Nvidia-Coherent: 2-Milliarden-Fabrik in Texas mit 1.000 Jobs
18.06.2026 - 18:15:55 | boerse-global.de
Chip-Riese Nvidia investiert massiv in die heimische Produktion – und schafft damit Fakten für die globale KI-Versorgungskette. Gleich zwei Großprojekte in Texas und Arizona markieren diese Woche einen Wendepunkt.
Texas: 2-Milliarden-Partnerschaft für Laserkomponenten
Am 16. Juni fand in Sherman, Texas, der Spatenstich für eine gewaltige Fabrikerweiterung statt. Nvidia steckt gemeinsam mit dem Spezialisten Coherent rund zwei Milliarden Euro in die Produktion von Indiumphosphid-Lasern und optischen Komponenten. Die Technologie ist essenziell für die blitzschnelle Datenübertragung zwischen KI-Chips.
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Das Projekt bringt rund 1.000 neue Arbeitsplätze in die Region, davon etwa 550 in Fertigung und Technik. Die öffentliche Hand beteiligt sich mit insgesamt rund 46 Millionen Euro an Subventionen – 30 Millionen aus dem CHIPS-Gesetz der Biden-Ära, weitere 15 Millionen aus Förderprogrammen der Trump-Administration.
Nvidia-CEO Jensen Huang betonte bei der Zeremonie die Rolle der Künstlichen Intelligenz bei der Wiederbelebung der amerikanischen Fertigungsindustrie. Das Texas-Projekt ist Teil einer umfassenden Zusage des Konzerns, rund 460 Milliarden Euro in die US-Infrastruktur zu investieren.
Ein entscheidender Vorteil der neuen Fertigung: Die Energieeffizienz bei der Chip-Kommunikation soll sich um 50 Prozent verbessern.
Arizona: TSMC und Amkor schließen Zehnjahrespakt
Parallel zum Texas-Projekt haben die taiwanesische TSMC und Amkor Technology einen Zehnjahresvertrag für fortschrittliche Chipverpackung und -tests in Arizona unterzeichnet. TSMC wird dabei Dienstleistungen von Amkors neuem Campus in Peoria nutzen, der rund 6,4 Milliarden Euro kostet.
Im Fokus steht die CoWoS-Technologie (Chip on Wafer on Substrate) – ein entscheidender Schritt für Hochleistungs-KI-Prozessoren. Amkors Anlage soll Anfang 2028 die Produktion aufnehmen. Die Idee: TSMCs Wafer-Fertigung und lokale Verpackung bilden eine komplette heimische Lieferkette – ohne den bisher nötigen Transport der Wafer nach Asien zur Endmontage.
TSMC investiert insgesamt rund 152 Milliarden Euro in seine Arizona-Operationen, die drei Fabriken und ein Forschungszentrum umfassen.
Blackwell-GPUs: Vom Chip zur Supercomputer-Produktion
Die aktuellen Meilensteine bauen auf einer bereits laufenden Produktion auf. Nvidia hatte die Fertigung seiner Blackwell-KI-GPUs in TSMCs Phoenix-Werk am 14. April 2025 gestartet. Schon im Oktober 2025 präsentierten beide Unternehmen den ersten in den USA gefertigten Blackwell-Wafer.
Die Blackwell-Architektur nutzt TSMCs 4NP-Verfahren und besteht aus 208 Milliarden Transistoren. Die Nachfolgegenerationen – Blackwell Ultra und die Rubin-Serie – sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ebenfalls in den USA produziert werden.
Neben der Chip-Fertigung arbeitet Nvidia mit Foxconn und Wistron an Supercomputer-Produktionsstätten in Texas. Diese Anlagen sollten innerhalb von 12 bis 15 Monaten nach ihrer Ankündigung Anfang 2025 die Massenproduktion erreichen.
Markt für Chip-Verpackung wächst rasant
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Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung treibt den Ausbau der Verpackungskapazitäten massiv voran. Branchenprognosen zufolge könnte die CoWoS-Kapazität bis Ende 2026 auf 200.000 Wafer pro Monat steigen. TSMC soll dabei mit rund 120.000 Wafern den Löwenanteil halten, Partner wie Amkor und ASE steuern weitere 80.000 bei.
Während TSMC Nvidias Hauptpartner bleibt, zeichnen sich Alternativen ab: Intel positioniert sich mit seiner EMIB-Technologie (Embedded Multi-die Interconnect Bridge) als zweite Kraft. Unternehmen wie Tesla, SpaceX und Google prüfen dem Vernehmen nach Intels Technologie für künftige Hardware-Generationen.
Der KI-Sektor macht derzeit rund drei Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. Ökonomen prognostizieren, dass dieser Anteil in den kommenden Jahren auf acht bis 39 Prozent steigen könnte – eine Spanne, die das enorme Potenzial und die Unsicherheit dieser Branche widerspiegelt.
