Number Verification: Aduna und US-Carrier ersetzen SMS-Codes
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 17:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aduna hat heute gemeinsam mit den US-Mobilfunkanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon einen Dienst gestartet, der die klassische SMS-Authentifizierung ablösen soll. Das Verfahren namens „Number Verification" nutzt die Mobilfunknetze direkt zur Identitätsprüfung – ohne lästige Code-Eingabe.
Echtzeit-Prüfung über das Mobilfunknetz
Das System bestätigt die Identität eines Nutzers über seine SIM-Karte und das Endgerät direkt im Netz des Anbieters. Es funktioniert betriebssystem- und netzunabhängig. Für Verbraucher entfällt das mühsame Abtippen von Einmalcodes. „Die Mobilnummer wird zum sicheren digitalen Reisepass der Moderne", sagt Aduna-CEO Anthony Bartolo.
Der Wechsel verspricht nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch höhere Konversionsraten für Unternehmen. Denn je einfacher der Login, desto weniger Nutzer brechen den Vorgang ab. Der Bedarf ist riesig: Laut der US-Verbraucherschutzbehörde FTC meldeten amerikanische Verbraucher 2025 Verluste von umgerechnet rund 14,5 Milliarden Euro durch Betrug. SMS-Codes gelten als anfällig für SIM-Swapping und Phishing-Angriffe.
Weltweite Abkehr von SMS-Verfahren
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Der US-Start ist Teil eines globalen Trends. Noch heute hat Infobip angekündigt, die Mobilfunk-Identitätsprüfung für den vietnamesischen Anbieter MobiFone zu aktivieren. Der Netzbetreiber mit über 30 Millionen Kunden setzt künftig auf automatische Verifikation ohne manuelle Codes. In Vietnam nutzen rund 51 Millionen Menschen Smartphones – das sind 80 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren.
Bereits gestern brachte Oculeus seine „Two Factor Network"-Lösung für Telekommunikationsanbieter auf den Markt. Das System soll Anrufer-ID-Spoofing mit digitalen Signaturen verhindern. Der GLF Fraud Report 2025 zeigt: 59 Prozent der weltweiten Carrier sehen den Schutz vor gefälschten Rufnummern als Priorität. Europol-Daten zufolge sind in ungeschützten Netzsegmenten bis zu 90 Prozent des eingehenden internationalen Verkehrs manipuliert.
Tech-Riesen ziehen bei Sicherheit nach
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Auch die großen Plattformen verschärfen ihre Sicherheitsanforderungen. Microsoft stellt die Nutzung von Telefonnummern und alternativen E-Mail-Adressen für Passwort-Zurücksetzungen in Entra ID ein. Für neue Mandanten gilt das ab Januar 2026, bestehende Kunden müssen bis zum 7. September 2026 auf Methoden wie die Microsoft Authenticator-App oder FIDO2-Hardware umstellen.
Parallel gewinnen Hardware-Lösungen an Boden. Yubico veröffentlichte gestern den YubiKey Passkey Enabler für Android – möglich gemacht durch ein Google-Update, das NFC-FIDO2-Sicherheitsschlüssel auf Geräten ab Android 9 unterstützt. Im Finanzsektor haben BBVA und Visa kürzlich eine europäische Premiere gefeiert: eine reale Zahlung, ausgelöst durch einen KI-Agenten, abgesichert mit biometrischen Visa Payment Passkeys. Die US-Sicherheitsbehörde CISA empfiehlt längst phishing-resistente Verfahren statt der alten, angreifbaren Methoden.
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