NHTSA prüft Comma AI: Fünf Unfälle mit Assistenzsystem, drei Tote
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat am 21. September 2026 eine vorläufige Untersuchung gegen den Anbieter von Nachrüst-Fahrassistenzsystemen Comma AI eingeleitet.
Die behördliche Überprüfung unter dem Aktenzeichen PE26007 betrifft die Hardware-Geräte comma three, comma 3X und comma four sowie die zugehörige Software openpilot. Anlass der Maßnahme sind fünf registrierte Verkehrsunfälle, bei denen Fahrzeuge mit aktivierter Technologie auf stehende oder langsam fahrende Fahrzeuge auf derselben Fahrspur aufgefahren waren.
Schwere Auffahrunfälle mit Todesopfern und Verletzten
Auslöser der behördlichen Schritte sind teils schwere Kollisionen. Nach Angaben der NHTSA forderten zwei der fünf untersuchten Unfälle insgesamt drei Todesopfer. Bei vier der fünf Vorfälle wurden insgesamt elf weitere Menschen verletzt. Zudem war an einem der Zusammenstöße ein Einsatzfahrzeug beteiligt.
Vorläufige Auswertungen der Sicherheitsbehörde legen nahe, dass das System die vorausfahrenden oder stehenden Hindernisse möglicherweise nicht ausreichend erkannte oder nicht angemessen darauf reagierte. Die NHTSA beziffert den geschätzten Umfang der Untersuchung auf etwa 30.000 Geräte auf dem US-Markt.
Gegenstand der behördlichen Vorprüfung
Im Rahmen des Prüfverfahrens PE26007 will die NHTSA den genauen Systemstatus sowie die Leistung der Technologie bei jedem der gemeldeten Unfälle analysieren. Ein besonderes Augenmerk der Ermittler liegt auf den implementierten Sicherheitsvorkehrungen des Herstellers. Darüber hinaus beabsichtigt die Behörde zu untersuchen, welche Rolle mögliche Modifikationen an der Open-Source-Software openpilot bei den Vorfällen gespielt haben könnten.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde prüft fünf Auffahrunfälle, bei denen Nachrüst-Assistenzsysteme aktiv waren — zwei Vorfälle forderten drei Todesopfer. Wer ein solches System im eigenen Fahrzeug nutzt, sollte wissen, wie er Systemstatus, Software-Version und Haftungsfragen sauber einordnet. Unser kostenloser Leitfaden fasst die wichtigsten Prüfpunkte zusammen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Die Behörde stellte zugleich klar, dass die Eröffnung dieser Vorprüfung noch keine formelle Feststellung eines technischen Mangels und kein rechtliches Schuldeingeständnis darstellt. Abhängig von den Ergebnissen der Erhebung kann das Verfahren jedoch in eine vertiefte technische Untersuchung übergehen, die im weiteren Verlauf zu einem behördlichen Rückruf führen könnte.
Verbreitung und Einordnung der Technologie
Die Hard- und Software von Comma AI wird als Nachrüstlösung für bestehende Fahrzeuge vertrieben; das aktuelle Hardware-Modell comma four wird von dem Unternehmen für 999 US-Dollar angeboten. Nach Angaben von Comma AI unterstützt das System mehr als 350 verschiedene Fahrzeugmodelle von insgesamt 27 Herstellern.
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Auf den Straßen der Vereinigten Staaten nutzen laut Unternehmensangaben mehr als 30.000 Fahrer die openpilot-Technologie. Insgesamt hätten die Nutzer des Systems zusammen bereits über 402 Millionen Meilen (rund 650 Millionen Kilometer) zurückgelegt.
Das Unternehmen betont in diesem Zusammenhang, dass es sich bei dem System um eine reine Fahrerassistenz handelt. Die rechtliche und tatsächliche Verantwortung für die Fahrzeugführung verbleibe somit zu jedem Zeitpunkt vollständig bei der Person am Steuer.
