Nierenerkrankung, Finerenon

Nierenerkrankung: Finerenon senkt Komplikationsrisiko um 23%

05.06.2026 - 17:31:08 | boerse-global.de

Neue Daten zeigen: Finerenon verlangsamt Nierenversagen auch bei Nicht-Diabetikern. Bayer-Aktie legt nach positiver Phase-III-Studie zu.

Finerenon-Studie: Nierenschutz auch ohne Diabetes belegt
Nierenerkrankung - Ein menschlicher Nierenbereich, der subtil blau leuchtet, umgeben von abstrakten Datenpunkten und pharmazeutischen Elementen. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Analyse der Phase-III-Studie FIND-CKD belegt: Der Wirkstoff Finerenon (Kerendia) verlangsamt das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen auch bei Patienten ohne Typ-2-Diabetes.

Die am 5. Juni 2026 veröffentlichten Daten basieren auf 1.584 Teilnehmern. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: Die jährliche Abnahme der Nierenfunktion (eGFR-Slope) betrug unter Finerenon -3,3 mL/min/1,73 m², in der Placebo-Gruppe dagegen -4,0 mL/min/1,73 m². Die Differenz von 0,7 ist statistisch hochsignifikant (p<0,001).

Risikoreduktion um 23 Prozent

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Auch bei den sekundären Endpunkten überzeugt der Wirkstoff. Das Risiko für kombinierte renal-kardiovaskuläre Ereignisse – also schwere Nieren- oder Herz-Kreislauf-Komplikationen – sank um 23 Prozent im Vergleich zu Placebo (Hazard Ratio 0,77; p=0,043).

Das Sicherheitsprofil ist solide. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 20,9 Prozent der Finerenon-Patienten auf (Placebo: 21,2 Prozent). Eine Hyperkaliämie – erhöhte Kaliumwerte im Blut – zeigte sich bei 17 Prozent unter Finerenon, gegenüber 13,3 Prozent in der Placebo-Gruppe.

844 Millionen Betroffene weltweit

Der Bedarf an neuen Therapien ist enorm. Laut einer aktuellen Publikation in The Lancet vom 4. Juni 2026 leiden rund 844 Millionen Erwachsene weltweit an chronischen Nierenerkrankungen (CKD). Die Krankheit ist die neunthäufigste Todesursache.

Das größte Problem: die späte Diagnose. In Hochlohnländern werden schätzungsweise 30 bis 50 Prozent der Fälle nicht erkannt. Besonders betroffen sind Frauen und nicht-weiße Personen. Fachleute fordern systematische Urintests, um die Diagnosequoten zu verbessern.

Bayer investiert in Berlin und Indien

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Parallel zur Wirkstoffforschung baut Bayer die Infrastruktur aus. Am 3. Juni 2026 erfolgte in Berlin-Mitte die Grundsteinlegung für die Riverside Labs. Auf 20.000 Quadratmetern entstehen Kapazitäten für Life-Science-Forschung und -Produktion. Fertigstellung: Anfang 2028. Rund 80 Prozent der Flächen sind bereits vorvermietet, unter anderem an das Berlin Center for Gene and Cell Therapies – eine Kooperation zwischen Bayer und der Charité.

International expandiert Bayer außerhalb der Pharmasparte. Ende Mai meldete das Unternehmen beim Bundeskartellamt ein Fusionskontrollverfahren an. Es geht um den Erwerb von Anteilen an der indischen The Good Rice Alliance Private Limited. In dem Joint Venture mit Partnern wie Shell Overseas Investment dreht sich alles um CO?-Emissions-Zertifikate.

Die Börse reagierte positiv: Die Bayer-Aktie schloss am 5. Juni mit einem Plus von 1,95 Prozent bei 36,26 Euro.

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