Nobelpreis 2026, Friedensnobelpreis

Nobelpreis 2026: Neue Runde nach Trump-Medaille und umstrittener Friedenspreis

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 10:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Am 5. Oktober beginnt die Nobelpreiswoche. Nach dem Streit um Donald Trump und die Medaille von Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado richtet sich der Blick auf die Entscheidungen der Jurys – vom Medizinpreis bis zur Literaturauszeichnung.

  • Der Friedensnobelpreis für die venezolanische Oppositionsführerin Machado - eine Fehlentscheidung? (Archivbild) - Bild: Heiko Junge/NTB Scanpix/dpa
    Der Friedensnobelpreis für die venezolanische Oppositionsführerin Machado - eine Fehlentscheidung? (Archivbild) - Bild: Heiko Junge/NTB Scanpix/dpa
  • Die Nobelpreise gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen der Welt. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa
    Die Nobelpreise gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen der Welt. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa
  • Den Nobelpreis bekam US-Präsident Donald Trump zwar nicht - aber die Friedensnobelpreisträgerin Machado (rechts) vermachte ihm ihre Medaille. (Archivbild) - Bild: Daniel Torok/White House/dpa
    Den Nobelpreis bekam US-Präsident Donald Trump zwar nicht - aber die Friedensnobelpreisträgerin Machado (rechts) vermachte ihm ihre Medaille. (Archivbild) - Bild: Daniel Torok/White House/dpa
  • Literaturkritiker Denis Scheck hält mehrere Autorinnen in diesem Jahr für nobelpreiswürdig. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
    Literaturkritiker Denis Scheck hält mehrere Autorinnen in diesem Jahr für nobelpreiswürdig. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
  • 2025 ging der Literaturnobelpreis an den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai. (Archivbild) - Bild: Gyula Czimbal/MTI/EPA/dpa
    2025 ging der Literaturnobelpreis an den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai. (Archivbild) - Bild: Gyula Czimbal/MTI/EPA/dpa
  • Die Kanadierin Margaret Atwood gilt schon seit Jahren als aussichtsreiche Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa
    Die Kanadierin Margaret Atwood gilt schon seit Jahren als aussichtsreiche Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa
Der Friedensnobelpreis für die venezolanische Oppositionsführerin Machado - eine Fehlentscheidung? (Archivbild) - Bild: Heiko Junge/NTB Scanpix/dpa Die Nobelpreise gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen der Welt. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa Den Nobelpreis bekam US-Präsident Donald Trump zwar nicht - aber die Friedensnobelpreisträgerin Machado (rechts) vermachte ihm ihre Medaille. (Archivbild) - Bild: Daniel Torok/White House/dpa Literaturkritiker Denis Scheck hält mehrere Autorinnen in diesem Jahr für nobelpreiswürdig. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa 2025 ging der Literaturnobelpreis an den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai. (Archivbild) - Bild: Gyula Czimbal/MTI/EPA/dpa Die Kanadierin Margaret Atwood gilt schon seit Jahren als aussichtsreiche Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. (Archivbild) - Bild: Richard Drew/AP/dpa

Am 5. Oktober beginnt die diesjährige Nobelpreisrunde, nachdem die Vergabe des Friedensnobelpreises an María Corina Machado und ihre symbolische Übergabe der Medaille an Donald Trump die Debatte über die Auswahl der Jurys neu angefacht haben.

Trump bekam den Preis nicht

Machado hatte im Januar ihre Medaille symbolisch dem US-Präsidenten geschenkt. Trump hatte zuvor erklärt, er hätte den Friedensnobelpreis verdient. Das norwegische Nobelinstitut stellte anschließend klar, dass ein Preisträger die Auszeichnung nicht weitergeben kann.

Der Leiter des Osloer Friedensforschungsinstituts Prio, Haakon Gjerløw, erwartet, dass das Komitee mögliche negative Wirkungen einer Entscheidung stärker berücksichtigen könnte. Er hält in diesem Jahr einen weniger kontroversen Preisträger aus dem humanitären Bereich für möglich.

