezüglich mutmaßlicher Kontakte zu einer chinesischen Geschäftsfrau, der Spionageaktivitäten für Peking zur Last gelegt werden.

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