NIS2-Frist, Betriebe

NIS2-Frist überschritten: 11.000 Betriebe riskieren Bußgelder bis 10 Mio.

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Weiterbildungsprogramme für IT-Security und Cloud-Management reagieren auf verschärfte NIS2-Anforderungen und wachsende Cyberbedrohungen.

IT-Sicherheit: Neue Zertifikatskurse starten angesichts NIS2-Druck
Ein IT-Experte arbeitet in einem modern beleuchteten Serverraum an der Absicherung von Netzwerkinfrastrukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts der NIS2-Richtlinie und wachsender Bedrohungen starten Anfang August spezialisierte Weiterbildungsprogramme. Die Kurse qualifizieren Fachkräfte in Netzwerksicherheit, Cloud-Management und IT-Governance.

Druck auf Unternehmen wächst

Zwischen 11.000 und 12.000 Betriebe haben die Umsetzungsfristen der NIS2-Richtlinie bereits überschritten. Sie riskieren Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Rund 29.500 Unternehmen unterliegen in Deutschland diesen Regelungen. Die Registrierungsfrist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) lief bereits im März ab. Besonders brisant: Die Geschäftsführung haftet persönlich.

Zertifizierte Sicherheits-Expertise gefragt

Am 2. August starteten modulare Weiterbildungen mit Fokus auf IT-Security-Administrator und IT-Cybersecurity-Analyst. Die acht- bis zwölfwöchigen Vollzeitprogramme bereiten auf Zertifizierungen wie CompTIA Security+ und CySA+ vor. Neben Netzwerksicherheit und Risikomanagement spielt zunehmend Künstliche Intelligenz bei der Bedrohungserkennung eine Rolle.

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Kombinierte Lehrgänge verknüpfen den Cisco CCNA-Standard mit der Qualifikation zum TÜV-geprüften IT-Security-Beauftragten. Sie behandeln Routing- und Switching-Systeme sowie Sicherheitsmaßnahmen in LAN-Umgebungen.

Cloud-Administration im Fokus

Ein neues Programm für Requirements Manager konzentriert sich auf Microsoft Endpoint und Azure Administration. Microsoft hat kürzlich neue Werkzeuge gegen sogenannten Konfigurations-Drift angekündigt. Auch die Prüfungsschwerpunkte für die Azure-Administrator-Zertifizierung (AZ-104) wurden angepasst: Entra ID, Governance und rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) wiegen nun schwerer.

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Im IT-Servicemanagement setzen die Programme auf modernisierte Frameworks wie ITIL 5 Foundation, PRINCE2 7 Foundation und Scrum Master. Diese methodischen Kompetenzen gelten zunehmend als integraler Bestandteil der IT-Sicherheit, um Compliance-Prozesse effizient zu steuern.

Bedrohungslage in der Verwaltung alarmierend

Die Dringlichkeit zeigt ein Blick nach Thüringen: Im vergangenen Jahr wurden dort über 35 Millionen E-Mails erfasst, rund 24 Millionen mussten abgewiesen werden. Allein 63.000 Nachrichten enthielten Schadsoftware. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Landesverwaltung bereits 14,9 Millionen E-Mails – über sieben Millionen als potenzielle Bedrohung eingestuft.

Staatssekretärin Milen Starke kündigte an, den IT-Grundschutz verstärkt auf kommunaler Ebene auszurollen. Die neuen Weiterbildungsmaßnahmen, teils durch Bildungsgutscheine förderbar, sollen die personellen Lücken in Sicherheitsarchitekturen von Behörden und Privatwirtschaft schließen.

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