Notebook-Markt, Preise

Notebook-Markt: Preise +11,4%, Stückzahlen fallen – KI treibt Umsatz

29.05.2026 - 20:30:37 | boerse-global.de

Trotz rückläufiger Stückzahlen steigen die Notebook-Umsätze in Europa um zwölf Prozent. HP verzeichnet starke Zuwächse durch KI-Hardware.

Notebook-Markt: Preise +11,4%, Stückzahlen fallen – KI treibt Umsatz - Foto: über boerse-global.de
Notebook-Markt: Preise +11,4%, Stückzahlen fallen – KI treibt Umsatz - Foto: über boerse-global.de

In den ersten sechs Wochen des zweiten Quartals 2026 legten die Erlöse mit Notebooks um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Und das, obgleich die Zahl der verkauften Geräte um drei Prozent zurückging.

Grund für diese scheinbare Paradoxie: Der durchschnittliche Verkaufspreis für Notebooks schoss um 11,4 Prozent in die Höhe. Verantwortlich sind der Trend zu hochwertigerer Hardware und die rasche Verbreitung von KI-fähigen Computern.

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Höhere Preise, weniger Geräte

Auch der Desktop-Markt zeigt ein ähnliches Bild. Die Umsätze stiegen hier um moderate zwei Prozent, während die Stückzahlen um sieben Prozent einbrachen. Der Durchschnittspreis für Desktop-Computer kletterte um 10,5 Prozent. Diese Entwicklung setzt ein starkes erstes Quartal 2026 fort, in dem die Notebook-Erlöse um 15 und die Desktop-Umsätze sogar um 20 Prozent zugelegt hatten.

Besonders Apples MacBook Neo sticht hervor: Bis April machte das Gerät 33 Prozent aller Apple-Notebook-Verkäufe in Europa aus. Die Bedeutung des Distributionshandels für Business-PCs variiert dabei stark: Über zwölf Monate hinweg lag sein Anteil in Italien bei 71 Prozent, in Deutschland bei 39 Prozent, in Großbritannien bei 38 und in Frankreich bei 36 Prozent.

HP profitiert vom KI-Boom

HP Inc. vermeldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende 30. April) einen deutlichen Schub durch KI-Hardware. Der Gesamtumsatz stieg um neun Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Markterwartungen.

Die Sparte Personal Systems – also PCs und Notebooks – war mit einem Umsatzplus von 13 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar der Haupttreiber. Das kommerzielle Geschäft legte um 14 Prozent zu, das Consumer-Segment um zehn Prozent. Allerdings sanken auch bei HP die ausgelieferten Stückzahlen um sieben Prozent.

KI-fähige Computer machten im zweiten Quartal bereits 44 Prozent der HP-Auslieferungen aus – nach über 35 Prozent im Vorquartal. Das Management rechnet damit, dass KI-PCs im nächsten Geschäftsjahr 60 bis 70 Prozent der Auslieferungen stellen könnten, bis zum Geschäftsjahr 2028 sogar über 70 Prozent. Befeuert wird dieser Trend durch die anstehende Erneuerungswelle im Zuge von Windows 11.

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Lieferketten belasten die Margen

Doch der Höhenflug hat seine Schattenseiten. HP-Interims-CEO Bruce Broussard warnte vor steigenden Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher, die bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 anhalten dürften. Die Verknappung von Speicherchips werde die Gewinnmargen in den kommenden Monaten unter Druck setzen, so die Finanzverantwortlichen. Das vierte Quartal des Geschäftsjahres gilt dabei als Tiefpunkt.

HP senkte daher die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 2,90 bis 3,10 Dollar.

Der Trend zu teureren Geräten zeigt sich auch auf dem Smartphone-Markt. In Europa stiegen die Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um zwei Prozent auf 33 Millionen Einheiten, während der Durchschnittspreis mit 580 Euro einen Rekordwert erreichte. Günstige Modelle unter 200 Euro machten nur noch 25 Prozent der Auslieferungen aus – ein historischer Tiefstand.

Nischenmärkte im Aufwind

Die Digitalisierung treibt auch spezialisierte Hardware-Segmente an. Der Markt für intelligente Notebooks soll 2026 weltweit ein Volumen von fünf Milliarden Dollar erreichen, angetrieben durch wiederverwendbare Modelle und den Bildungssektor. Nordamerika hält mit 35 Prozent den größten Marktanteil, während der asiatisch-pazifische Raum als am schnellsten wachsende Region gilt.

Weniger rosig sieht es in anderen Bereichen aus: Die Novem Group, ein Zulieferer für Auto-Innenausstattung, meldete für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent. Ein Zeichen dafür, dass nicht alle Hardware-Anbieter vom aktuellen Boom profitieren.

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