Nierengesundheit, SGLT2-Hemmer

Nierengesundheit: SGLT2-Hemmer senken Alzheimer-Risiko um 43%

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 06:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Salzreduktion, Omega-3-Fettsäuren und pflanzliche Proteine sind zentrale Faktoren für die Nierengesundheit und Prävention.

Ernährung als Schlüssel: So schützen Sie Ihre Nieren vor chronischen Schäden
Ein Teller mit gegrilltem Lachs, frischen Kräutern und gedämpftem Gemüse, das eine nierenfreundliche Ernährung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien und Expertenempfehlungen zeigen: Weniger Salz, mehr Omega-3 und pflanzliche Proteine sind die zentralen Stellschrauben.

Weniger Salz, mehr Omega-3

Die Kontrolle der Natriumaufnahme bleibt die wichtigste Säule des Nierenschutzes. Dr. Shivam Joshi von der NYU betont: Die tägliche Salzaufnahme sollte unter fünf Gramm liegen. Ein hoher Salzkonsum treibt den Blutdruck in die Höhe – und der schädigt die feinen Gefäße der Nieren.

Ernährungsberaterin Melanie Betz empfiehlt eine ausgewogene Mischung aus pflanzlichen Proteinen wie Tofu und Bohnen sowie mageren tierischen Quellen. Besonders wertvoll: fettreiche Kaltwasserfische wie lachs, Makrele, Sardinen und Hering. Ihre Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Bei der Zubereitung setzen Experten auf Dämpfen, Kochen oder Grillen – und ersetzen Salz durch frische Kräuter.

Die Herz-Nieren-Achse: Ein systemisches Problem

Forschungsergebnisse aus der Fachzeitschrift Cardiovascular Research verdeutlichen die engen Zusammenhänge. Eine Studie untersuchte die Rolle von Oxalsäure: In hohen Konzentrationen löst sie Entzündungsprozesse über den Botenstoff IL-17A aus. Diese schädigen nicht nur die Nieren, sondern belasten auch das Herzgewebe. Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass eine Blockade dieses Botenstoffs die Organschäden mildern könnte.

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Die aktualisierten Leitlinien der American Heart Association (AHA) und des American College of Cardiology (ACC) greifen diesen ganzheitlichen Blick auf. Sie führen das Konzept des CKM-Syndroms (kardiovaskulär-kidney-metabolisch) ein. In der medikamentösen Therapie rücken SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten in den Vordergrund. Sie regulieren nicht nur den Blutzucker, sondern schützen auch Herz und Nieren. Begleitende Untersuchungen in JAMA Network Open zeigen zudem: SGLT2-Hemmer könnten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken.

Globaler Fahrplan: 101 Maßnahmen für die Prävention

Ein internationales Konsortium aus 64 Wissenschaftlern aus 31 Nationen veröffentlichte einen 10-Punkte-Fahrplan namens HEAL (Healthy Eating & Active Living). Die Experten fordern 101 evidenzbasierte Maßnahmen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten – diese sind weltweit für rund 75 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Das Konzept setzt auf eine vorwiegend pflanzliche Ernährung und regelmäßige Bewegung.

Eine Analyse im Fachmagazin Nature unter Beteiligung des IIASA Laxenburg untermauert den Trend: Eine globale Umstellung auf die Planetary Health Diet könnte bis 2050 die Treibhausgase aus der Viehzucht um 85 Prozent senken und Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern. Für die Nierengesundheit bedeutet das vor allem: mehr Hülsenfrüchte als Proteinquelle.

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Alte Mythen, neue Fakten

Traditionelle Annahmen halten der wissenschaftlichen Prüfung oft nicht stand. Dr. Nguyen Vu Binh von der Medizinischen Universität Hanoi stellt klar: Schweinenieren liefern zwar wertvolle Nährstoffe wie Vitamin B12, Selen und Eisen – aber es gibt keinen Beleg, dass ihr Verzehr Nierenerkrankungen heilen kann. Maßvoller Genuss im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sei jedoch unbedenklich.

Für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenversagen bleibt die Transplantation ein zentrales Thema. In Indien werden jährlich über 6.000 Nierentransplantationen durchgeführt, 90 Prozent basieren auf Lebendspenden aus dem familiären Umfeld. Neben der physischen Wiederherstellung ist die psychische und soziale Rehabilitation entscheidend. Die sexuelle Funktion verbessert sich nach einer erfolgreichen Transplantation oft – eine umfassende Beratung zu den Belastungen während der Dialysezeit bleibt jedoch essenziell.

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