Nintendo-Datenleck, Erpresser

Nintendo-Datenleck: Erpresser fordern zwei Millionen Euro

17.06.2026 - 22:12:51 | boerse-global.de

Nintendo lehnt Lösegeldzahlung an Erpresser ab. Gestohlene Daten von externem Dienstleister stammen aus Mitarbeiterumfragen.

Nintendo verweigert Lösegeld: Hacker erbeuten Mitarbeiterdaten
Nintendo-Datenleck - A shadowy figure in a hoodie types on a laptop, with a pixelated Nintendo Switch logo in the background, symbolizing a cyberattack. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nintendo of America hat eine Lösegeldzahlung an eine Cyberkriminellen-Gruppe abgelehnt. Die Erpresser forderten zwei Millionen Euro für gestohlene interne Daten.

Der Angriff traf nicht die Systeme des japanischen Gaming-Riesen selbst, sondern einen externen Dienstleister. Die Gruppe ShadowByt3$ erbeutete rund 859 Megabyte an internen Informationen von TinyPulse, einer Plattform, die Nintendo für Mitarbeiterbefragungen nutzt. Die Hacker setzten Nintendo zunächst eine Zahlungsfrist bis zum 15. Juni 2026. Nachdem das Unternehmen nicht reagierte, richteten sie ihre Forderungen an TinyPulse mit einer zweiten Deadline am 16. Juni.

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Keine Kundendaten betroffen

Nintendo betonte, dass die eigenen Primärsysteme nicht kompromittiert wurden. „Der Vorfall beschränkt sich auf Daten, die bei einem Drittanbieter gespeichert waren", erklärte das Unternehmen. Weder Kunden- noch Finanzinformationen seien betroffen. Bei den gestohlenen Daten handle es sich überwiegend um interne Umfrageergebnisse einer kleinen Anzahl von Mitarbeitern – ein Großteil davon mehrere Jahre alt.

Die Hacker behaupten, die Dateien umfassten einen Zeitraum von zehn Jahren (2016 bis 2026). Darunter sollen Namen, E-Mail-Adressen und interne Befragungsergebnisse sein. Die Angreifer sprechen zudem von sensibleren Dokumenten wie privaten Nachrichten, Kontoauszügen und Steuerformularen. Nintendo konnte diese Angaben bislang nicht bestätigen.

Pannen bei der Erpressung

Während des Erpressungsversuchs veröffentlichten die Täter offenbar versehentlich kurzzeitig einen öffentlichen Download-Link für die gestohlenen Daten. Nintendo arbeitet nun mit TinyPulse zusammen, um das Ausmaß der Offenlegung zu klären.

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Überraschende Einblicke in die KI-Nutzung

Der Datenleck gewährt auch seltene Einblicke in die internen Abläufe bei Nintendo of America. Aus den geleakten Dokumenten geht hervor, dass das Unternehmen seit Dezember 2025 Microsoft Copilot einsetzt.

Diese Enthüllung überrascht die Branche: Nintendo hatte sich in der Vergangenheit öffentlich zurückhaltend zu generativer Künstlicher Intelligenz geäußert. Zwar äußerten Mitarbeiter interne Bedenken zum Einsatz solcher Werkzeuge, doch die geleakten Dateien zeigen: Der Konzern nutzt KI-Assistenten bereits seit mehreren Monaten – wenn auch bislang nicht in der Spieleentwicklung selbst.

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