Nordkorea-Hacker, ClickFake

Nordkorea-Hacker: ClickFake zielt auf 80 Krypto-Wallets ab

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Hackergruppe Famous Chollima attackiert Web3-Experten mit Malware, die Daten aus über 80 Browser-Erweiterungen stiehlt.

Nordkoreanische Hacker zielen mit ClickFake-Kampagne auf Krypto-Fachkräfte
Ein Laptop-Bildschirm mit komplexen Datenvisualisierungen und Cybersicherheits-Symbolen in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine koordinierte Cyberangriffswelle identifiziert, die gezielt Fachkräfte aus den Bereichen Web3 und Kryptowährungen ins Visier nimmt. Hinter der sogenannten „ClickFake“-Kampagne steht die nordkoreanische Hackergruppe Famous Chollima. Die Angreifer nutzen dabei soziale Netzwerke und professionelle Kommunikationsplattformen, um Schadsoftware zu verbreiten, die sensible Daten aus digitalen Geldbörsen und Browser-Erweiterungen entwendet.

ClickFake und PylangGhost: Gezielte Angriffe auf Krypto-Wallets

Die Kampagne wird laut Analysen des Sicherheitsunternehmens SOCRadar über LinkedIn, Telegram, Discord sowie per E-Mail durchgeführt. Dabei setzen die Angreifer auf eine als „ClickFix-Lure“ bezeichnete Methode: Den potenziellen Opfern wird ein technischer Fehler simuliert, der sie dazu verleiten soll, vermeintliche Fehlerbehebungen zu installieren. Tatsächlich verbirgt sich dahinter die Malware PylangGhost beziehungsweise GolangGhost.

Die Schadsoftware ist darauf programmiert, Daten aus über 80 Browser-Erweiterungen zu extrahieren. Zu den primären Zielen gehören weit verbreitete Krypto-Wallets wie MetaMask, Phantom und TronLink, aber auch Passwort-Manager wie NordPass. Zur Bereitstellung der Infrastruktur registrierte Famous Chollima diverse Domains über die Dienstleister Hostinger und NameCheap.

Ausweitung der Phishing-Aktivitäten im Finanzsektor

Die Aktivitäten von Famous Chollima betten sich in ein global verschärftes Bedrohungsszenario ein. Der aktuelle Cyberthreats Report von Acronis für das erste Halbjahr 2025 belegt eine drastische Zunahme krimineller Operationen. Demnach stieg die Zahl der Ransomware-Opfer im Vergleich zu den Vorjahren um etwa 70 Prozent. Phishing-Versuche machten rund 25 Prozent aller Angriffe aus, wobei mehr als die Hälfte dieser Attacken gezielt auf Managed Service Provider (MSPs) ausgerichtet war. Besonders betroffen war laut dem Bericht die Fertigungsindustrie, auf die im ersten Quartal 2025 rund 15 Prozent der Fälle entfielen.

Parallel zur nordkoreanischen Kampagne gerieten zuletzt auch namhafte US-Finanzunternehmen ins Visier der kriminellen Gruppe „Redact“. Zu den betroffenen Institutionen gehören Schwergewichte wie Blackstone, Bridgewater, Apollo, KKR und Moody’s. Die Angreifer setzten maßgeschneiderte Phishing-Seiten ein, um Mitarbeiter-Zugangsdaten zu erbeuten, was in einigen Fällen zur Zahlung von Lösegeldern führte.

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Grenzüberschreitende Betrugsnetzwerke und neue Zentren

Neben staatlich gelenkten Gruppen wie Famous Chollima agieren zunehmend hochgradig organisierte kriminelle Netzwerke. In Südkorea wurden kürzlich Haftbefehle gegen Mitglieder eines Phishing-Rings erlassen, der von Kasachstan aus operierte. Die Gruppe gab sich als offizielle Behörde aus und erbeutete zwischen April und Juni 2026 von 16 Opfern insgesamt 600 Millionen Won.

Beobachter stellen zudem eine geografische Verlagerung fest. Während südostasiatische Länder wie Myanmar, Kambodscha und Laos lange Zeit als Zentren für Online-Betrug galten, verlagern Netzwerke ihre Aktivitäten zunehmend nach Sri Lanka. Als Gründe hierfür gelten vereinfachte Visabestimmungen, eine geringe Regulierung von SIM-Karten und kostengünstige Büroflächen. US-Schätzungen zufolge verloren amerikanische Staatsbürger allein im Jahr 2024 rund 10 Milliarden US-Dollar an Betrugszentren in Südostasien.

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Auch in anderen Regionen verzeichnen Behörden signifikante Schäden durch digitale Betrugsmaschen. In Malaysia verlor eine Angestellte RM970.000, nachdem Betrüger ein WhatsApp-Konto ihres Managers übernommen und Transaktionsanweisungen gefälscht hatten. In Kenia wird das Ausmaß der Verluste durch Online-Scams für das Jahr 2025 auf 11,4 bis 14,7 Billionen Shilling geschätzt.

Experten und Behörden weltweit, darunter das indische I4C und die Polizei in Singapur, warnen angesichts dieser Entwicklungen eindringlich vor der Interaktion mit unaufgeforderten Nachrichten oder dem Download von Dateianhängen aus unbekannten Quellen. Die zunehmende Professionalisierung der Angreifer, die sich oft als Behörden oder Vorgesetzte ausgeben, erfordere eine erhöhte Wachsamkeit bei digitalen Transaktionen und der Nutzung von Kommunikationsdiensten.

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