Nigeria: Zentralbank zwingt Fintechs zur Datenlokalisierung ab Januar
17.06.2026 - 08:31:52 | boerse-global.de
Die neue Verordnung tritt schrittweise in Kraft.
Stichtag 1. Januar 2027
Banken, Fintechs und Zahlungsdienstleister in Nigeria müssen bis zum Jahreswechsel 2026/27 ihre gesamte Zahlungsverkehrs-Infrastruktur ins Land holen. Die Zentralbank (CBN) erließ dazu am 15. Juni eine umfassende Richtlinie, die das Auslagern von Transaktionsdaten ins Ausland beendet. Künftig sollen alle sensiblen Finanzdaten der nigerianischen Gerichtsbarkeit unterliegen.
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Die von Direktorin Rakiya O. Yusuf unterzeichnete Verordnung setzt zudem neue Wettbewerbsregeln fest. Betroffene Institute müssen diese bis zum 31. Dezember 2026 umsetzen. Bei Verstößen drohen Sanktionen – von Geldstrafen bis hin zu operativen Einschränkungen.
Neue Obergrenzen für Marktbeherrschung
Besonders brisant: Die Zentralbank begrenzt die Marktmacht einzelner Akteure. Wer im Kartengeschäft mehr als 25 Prozent Marktanteil hält, darf künftig maximal 15 Prozent im Händler-Acquiring-Geschäft besitzen. Diese Regel gilt umgekehrt genauso.
Zusätzlich müssen alle Institute die wirtschaftlich Berechtigten ihrer Hauptanteilseigner offenlegen. Mit dieser Transparenzoffensive will die CBN systemische Risiken besser überwachen und Geldwäsche erschweren.
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Digitaler Zahlungsverkehr explodiert
Die Verschärfung kommt nicht von ungefähr. Nigerias digitaler Zahlungsmarkt wächst rasant. Nach Daten des nationalen Abwicklungssystems NIBSS stieg die Zahl der Sofortüberweisungen von rund fünf Milliarden (2022) auf fast elf Milliarden (2024). Insgesamt wurden zuletzt über 38 Milliarden elektronische Transaktionen gezählt.
Die Behörde reagiert damit auf die wachsende Komplexität und die damit verbundenen Risiken. Die Datenlokalisierung dient laut CBN der Cybersicherheit und der digitalen Souveränität – und stellt sicher, dass Aufsichtsbehörden jederzeit auf die Transaktionsdaten zugreifen können. Branchenkenner sehen die Maßnahme im Einklang mit dem nigerianischen Datenschutzgesetz.
