Nierenerkrankungen: Akupressur und Pflanzenheilkunde als Prävention
09.06.2026 - 07:11:33 | boerse-global.de
Immer mehr Ärzte und Patienten blicken über die reine Schulmedizin hinaus.
Die stille Epidemie
Sieben von zehn Patienten mit Nierenversagen leiden unter Diabetes oder Bluthochdruck. Das berichten Fachärzte des Hoan My Cuu Long Krankenhauses. Typ-2-Diabetes gilt demnach als häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen, Bluthochdruck ist für rund 30 Prozent der Fälle verantwortlich.
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Die Zahlen zeigen: Stoffwechselerkrankungen und Nierenleistung hängen eng zusammen. Zur Vorbeugung empfehlen Experten eine salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung – etwa 30 Minuten an sechs Tagen pro Woche. Entscheidend sind zudem Früherkennungsuntersuchungen: Blut- und Urintests alle sechs bis zwölf Monate können Symptome wie schäumenden Urin, nächtliches Wasserlassen oder Juckreiz frühzeitig erkennen.
Akupressur im Fokus
Im Bereich der ganzheitlichen Vorsorge gewinnt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) an Bedeutung. Ein im Juni veröffentlichter Leitfaden beschreibt die Stimulation des sogenannten V-Shu-Punktes entlang der Wirbelsäule. Ziel ist es, den Energiefluss (Qi) im Körper zu regulieren. Ein bis drei Minuten Druck auf den Punkt sollen Stress lindern und den allgemeinen Gesundheitszustand fördern.
In Südostasien, besonders in Vietnam, wird Akupressur verstärkt als Teil des „Heilungstourismus“ positioniert. Das Land setzt auf eine Kombination aus Akupressur, Massagen und Dehnübungen gegen chronische Beschwerden. Auch die Ohrakupunktur kommt zum Einsatz: Ohrsamen oder Dauernadeln regulieren Schmerzzustände und Stressreaktionen.
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Pflanzliche Helfer
Neben der manuellen Stimulation diskutieren Experten auch phytotherapeutische Ansätze. Klettenlabkraut (Galium aparine) wirkt harntreibend. Die enthaltenen Flavonoide und Kieselsäure fördern den Lymphfluss und die Entwässerung. Wichtig: Bei bestehenden Nierenerkrankungen ist vor der Anwendung ärztlicher Rat nötig.
Ein weiterer Ansatz betrifft den Säure-Basen-Haushalt. Wissenschaftler empfehlen eine pflanzenbetonte Ernährung – etwa 80 Prozent basische Lebensmittel wie Gemüse und Kartoffeln. Eine echte Übersäuerung (Azidose) tritt zwar meist nur bei schweren Vorerkrankungen auf, doch eine bewusste Ernährung kann regulatorisch wirken.
Fortschritte in der Forschung
Parallel zu den komplementären Methoden gibt es Fortschritte in der klinischen Behandlung. AstraZeneca veröffentlichte Ergebnisse einer Phase-3-Studie zum Wirkstoff Ultomiris (Ravulizumab). Bei Patienten mit IgA-Nephropathie – einer seltenen entzündlichen Erkrankung, die häufig zu Nierenversagen führt – konnte die Proteinurie um 46,6 Prozent reduziert werden.
Auch Früherkennungsprogramme zeigen Wirkung. In der vietnamesischen Provinz Thanh Hoa wurden Anfang Juni rund 1.000 Menschen auf Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen untersucht. Ziel: Risikofaktoren für chronische Nierenschäden frühzeitig erkennen und in Datenbanken erfassen.
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