NRW-Gebühren, Abwasser

NRW-Gebühren 2026: Abwasser, Müll und Grundsteuer massiv teurer

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Bund der Steuerzahler NRW belegt massive Gebührensprünge bei Abwasser, Müll und Grundsteuer für 2026 mit enormen regionalen Unterschieden.

NRW-Kommunen: Abwasser, Müll und Grundsteuer steigen 2026 drastisch
Moderne Wohnstraße in einer deutschen Stadt mit Mülltonnen und Versorgungsleitungen als Symbol für steigende Kommunalkosten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Abwasser, Müll und Grundsteuer werden 2026 in Nordrhein-Westfalen deutlich teurer. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW zeigt in einer aktuellen Auswertung massive regionale Unterschiede auf. Während einige Kommunen durch cleveres Management Kosten senken, erleben andere wahre Preissprünge.

Abwassergebühren: Die Schere öffnet sich

Die Abwassergebühren steigen im Landesdurchschnitt um fünf Prozent – mehr als doppelt so stark wie die Inflation (2,1 Prozent). Ein Musterhaushalt zahlt im Schnitt rund 880 Euro pro Jahr. 272 von 396 Kommunen haben ihre Sätze angehoben.

Besonders alarmierend: 113 Städte und Gemeinden verlangen mittlerweile über 1.000 Euro. Vor sechs Jahren waren es nur 21. Die Spannweite ist enorm: In Reken zahlen Haushalte 330 Euro, in Monschau über 1.806 Euro. Spitzenreiter beim Anstieg sind Büren (plus 32,5 Prozent) und Bornheim (plus 28 Prozent).

Grund für die Explosion? Experten verweisen auf die Abschreibungspraxis nach dem sogenannten Wiederbeschaffungszeitwert. In Erkrath führte das zu einem Plus von zwölf Prozent.

Müllgebühren: Münster ist Spitzenreiter

Auch bei der Abfallentsorgung wird es teurer. Die Gebühren steigen im Schnitt um vier Prozent auf 299 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt. Münster führt die Liste mit 730,80 Euro an – gefolgt von Hattingen und Selm.

Am günstigsten entsorgt man in Titz (162,60 Euro) oder Kaarst (170,40 Euro). Extreme Ausreißer: Heinsberg erhöhte um 38 Prozent, Kempen um 24 Prozent.

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Seit dem 1. Juli verteuert sich zudem das Trinkwasser. In Dortmund stieg der Verbrauchspreis um 3,8 Prozent, der Systempreis um vier Prozent. Für ein Einfamilienhaus bedeutet das monatlich 1,45 Euro mehr netto.

Grundsteuer: Hebesätze auf Rekordniveau

140 Kommunen in NRW haben ihre Grundsteuer-Hebesätze für 2026 angehoben. Dinslaken legte von 648 auf 998 Prozent zu, Rees auf 834 Prozent. Auch Kleve und Geldern zogen nach.

Als Haupttreiber gelten die CO2-Abgabe und hohe gesetzliche Standards. Hinzu kommen wöchentliche Leerungsrhythmen in Großstädten wie Münster oder Düsseldorf.

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Der Bund der Steuerzahler NRW kritisiert das Kommunalabgabengesetz scharf. Die Organisation fordert eine Reform nach Vorbild von Brandenburg oder Sachsen – sowie höhere Landeszuschüsse. Dass es auch anders geht, zeigt Everswinkel: Durch längere Leerungsintervalle sanken die Gebühren um sechs Prozent.

So sparen Haushalte bares Geld

Trotz der Kostenlawine gibt es Stellschrauben. Kleinere Abfalltonnen oder längere Leerungsintervalle senken die Müllgebühren direkt. Auch Behältergemeinschaften mit Nachbarn sind eine Option.

Beim Abwasser helfen Zisternen oder Gründächer: Sie reduzieren die versiegelte Fläche und damit die Niederschlagswassergebühr. Mieter sollten ihre Nebenkostenabrechnungen genau prüfen und Vermieter auffordern, die kommunalen Bescheide zu kontrollieren. Krefeld zeigt, wie es gehen kann: Leichte Steigerungen bei der Straßenreinigung wurden durch Senkungen bei der Abfallentsorgung teilweise ausgeglichen.

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