Nierenerkrankung, Rohkost-Säfte

Nierenerkrankung: Rohkost-Säfte können kritisch werden – 9 Millionen betroffen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden entdecken verschreibungspflichtige Wirkstoffe in Süßwaren. Urologen warnen vor Risiken durch verunreinigte Produkte und falsche Ernährung.

NRW warnt vor Potenzmitteln in Schokolade und Kräuterpasten
Nahaufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Schokoriegeln unter einer Lupe im Labor zur Untersuchung von Inhaltsstoffen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheit von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln steht durch aktuelle Funde von nicht deklarierten pharmazeutischen Wirkstoffen erneut im Fokus der Aufsichtsbehörden. Im Juli 2026 veröffentlichte das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MLV NRW) eine Warnung vor mehreren Produkten, die als Schokolade oder Kräuterpasten vertrieben werden, jedoch verschreibungspflichtige Substanzen enthalten. Diese Vorfälle verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Überwachung globaler Lieferketten und die potenziellen Gesundheitsrisiken für Verbraucher.

Warnung vor nicht deklarierten Potenzmitteln in Süßwaren

Das MLV NRW identifizierte im Juli 2026 insgesamt sechs Produkte, in denen die Wirkstoffe Sildenafil und Tadalafil nachgewiesen wurden, ohne dass diese auf der Verpackung angegeben waren. Diese Stoffe werden üblicherweise zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt und unterliegen einer strengen ärztlichen Verschreibungspflicht, da sie erhebliche Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben können.

Zu den betroffenen Artikeln gehören unter anderem die Produkte Gold Q7 Chocolate (25g, MHD 01/02/2030, EAN 8692621810018) sowie Gold Q7 Chocella (12x15g, MHD 01/02/2030, EAN 8683229682059), beide mit Ursprung in der Türkei. Ebenfalls beanstandet wurde die Erkexin Herbal Mixed Paste (240g, MHD 10.11.2027, Charge ERX-012024). Des Weiteren warnen Behörden vor „Royal Honey“-Produkten wie dem Etumax Royal Honey for him aus Malaysia (12x20g, MHD 31.12.2030) und einer Kräuterpaste aus Syrien, in denen neben Sildenafil teilweise auch Paracetamol gefunden wurde. Da der Vertrieb bundesweit über unklare Wege erfolgte, raten Experten dringend von der Einnahme ab und empfehlen die Entsorgung über den Restmüll.

Ernährungseinflüsse auf die männliche Vitalität und Nierenfunktion

Neben den Risiken durch verunreinigte Produkte rücken auch allgemeine Ernährungsgewohnheiten in den Fokus medizinischer Analysen. Ein Urologe wies im Juli 2026 darauf hin, dass insbesondere Männer über 40 Jahre auf bestimmte abendliche Gewohnheiten verzichten sollten, um die Erektionsfähigkeit zu erhalten. Fettreiche Speisen wie Frittiertes oder Grillgerichte fördern laut medizinischer Einschätzung Arteriosklerose, während zuckerhaltige Getränke das Diabetesrisiko erhöhen und Alkohol den Testosteronspiegel senken kann. Als Alternativen werden ballaststoff- und proteinreiche Lebensmittel empfohlen.

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Ein besonderes Augenmerk gilt der Nierengesundheit. In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) rund 9 Millionen Menschen an einer chronischen Nierenerkrankung (CKD). Davon benötigen etwa 120.000 eine Nierenersatztherapie, wobei 100.000 Patienten auf die Dialyse angewiesen sind und 20.000 mit einer Spenderniere leben. Die DGfN forderte im Juli 2026 die Einrichtung eines bundesweiten Nierenregisters, um die Datenlage zu verbessern.

Gefahren durch spezifische Inhaltsstoffe bei Vorerkrankungen

Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können bereits vermeintlich gesunde Lebensmittel lebensbedrohlich werden. Berichte aus dem Juli 2026 schildern den Fall eines 60-jährigen Patienten mit Niereninsuffizienz im Stadium 4, der nach dem täglichen Konsum von Säften aus rohem Kohl, Spinat und Nüssen eine kritische Hyperkaliämie mit einem Kaliumwert von 7,2 mmol/L entwickelte und notfallmäßig dialysiert werden musste.

Mediziner warnen Nierenkranke daher vor drei Getränkegruppen:
1. Säfte aus rohem Gemüse oder Sternfrüchten aufgrund des hohen Kaliumgehalts und des Neurotoxins Caramboxin.
2. Getränke auf Basis von Nüssen, Sesam oder Vollkorn wegen des hohen Phosphorgehalts.
3. Stark zuckerhaltige Getränke, die anorganische Phosphate und Fruktose enthalten.

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Hygieneaspekte bei pflanzlichen Lebensmitteln

Ergänzend zu chemischen und physiologischen Risiken weisen Behörden wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf mikrobiologische Gefahren hin. Mitte Juli 2026 wurde die Empfehlung bekräftigt, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr für mindestens zwei Minuten auf über 90 Grad Kerntemperatur zu erhitzen. Dies sei notwendig, um Noro- oder Hepatitis-A-Viren abzutöten, die über verunreinigtes Bewässerungswasser oder infizierte Erntehelfer in die Produkte gelangen können. Schätzungen zufolge stammen etwa 30 Prozent der importierten Beeren aus entsprechenden Risikogebieten. Auch bei Frischgemüse bleibt Vorsicht geboten, wie ein Ausbruch von Cyclosporiasis in den USA im Sommer 2026 zeigt, der mit kontaminiertem Salat in Verbindung gebracht wurde.

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