NVIDIA, Cosmos

NVIDIA Cosmos 3: 20 Billionen Tokens für autonome Maschinen

03.06.2026 - 12:39:30 | boerse-global.de

Infineons OPTIGA-Chip sichert NVIDIAs Roboterplattform. Die Partnerschaft zielt auf manipulationssichere, industrietaugliche autonome Maschinen ab.

NVIDIA Cosmos 3: 20 Billionen Tokens für autonome Maschinen - Bild: über boerse-global.de
NVIDIA Cosmos 3: 20 Billionen Tokens für autonome Maschinen - Bild: über boerse-global.de

Der Chiphersteller Infineon und der KI-Gigant NVIDIA rüsten autonome Maschinen mit manipulationssicherer Hardware aus. Die Partnerschaft soll humanoide Roboter fit für den industriellen Einsatz machen.

Die Münchner Infineon Technologies und der US-Konzern NVIDIA haben am 3. Juni 2026 die Integration von hardwarebasierter Sicherheit in die nächste Generation von Roboter-Plattformen angekündigt. Konkret kommt Infineons Sicherheitschip OPTIGA TPM SLB 9672 auf NVIDIAs Jetson Thor-Plattform zum Einsatz. Die Kombination schafft eine zertifizierte Vertrauensbasis – einen sogenannten „Root of Trust" – für Physical AI-Systeme.

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Zertifizierte Sicherheit für autonome Systeme

Die TPM-Technologie (Trusted Platform Module) auf der Jetson Thor-Plattform ist nach den strengen FIPS- und Common Criteria-Standards zertifiziert. Sie ermöglicht Funktionen wie „Measured Boot", bei dem jedes Systemupdate auf seine Integrität geprüft wird, sowie Fernattestierung und quantensichere Firmware-Updates. Für Infineon ist das ein bedeutender Schritt: Das Unternehmen schätzt den Halbleiteranteil pro humanoidem Roboter auf rund 500 Euro.

Der Fahrplan der Partnerschaft sieht eine Umstellung auf die vom US-amerikanischen NIST standardisierten Algorithmen ML-KEM und ML-DSA vor. Damit sollen die Systeme langfristig gegen Angriffe durch Quantencomputer gewappnet sein. Parallel dazu integriert NVIDIA Sicherheitsfunktionen aus dem Rechenzentrumsbereich – wie Confidential Computing und Secure Boot – in seine mobilen Edge-Hardware für Robotik.

Cosmos 3: Das neue KI-Fundament

Nur einen Tag vor der Sicherheitsankündigung, am 2. Juni 2026, veröffentlichte NVIDIA sein neuestes offenes Foundation-Modell Cosmos 3 für Physical AI. Das Modell basiert auf einer Mixture-of-Transformers-Architektur und vereint logisches Denken mit der Generierung von Aktionen. Trainiert wurde es auf 20 Billionen multimodalen Tokens.

Die Besonderheit: Cosmos 3 kann direkt aus Text-, Bild-, Video- oder Audioeingaben numerische Roboter-Trajektorien erzeugen – inklusive Gelenkwinkeln und Greiferpositionen. NVIDIA bietet zwei Varianten an: Die 64-Milliarden-Parameter-Version „Super" für leistungsstarke Server und die 16-Milliarden-Parameter-Version „Nano" für lokale Ausführung auf Workstations. Die Modelle stehen unter der OpenMDW 1.1-Lizenz im Rahmen der Cosmos Coalition zur Verfügung, der unter anderem Agile Robots und Runway angehören.

Standardisierung für humanoide Hardware

Auf den Messen Computex Taipei und ICRA 2026 Anfang Juni präsentierte NVIDIA zudem Details zur Referenzplattform Isaac GR00T für humanoide Roboter. Das Referenzdesign H2 Plus nutzt ein Chassis des chinesischen Herstellers Unitree und spezialisierte Roboterhände von Sharpa.

Die Sharpa Wave-Hände bieten 22 Freiheitsgrade und mehr als 1.000 taktile Sensoren pro Fingerspitze. Die Komponenten haben extremen Dauertests standgehalten: 2,5 Millionen Presszyklen und 4.000 Kilometer Reibungstests. Um diese Hardware-Konfigurationen zu unterstützen, veröffentlichte NVIDIA am 1. Juni 2026 JetPack 7.2. Die neue Version führt isolierte Workloads und „Jetson Agent Skills" ein, die den Einsatz von KI-Agenten auf Edge-Geräten verbessern.

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Sicherheit ohne Käfig

Auch bei der Sicherheit von Mensch-Roboter-Interaktionen tut sich etwas. Am 2. Juni 2026 gab Sensory Robotics bekannt, dass sein System SR-1 die UL 1740-Zertifizierung erhalten hat. Diese erlaubt den „zaunlosen" Betrieb von Robotern. Mittels 3D-Vision und Sensoren können Mensch und Roboter ohne physische Barrieren zusammenarbeiten. Das System ist nach Performance Level d (PLd), Kategorie 3 zertifiziert und wird bereits von Toyota, Caterpillar und dem US-Verteidigungsministerium eingesetzt.

Auf der ICRA 2026 in Wien präsentierte TARS seine DexHand und das Modell AWE 3.0. Das Unternehmen zeigte, wie sein A1-Roboter Kabelbäume mit einer Präzision im Submillimeterbereich und Echtzeit-Fehlerkorrektur autonom einsteckte.

Internationale Konkurrenz belebt den Markt

Aus Vietnam kommt mit Dyno der erste humanoide Roboter des Landes. Vorgestellt am 2. Juni 2026 von VinDynamics, ist der Roboter für urbane Sicherheitsaufgaben und Haushaltshilfe konzipiert. Er nutzt einen eigenen VDM 80-Aktor und eine Roboterhand mit 11 Gelenken.

Unterdessen setzen DEEPX und das Robotik-Labor der Hyundai Motor Group ihre seit diesem Frühjahr laufende Kooperation zur Entwicklung standardisierter Physical-AI-Compute-Plattformen fort. Branchenprognosen zufolge könnte der Markt für Physical-AI-Halbleiter bis 2030 auf umgerechnet rund 115 Milliarden Euro anwachsen.

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