Notfallrucksack, Netto

Notfallrucksack von Netto: 10 Komponenten für 99 Euro im Komplettset

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Umfragen zeigen: Viele Deutsche halten den Bevölkerungsschutz für unzureichend, doch nur ein Viertel setzt eigene Vorsorge tatsächlich um.

Malteser warnen vor Krisenrisiken und empfehlen persönliche Notfallvorsorge
Ein abgedunkelter Raum, der in der Dämmerung nur von einer einzelnen, hell leuchtenden Laterne auf einem Holztisch erhellt wird. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts veränderter Sicherheitslagen rückt die individuelle Vorbereitung auf Krisen vermehrt in den Fokus. Malteser-Präsident Martin Schelleis warnt vor einer verschärften Bedrohungslage durch Drohnen, gezielte Anschläge sowie mögliche Blackouts und hebt hervor, dass die Bevölkerung mit gepackten Notfallrucksäcken und essenzieller Ausrüstung für den Ernstfall vorsorgen sollte.

Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und Vorbereitung

Erhebungen der Malteser verdeutlichen eine erhebliche Kluft zwischen der theoretischen Einsicht der Bürger und tatsächlichen Schutzmaßnahmen. Laut Umfragedaten der Hilfsorganisation halten zwei Drittel der Menschen in Deutschland den staatlichen Bevölkerungsschutz für nicht ausreichend krisenfest. Je nach Erhebung trauen lediglich 20 bis 40 Prozent dem Staat die Bewältigung der anfallenden Aufgaben im Krisenfall zu.

Gleichzeitig wissen 75 Prozent der Bundesbürger, dass eine eigene Vorsorge notwendig ist. Allerdings setzt laut den Malteser-Daten nur etwa ein Viertel der Befragten diese Erkenntnis in konkrete Handlungen um. Ein weiteres Viertel beabsichtige, sich zu einem späteren Zeitpunkt darum zu kümmern, während rund die Hälfte der Bevölkerung keinerlei Vorbereitungen trifft.

Auf staatlicher Seite stellte der Bund im Mai Mittel in Höhe von 10 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029 für den Bevölkerungsschutz in Aussicht, wovon 3 Milliarden Euro für das Technische Hilfswerk vorgesehen sind.

Dass die Strukturen vor Ort dennoch vor finanziellen Hürden stehen, zeigen Angaben der Malteser: Demnach decken Spenden jährlich einen einstelligen Millionenbetrag an Kosten für Zivilschutzfahrzeuge ab, die von öffentlicher Hand nicht erstattet werden.

Notfallgepäck als Kern der individuellen Absicherung

Als pragmatischer Ansatz zur Eigenvorsorge gilt das Bereithalten von elementaren Gütern. Malteser-Präsident Schelleis hält privat Wasser und Konserven im Haushalt vor und verfügt über einen gepackten Rucksack mit 80 Litern Volumen. Dieser enthält Kleidung, Wasser, Mobiltelefon, Powerbank, ein Kurbelradio sowie Lebensmittel für zwei Tage.

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Die allgemeine Vorsorgephilosophie stützt sich auf einfache, zuverlässige und gezielt redundante Ausrüstung, die an das jeweilige Umfeld und individuelle Risiken angepasst wird.

Empfohlene Kernbereiche umfassen Schutz und Wärme, Wasseraufbereitung, Energie und Licht, Nahrungsmittel, Reparaturmaterial, Erste Hilfe, Signalisierung sowie analoge Navigationsreserven. Regelmäßige Praxistests und deren Dokumentation sollen dabei Schwachstellen in der Zusammenstellung aufdecken.

Vorkonfektionierte Sets im Handel

Neben individuell zusammengestellten Rucksäcken drängen auch vorgefertigte Lösungen in den Markt. So bietet der Discounter Netto ein Notfallrucksack-Komplettset für 99 Euro an.

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Der darin enthaltene 26-Liter-Rucksack umfasst zehn Komponenten, darunter eine Erste-Hilfe-Tasche, ein Solar-Kurbelradio, eine Solar-Powerbank, einen Esbit-Kocher, eine Trinkflasche mit Aktivkohlefilter, ein Besteckset, Paracord-Seil, einen Regenponcho, eine Trillerpfeife sowie ein Multi-Tool mit elf Funktionen.

Die technischen Spezifikationen solcher Einsteigerpakete zeigen den Spagat zwischen Funktionalität und Kompaktheit: Das beiliegende Radio verfügt über einen Akku mit 2.000 Milliamperestunden und soll bis zu 15 Stunden Empfang ermöglichen, während die Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden Kapazität bis zu drei Geräte parallel aufladen kann.

Dem Kocher liegen sechs Brennstofftabletten mit einer Brenndauer von jeweils rund zwölf Minuten bei. Das Fachportal GIGA merkt bei derartigen Angeboten jedoch an, dass herstellerseitige Angaben zur konkreten Filterleistung der mitgelieferten Wasseraufbereitung häufig begrenzt bleiben, weshalb eine gezielte Prüfung der einzelnen Komponenten ratsam bleibt.

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