Nvidia-Chef Huang warnt G20 vor zu strikter KI-Regulierung
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia-Chef Jensen Huang hat die G20-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, von einer Regulierung Künstlicher Intelligenz (KI) abzusehen, die auf rein theoretischen Risiken basiert.
Bei einem Treffen der G20-Innovationsminister im US-amerikanischen Chapel Hill betonte der Manager, dass sich der Fokus stattdessen auf konkrete und reale Herausforderungen richten müsse. Im Zentrum seiner Ausführungen standen die Bedeutung des Infrastrukturausbaus und die Warnung vor einem technologischen Rückstand der Nationen.
Fokus auf reale Probleme statt theoretischer Risiken
Im Rahmen der technologieorientierten Zusammenkunft in North Carolina, an der Huang gemeinsam mit dem US-Handelsminister Howard Lutnick teilnahm, warnte der Nvidia-CEO eindringlich vor den Folgen einer zu strengen Gesetzgebung. Er forderte die Regierungen auf, keine Regulierungen für hypothetische Schäden zu entwerfen, sondern sich auf tatsächliche und pragmatische Beeinträchtigungen zu konzentrieren.
Nach Einschätzung von Huang laufen politische Entscheidungsträger, die vorrangig die Gefahren der Technologie betonen, Gefahr, den Anschluss an die globale Entwicklung zu verlieren. Dieses Zurückfallen bezeichnete er als das schlechteste denkbare Ergebnis für einen Staat.
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US-Beamte stützten diese Position während des Gipfels. Berichten zufolge drängten Vertreter wie Michael Kratsios die G20-Mitglieder dazu, neue regulatorische Hürden zu vermeiden. Stattdessen solle das Ziel darin bestehen, Regeln für neuartige Situationen zu entwickeln, ohne den technologischen Fortschritt durch theoretische Szenarien zu bremsen.
Massive Investitionen in die Infrastruktur
Ein zentraler Punkt von Huangs Ausführungen war die Einordnung von Künstlicher Intelligenz als grundlegende Infrastruktur. Er verglich die Bedeutung der Technologie mit der von Wasserwegen, Straßen, Stromnetzen und dem Internet. In diesem Zusammenhang gab der CEO bekannt, dass Nvidia im laufenden Jahr fast 1 Billion US-Dollar in die Infrastruktur der Vereinigten Staaten investieren werde.
Huang forderte die anwesenden Minister auf, den Bau von Rechenzentren mit einer Dringlichkeit voranzutreiben, die der von nationalen Stromnetzen entspreche.
Die Kosten für die Errichtung von KI-Infrastruktur mit einer Kapazität von einem Gigawatt bezifferte er auf etwa 50 bis 60 Milliarden US-Dollar. Er bezeichnete die Technologie als einen großen Gleichmacher, der weltweit Chancen nivellieren könne, sofern die notwendigen Kapazitäten geschaffen würden.
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Breite Branchenpräsenz beim G20-Gipfel
Neben der Führung von Nvidia waren auch andere einflussreiche Vertreter der KI-Branche für Beiträge bei dem Treffen vorgesehen, darunter OpenAI-CEO Sam Altman sowie Tom Brown von Anthropic. Die Diskussionen erstreckten sich dabei auch auf rechtliche Rahmenbedingungen für die Datennutzung.
US-Handelsminister Howard Lutnick thematisierte in diesem Kontext das Training von KI-Systemen. Er forderte die G20-Staaten auf, die Nutzung von Werken kreativer Urheber für das KI-Training unter dem Rechtsprinzip des „Fair Use“ zu ermöglichen. Dies unterstreicht die Bemühungen der US-Delegation, die Bedingungen für die technologische Weiterentwicklung international zu harmonisieren und rechtliche Hürden für die Industrie abzubauen.
