Nierenerkrankungen: Finerenon verlangsamt Funktionsverlust um 23%
07.06.2026 - 02:11:20 | boerse-global.de
Neue Studienergebnisse, vorgestellt auf dem ERA-Kongress in Glasgow und veröffentlicht im New England Journal of Medicine sowie The Lancet, erweitern das therapeutische Spektrum deutlich. Im Fokus stehen Wirkstoffe, die weit über die bisherige Diabetes-Standardtherapie hinausgehen.
Finerenon: Auch ohne Diabetes wirksam
Der nicht-steroidale Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist (nsMRA) Finerenon zeigt in der Phase-III-Studie FIND-CKD mit über 1.500 Teilnehmern beeindruckende Ergebnisse. Das Medikament verlangsamt den Rückgang der Nierenfunktion auch bei Patienten ohne Typ-2-Diabetes signifikant.
Warum Ihr Arzt Ihre Blutwerte möglicherweise falsch deutet – und was Sie dagegen tun können. Ein Biologe und Vitalstoffexperte deckt auf, wie häufig Laborwerte fehlinterpretiert werden und wie Sie sich schützen. Kostenlosen 25-Seiten-Report jetzt anfordern
Die jährliche Abnahme der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) betrug unter Finerenon 3,3 Einheiten – in der Placebogruppe waren es 4,0. Zudem sank das Risiko für einen kombinierten Endpunkt aus Nierenversagen, eGFR-Rückgang und kardiovaskulären Ereignissen um 23 Prozent.
Eine gepoolte Analyse mit über 14.500 Patienten untermauert den Trend: Das Risiko für ein Fortschreiten der Nierenerkrankung fiel um 24 Prozent, die Gesamtmortalität um 12 Prozent. Als Nebenwirkung trat häufiger eine Hyperkaliämie auf – schwerwiegend war sie aber nur in weniger als einem Prozent der Fälle.
Neue Hoffnung bei IgA-Nephropathie
Auch andere Wirkstoffe versprechen Fortschritte. In der ALIGN-Studie von Novartis untersuchte Atrasentan (Vanrafia) Patienten mit IgA-Nephropathie (IgAN). Nach 132 Wochen zeigte sich eine Verlangsamung der Nierenfunktionsverschlechterung um 34 Prozent. Bereits nach 36 Wochen war die Eiweißausscheidung im Urin um 38,3 Prozent gesunken.
Parallel dazu präsentierte die Forschung Daten zu HTD1801. Der Wirkstoff steigerte die eGFR bei Typ-2-Diabetikern mit moderat eingeschränkter Nierenfunktion. Präklinische Studien deuten zudem auf eine Reduktion von Entzündungen und Fibrose im Nierengewebe hin.
Infektionsrisiko: Alarmierende Zahlen
Die Forschung beschäftigt sich auch mit Begleitrisiken. Eine Langzeitstudie aus British Columbia (1997 bis 2022) untersuchte das Infektionsrisiko bei ANCA-assoziierter Vaskulitis (AAV). Diese Autoimmunerkrankung schädigt häufig die Nieren. Das Ergebnis: ein fast dreifach erhöhtes Risiko für schwere Infektionen – besonders in den ersten 30 Tagen nach der Diagnose.
Ein weiteres systemisches Problem ist die Sepsis. In Deutschland führt sie jährlich zu rund 140.000 Todesfällen. Die Sepsis-Stiftung kritisiert die mangelnde Wahrnehmung der Krankheit in der Gesundheitskommunikation – obwohl die WHO bereits 2017 Empfehlungen aussprach. Die wirtschaftlichen Kosten? Über 30 Milliarden Euro.
Was verraten Ihre Blutwerte wirklich? Die meisten Deutschen kennen die Antwort nicht. Dieser kostenlose Report erklärt, welche Werte für Ihre Gesundheit wirklich wichtig sind – und welche oft überbewertet werden. Gratis-PDF: Laborwerte richtig verstehen
Gesetzesänderung: Neue Wege bei Transplantationen
Der Deutsche Bundestag verabschiedete im Juni 2026 eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Künftig sind die Überkreuz-Lebendnierenspende sowie anonyme Nierenspenden erlaubt. Das Ziel: mehr Transplantationen. 2025 standen knapp 10.400 Personen auf der Eurotransplant-Warteliste für eine Niere.
Auch für Katzen: Fortschritt in der Tiermedizin
In Japan wurde eine neue Injektionstherapie zur behördlichen Prüfung eingereicht. Sie basiert auf einem funktionsfähigen AIM-Protein und soll chronische Nierenerkrankungen bei Katzen behandeln – eine der häufigsten Todesursachen bei Hauskatzen. Klinische Studien deuteten auf eine Stabilisierung der Nierenfunktion und höhere Überlebensraten hin.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
