Nierenerkrankung, Finerenon

Nierenerkrankung: Finerenon verlangsamt Nierenschaden bei Bluthochdruck

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue FIND-CKD-Daten stützen Finerenon bei hypertensiver Nephropathie, während Bayer in Japan eine Zulassung für weitere Patienten beantragt.

Bayer: Finerenon zeigt Potenzial bei hypertensiver Nephropathie
Ein gläsernes Medizinfläschchen auf einer weißen, reflektierenden Oberfläche in einem modernen Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Auswertungen klinischer Daten unterstreichen das Potenzial des Wirkstoffs Finerenon in der Behandlung der chronischen Nierenerkrankung. Im Fokus einer am 30. August 2026 auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München präsentierten Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie FIND-CKD steht insbesondere die Anwendung bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie. Die vorliegenden Ergebnisse erlauben eine detaillierte Einordnung der therapeutischen Möglichkeiten außerhalb der bisherigen Standardindikationen.

Studienergebnisse zur hypertensiven Nephropathie

Die auf dem Fachkongress vorgestellte Analyse zeigt, dass Kerendia (Finerenon) bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie den Rückgang der Nierenfunktion verlangsamt.

Den Daten zufolge konnte durch den Einsatz des nichtsteroidalen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) das kombinierte renale und kardiovaskuläre Risiko gesenkt werden. Dieser Effekt wurde zusätzlich zur bestehenden Standardtherapie im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe beobachtet.

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Finerenon unterscheidet sich als nichtsteroidaler MRA strukturell von herkömmlichen Wirkstoffen dieser Klasse. Die aktuelle Analyse der FIND-CKD-Studie erweitert die wissenschaftliche Datenbasis für Patienten, deren Nierenerkrankung primär auf Bluthochdruck zurückzuführen ist. Bisher konzentrierte sich der klinische Einsatz vorwiegend auf Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Einordnung in bestehende Forschungsdaten und Leitlinien

Die Wirksamkeit von Finerenon wurde bereits in früheren großangelegten Studien untersucht. In der FIDELIO-DKD-Studie konnte eine Reduktion des renalen Endpunkts um 18 % nachgewiesen werden. Ergänzend dazu zeigte die FIGARO-DKD-Studie eine Verringerung des kardiovaskulären Endpunkts um 13 %.

Eine umfassende Betrachtung ermöglicht zudem die FIDELITY-Metaanalyse, die eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse um 14 % sowie eine Verlangsamung der Progression der chronischen Nierenerkrankung (CKD) um 23 % belegt.

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Diese Evidenz spiegelt sich auch in internationalen Behandlungsempfehlungen wider. Die ESC/ERA-Leitlinie aus dem Jahr 2026 empfiehlt den Einsatz des nichtsteroidalen MRA Finerenon für Patienten mit Typ-2-Diabetes, sofern ein eGFR-Wert von mindestens 25 und ein uACR-Wert von mindestens 30 mg/g vorliegen. In der Europäischen Union besteht die EMA-Zulassung aktuell für die Behandlung der chronischen Nierenerkrankung mit Albuminurie bei Typ-2-Diabetes.

Regulatorische Entwicklung und wirtschaftliches Umfeld

Bayer strebt eine Ausweitung des Anwendungsbereichs für Kerendia an. Am 28. August 2026 reichte das Unternehmen in Japan einen Zulassungsantrag für die Behandlung der nicht diabetisch bedingten chronischen Nierenerkrankung ein. Dieser Schritt zielt darauf ab, Patientengruppen ohne Typ-2-Diabetes den Zugang zu dieser Therapieoption zu ermöglichen.

Die klinischen Fortschritte werden von einer dynamischen Umsatzentwicklung begleitet. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Kerendia einen Umsatzanstieg um 75 % auf 603 Mio. Euro.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Präparats für den Konzern wurde auch am Kapitalmarkt reflektiert: Nach der Ankündigung des japanischen Zulassungsantrags notierte die Bayer-Aktie am 28. August 2026 mit einem Plus von 0,22 % bei 48,67 EUR.

Die Kombination aus neuen Studiendaten zur hypertensiven Nephropathie und den laufenden Zulassungsverfahren markiert eine zentrale Phase in der Markterweiterung des Wirkstoffs.

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