Nierenchirurgie: 3D-Simulation erhöht Präzision bei Tumorentfernung
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der modernen computergestützten Chirurgie gewinnen präzise Planungswerkzeuge und bildgebende Verfahren zunehmend an Bedeutung. Ein aktueller Schwerpunkt dieser Entwicklung liegt auf der roboterassistierten Urologie, wie Berichte von Mitte September 2026 verdeutlichen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Verknüpfung von chirurgischen Eingriffen mit patientenspezifischen Simulationen, um die operative Genauigkeit bei komplexen Eingriffen wie der Nierenteilresektion zu erhöhen.
Live-Demonstration auf internationalem Fachkongress
Im Rahmen des 23. internationalen ERUS-Kongresses (EAU Robotic Urology Section) demonstrierte die Universitätsklinik Padua (Azienda Ospedale-Università Padova, Clinica Urologica) eine robotische Nierenteilresektion (Nefrektomie) zur Behandlung eines Nierentumors. Diese Fachveranstaltung dient als Plattform für den Austausch über neueste Entwicklungen in der robotergestützten Urologie.
Das chirurgische Team unter der Leitung von Prof. Fabrizio Dal Moro präsentierte dabei ein Verfahren, das über die Standardanwendung chirurgischer Robotik hinausgeht. Die Besonderheit bestand darin, dass parallel zur eigentlichen Live-Operation ein Video einer Simulation gezeigt wurde. Diese Simulation erfolgte an einem 3D-Silikonmodell, welches exakt auf den anatomischen Gegebenheiten des operierten Patienten basierte.
Erstellung und Einsatz von 3D-Silikonmodellen
Die technologische Grundlage für dieses Simulationsverfahren bildeten die Bilddaten einer Computertomographie (TAC) des Patienten. Um den Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten, wurden sämtliche Patientendaten vor der weiteren Verarbeitung vollständig anonymisiert. Aus diesen Daten wurde ein physisches Abbild der Niere und des Tumors erstellt.
Die Live-Demonstration aus Padua zeigt, wie aus anonymisierten CT-Daten ein haptisches 3D-Silikonmodell entsteht, an dem Chirurgen den Eingriff vorab proben. Dieser Leitfaden erklärt in drei Schritten, wie Sie patientenspezifische Modelle in Planung und roboterassistierte Nierenteilresektion integrieren. Kostenlosen Leitfaden zur 3D-Modell-Integration anfordern
Das für die Simulation genutzte 3D-Silikonmodell entstand laut den vorliegenden Berichten in einer engen internationalen Kooperation. Hierbei arbeitete die Universitätsklinik Padua mit einem spezialisierten Zentrum in Rio de Janeiro zusammen.
Diese Modelle ermöglichen es Chirurgen, den Eingriff vorab an einer haptischen Replik zu proben, die die individuellen Gefäßstrukturen und die genaue Lage des Tumors widerspiegelt. Die zeitgleiche Übertragung der Simulation und des realen Eingriffs auf dem Kongress sollte die Korrelation zwischen der Vorab-Planung und der tatsächlichen chirurgischen Umsetzung verdeutlichen.
Grenzüberschreitende Forschungskooperationen
Die technologische Entwicklung in diesem Bereich ist eingebettet in ein Netzwerk akademischer und klinischer Institutionen. Neben der Universitätsklinik Padua und deren Abteilung für chirurgische, onkologische und gastroenterologische Wissenschaften (DiSCOG) sind weitere europäische Partner an den zugrundeliegenden Projekten beteiligt.
Dazu zählen unter anderem das CHU Bordeaux (Centre Hospitalier Universitaire de Bordeaux) sowie die Université de Bordeaux. Diese Zusammenarbeit unterstreicht den Trend zur Internationalisierung in der medizinischen Forschung, bei der Expertise aus den Bereichen Bildverarbeitung, Materialwissenschaften und klinischer Chirurgie kombiniert wird.
Fehlende patientenspezifische Trainingsmodelle erschweren die Vorbereitung komplexer Nierenteilresektionen — und die räumliche Orientierung im OP bleibt oft unsicher. Die Checkliste zeigt, wie Sie Gefäßstrukturen und Tumorlage vorab am Modell prüfen und Komplikationen früh adressieren. Checkliste patientenspezifische OP-Planung jetzt sichern
Ziel dieser Bestrebungen ist es, die Sicherheit bei organerhaltenden Operationen zu erhöhen und die Rate an Komplikationen durch eine verbesserte räumliche Orientierung während des Eingriffs zu senken.
Experten sehen in der Integration von patientenindividuellen 3D-Modellen in den klinischen Alltag einen wichtigen Schritt für die Ausbildung von Chirurgen sowie für die Planung hochkomplexer onkologischer Resektionen. Die Demonstration in Padua zeigt auf, wie digitale Bilddaten in physische Trainings- und Planungswerkzeuge überführt werden können, um die Präzision robotergestützter Systeme optimal zu nutzen.
