Nierenkrebs, CAR-T-Therapie

Nierenkrebs: Neue CAR-T-Therapie zeigt 31% Ansprechrate bei CD70

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Allogene CAR-T-Zellen zeigen bei Nierenzellkarzinom mit hoher CD70-Expression eine Ansprechrate von 31 Prozent.

Neue CAR-T-Zelltherapie: Hoffnung bei fortgeschrittenem Nierenkrebs
Abstrakte Darstellung von CAR-T-Zellen, die mit Krebszellen interagieren, symbolisiert durch leuchtende molekulare Strukturen in einem futuristischen Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Anders als herkömmliche Verfahren nutzt der Ansatz sogenannte allogene CAR-T-Zellen – also Spenderzellen statt patienteneigener Immunzellen. Erste klinische Daten zeigen vielversprechende Ergebnisse, aber auch klare Grenzen der Technologie.

CD70 als Schlüssel-Biomarker

Im Zentrum der Forschung steht der Wirkstoff ALLO-316. Die TRAVERSE-Studie der Phase Ia/b untersuchte diesen Ansatz zwischen 2021 und 2025 an 51 Patienten. Das Ziel: das Oberflächenprotein CD70, das bei hellzelligen Nierenzellkarzinomen häufig vorkommt.

Die im Juli 2026 im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Daten zeigen ein differenziertes Bild. Über alle Teilnehmer der Phase Ib hinweg lag die objektive Ansprechrate bei 25 Prozent. Bei Patienten mit hoher CD70-Expression stieg der Wert deutlich: 31 Prozent sprachen auf die Therapie an.

Besonders beeindruckend: Alle Responder dieser Gruppe waren zum Analysezeitpunkt progressionsfrei. Die Ansprechzeiten reichten von 8 bis über 18 Monate.

Überlebensdaten bestätigen den Trend

Die Bedeutung einer präzisen Patientenauswahl zeigt sich auch in den Überlebenszahlen. In der allgemeinen Phase-Ib-Gruppe lag das mediane Gesamtüberleben bei 15,2 Monaten. Bei Patienten mit hoher CD70-Expression war dieser Wert Mitte Juli 2026 noch nicht erreicht.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte ALLO-316 bereits im Oktober 2024 den Status einer „Regenerative Medicine Advanced Therapy“ verliehen. Das unterstreicht das regulatorische Potenzial des Verfahrens.

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Sicherheitsprofil: Handhabbar, aber nicht harmlos

Ein entscheidender Faktor für allogene Ansätze ist die Überlebensfähigkeit der injizierten Zellen im Körper. Die sogenannte Dagger-Technologie soll genau das ermöglichen – eine robuste Expansion der CAR-T-Zellen, selbst unter Lymphodepletion.

Die Nebenwirkungen waren in der Phase Ib handhabbar. Zwar traten bei 82 Prozent der Patienten Neutropenie und bei 41 Prozent Anämie auf. Todesfälle durch die Therapie gab es in diesem Studienabschnitt jedoch nicht. Anders sah es in der vorangegangenen Phase Ia aus: Dort kam es vereinzelt zu schweren Komplikationen wie kardiogenem Schock oder Sepsis.

Teil eines größeren Trends

Die Fortschritte beim Nierenzellkarzinom sind kein Einzelfall. Parallel dazu untersuchen Forscher andere immunologische Ansätze – etwa die Kombination von Visugromab mit Nivolumab bei soliden Tumoren. Auch in der Transplantationsmedizin gewinnen Biomarker an Bedeutung. Studien der MedUni Wien zeigten 2026, dass blutbasierte Marker (dd-cfDNA) helfen, Abstoßungsreaktionen präziser zu steuern.

Der Trend ist klar: Behandlungsentscheidungen in der Onkologie und Urologie basieren zunehmend auf molekularen Profilen. Die CAR-T-Zelltherapie bei Nierenkrebs könnte ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg sein.

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