Humanitäre Kandidaten im Blick

Als Beispiel gelten die Emergency Response Rooms im Sudan. Die lokalen Netzwerke organisieren seit Beginn des Krieges Lebensmittel, medizinische Versorgung und Notunterkünfte.

Vorhersagen bleiben besonders beim Literaturnobelpreis schwierig. Literaturkritiker Denis Scheck nennt die Aussichten angesichts der großen Zahl möglicher Kandidaten „reine Kaffeesatzleserei“.

Atwood, Hustvedt und Can Xue genannt

Scheck hält unter anderem Margaret Atwood, Siri Hustvedt und Can Xue für preiswürdig. Sollte die Auszeichnung an einen Mann gehen, plädiert er für Salman Rushdie. Can Xue war bereits im Vorjahr als mögliche Preisträgerin gehandelt worden.

Die Nobelgeschichte wird weiterhin deutlich von Männern dominiert. Insgesamt erhielten bislang 67 Frauen einen Nobelpreis – bei insgesamt fast 1.000 Ausgezeichneten. In Physik und Chemie gab es seit Beginn der Preisvergabe weniger als zehn Preisträgerinnen; den Wirtschaftspreis erhielten bislang drei Frauen.

Erstmals verkündet eine Frau drei Kategorien

In den Naturwissenschaften und der Wirtschaftswissenschaft werden die Preisträger in diesem Jahr erstmals von Ellen Moons verkündet. Die gebürtige Belgierin steht seit Januar an der Spitze der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften und ist die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie im Jahr 1739.

Der Medizinpreis wird am 5. Oktober bekanntgegeben, der Physikpreis am 6. Oktober, der Chemiepreis am 7. Oktober, der Literaturnobelpreis am 8. Oktober, der Friedensnobelpreis am 9. Oktober und der Wirtschaftspreis am 12. Oktober.

Ein Preis mit globaler Signalwirkung

Die Nobelpreise gehören zu den international sichtbarsten Auszeichnungen. Ihre Entscheidungen würdigen nicht nur einzelne Leistungen, sondern setzen auch politische, wissenschaftliche und kulturelle Signale. Besonders der Friedensnobelpreis wird regelmäßig als Bewertung aktueller Konflikte und demokratischer Entwicklungen verstanden.

Die Debatte um Donald Trump und die Medaille von María Corina Machado zeigt, wie stark die öffentliche Wahrnehmung einer Auszeichnung von ihrer ursprünglichen Begründung abweichen kann. Der Preis für Machados Einsatz für Demokratie in Venezuela wurde durch die symbolische Geste gegenüber dem US-Präsidenten zusätzlich mit der amerikanischen Politik verbunden. Für das Nobelkomitee entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen der Würdigung einer Person und der späteren Verwendung ihrer öffentlichen Aufmerksamkeit.

Geschlechterverhältnis bleibt strukturelles Problem

Die geringe Zahl von Nobelpreisträgerinnen verweist zugleich auf langfristige Unterschiede in Wissenschaft, Literatur und gesellschaftlicher Macht. Preise für Entdeckungen, die Jahrzehnte zurückliegen, spiegeln häufig Karrieren und Nominierungsstrukturen vergangener Generationen wider. Eine Veränderung lässt sich deshalb nicht allein durch einzelne Entscheidungen erreichen.

Für das Publikum beginnt die Preiswoche am 5. Oktober mit der Bekanntgabe des Medizinpreises. Danach folgen Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften. Die Entscheidungen werden in Stockholm und Oslo mit großer internationaler Aufmerksamkeit verfolgt; offen bleibt bis zur jeweiligen Verkündung, ob politische Aktualität, humanitäre Arbeit oder langfristige wissenschaftliche Bedeutung den Ausschlag geben.

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