NFCShare-Malware, Gefährlicher

NFCShare-Malware: Gefährlicher Datendieb zielt auf europäische Bankkunden

09.06.2026 - 07:54:01 | boerse-global.de

Die Schadsoftware NFCShare stiehlt Kreditkartendaten per NFC und zielt auf Kunden europäischer Banken. Google schließt Sicherheitslücken.

NFCShare-Malware: Neue Android-Bedrohung für europäische Bankkunden
NFCShare-Malware - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine verzerrte Banking-App, eine schemenhafte Hand greift danach. Im Hintergrund leuchten Datenlinien. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine gefährliche Schadsoftware namens „NFCShare“ verbreitet sich aktuell über GitHub und tarnt sich als Banking-App-Update. Die Malware zielt gezielt auf Kunden europäischer Finanzinstitute ab.

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Gezielte Angriffe auf europäische Bankkunden

Seit Anfang Juni sind neue Varianten der Malware im Umlauf. Laut Sicherheitsforschern von D3Lab und BleepingComputer sind Kunden von Intesa, Sella, Nexi und CaixaBank besonders betroffen. Bereits im Januar hatte eine frühere Version vor allem Kunden der Deutschen Bank ins Visier genommen.

Die Verbreitung läuft über manipulierte Android-Pakete (APKs). Seit dem 10. April wurden insgesamt 56 einzigartige APK-Dateien auf GitHub identifiziert. Die Angreifer nutzen manipulierte Dateipfade, um Sicherheitsanalysen zu erschweren.

So funktioniert der Datendiebstahl

NFCShare liest Kreditkartendaten direkt über die NFC-Schnittstelle des Smartphones aus. Erfasst werden Kartennummer, Ablaufdatum und Kartentyp. Zusätzlich versucht die Malware, die vierstellige PIN abzugreifen.

Die gestohlenen Daten werden per WebSocket-Protokoll in Echtzeit an die Angreifer übermittelt. Das ermöglicht sofortige betrügerische Transaktionen.

Explosionsartiger Anstieg mobiler Cyberkriminalität

Die Entdeckung von NFCShare fällt in eine alarmierende Phase. Branchenanalysten verzeichnen einen Anstieg der Phishing-Angriffe auf Android um 1.200 Prozent in zwei Jahren. Allein im ersten Quartal 2026 entstand ein Schaden von 442 Milliarden Euro.

KI treibt diese Entwicklung massiv voran. Über 80 Prozent aller Phishing-Mails sind mittlerweile KI-generiert – das macht sie deutlich glaubwürdiger. Auch „Quishing“ (Phishing via QR-Code) legte um 150 Prozent auf rund 18 Millionen Fälle zu.

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Gegenmaßnahmen und rechtliche Konsequenzen

Google hat reagiert: Die Juni-Sicherheitsupdates schließen 124 Schwachstellen in Android. Besonders kritisch: die Zero-Day-Lücke CVE-2025-48595 in Android 14 und neuer, die eine unbefugte Rechteausweitung ermöglichte.

Ab August tritt der EU AI Act in Kraft, der den KI-Einsatz reguliert. Parallel dazu hat der Bundesgerichtshof im Frühjahr die Haftung von Bankkunden verschärft: Bei grober Fahrlässigkeit mit Zugangsdaten haften Kunden für Schäden selbst.

Experten raten: App-Updates nur über offizielle Bank-Apps oder den Google Play Store beziehen. Niemals Installationsdateien von GitHub oder anderen unbekannten Quellen laden.

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