NFC-Zahlung, Google

NFC-Zahlung blockiert: Google Play Services legt Millionen Smartphones lahm

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Play-Services-Update blockiert kontaktloses Bezahlen auf China-Geräten. Parallel warnen Behörden vor Rekord-Phishing und Identitätsdiebstahl.

Google-Dienste-Update legt NFC-Zahlung lahm, Phishing-Welle erreicht Höchststand
Ein Smartphone wird an ein kontaktloses Bezahlterminal gehalten, während eine Person im Hintergrund durch einen Flughafen geht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Update der Google Play Services blockiert auf zahlreichen Smartphones die NFC-Zahlungsfunktion. Parallel warnen BSI und LKA vor einer massiven Zunahme von Phishing-Angriffen, die besonders Urlauber treffen.

Update legt NFC-Zahlung auf chinesischen Geräten lahm

Nutzer von Xiaomi, Vivo, Oppo und OnePlus berichten über einen plötzlichen Ausfall der kontaktlosen Zahlungsfunktion. Schuld ist die Version 26.28.33 der Google Play Services. Sie blockiert offenbar gezielt die „Tap-and-Pay“-Funktion auf Geräten mit chinesischer Firmware (CN SKU) – selbst wenn diese in Europa oder Brasilien genutzt werden.

Betroffen sind unter anderem High-End-Modelle wie das Vivo X200 Ultra, das Oppo Find X9 Pro und das Xiaomi 17 Ultra. Eine neue Erkennungsroutine der Google-Dienste deaktiviert die NFC-Schnittstelle für Zahlungen auf diesen Gerätevarianten. In Internetforen diskutieren Nutzer provisorische Lösungen wie ein Downgrade auf ältere Versionen – Experten warnen jedoch vor den Sicherheitsrisiken. Eine offizielle Stellungnahme von Google steht bislang aus.

Phishing-Angriffe erreichen neuen Höchststand

Die Bedrohungslage durch Cyberkriminalität verschärft sich parallel zu den technischen Problemen. Laut Cisco Talos machten Phishing-Angriffe im zweiten Quartal 2026 über 50 Prozent aller registrierten Sicherheitsvorfälle aus. Besonders alarmierend: die Zunahme von Device-Code-Phishing. Innerhalb von vier Wochen verzeichneten die Forscher rund sieben Millionen solcher Angriffe – 99 Prozent davon richteten sich gegen Nutzer von Microsoft-Diensten.

Die Täter werden zudem professioneller. Bei Vishing-Angriffen (Voice Phishing) vergehen oft weniger als 17 Stunden bis zur vollständigen Ransomware-Infektion. In Deutschland rangiert der Tech-Support-Betrug mit etwa 2,3 Millionen registrierten Angriffen auf Platz drei im internationalen Vergleich. Bei 65 Prozent aller Vorfälle spielt der Diebstahl von Authentifizierungsdaten eine Rolle. Sicherheitsforscher verzeichnen außerdem einen Anstieg bei Trojanern um 145 Prozent und bei Fake-Shops um 134 Prozent.

Anzeige

Wer sich mit der zunehmenden Gefahr von Datenklau und Phishing befasst, sollte seine digitalen Konten jetzt wirksam absichern. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie die neue Passkey-Technologie bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp sofort einrichten und sich vor Hackern schützen. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

Warnungen vor Identitätsdiebstahl und Reisebetrug

Das LKA Schleswig-Holstein und der Weiße Ring warnen aktuell verstärkt vor den Folgen von Identitätsdiebstahl. Kriminelle nutzen Datenlecks und gefälschte Websites, um unberechtigte Abbuchungen vorzunehmen oder Inkassoforderungen zu provozieren. Ein Fall aus Frankreich zeigt das Ausmaß: Dort wurde eine Verdächtige im Zusammenhang mit fiktiven Reisebuchungen für MotoGP-Veranstaltungen festgenommen – der Gesamtschaden soll rund 730.000 Euro betragen. In Norddeutschland ermittelt die Polizei gegen ein Betrugsnetzwerk, das über fiktive Autoverkäufe einen Schaden von 130.000 Euro verursachte.

Auch Streaming-Dienste und Krankenkassen dienen als Deckmantel. Aktuell kursieren gefälschte E-Mails im Namen von Spotify, die ein pausiertes Abonnement wegen Zahlungsfehlern behaupten, sowie Nachrichten der AOK über angebliche Rückerstattungen. Ziel ist in allen Fällen das Abgreifen sensibler Kontodaten.

BSI gibt Tipps für den digitalen Reiseschutz

Das BSI hat Leitlinien für den digitalen Schutz im Urlaub veröffentlicht. Experten raten, Reiseunterlagen nur über vertrauenswürdige Kanäle abzurufen und persönliche Informationen in sozialen Netzwerken zurückhaltend zu teilen. Öffentliche WLAN-Netze sollten nur in Verbindung mit einem VPN genutzt werden. Zudem warnen sie vor öffentlichen USB-Ladestationen ohne eigene Ladekabel – diese können manipuliert sein.

Anzeige

Angesichts der steigenden Zahlen beim Identitätsdiebstahl wird der Schutz des eigenen Smartphones immer wichtiger für die persönliche Sicherheit. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Ratgeber, mit welchen 5 einfachen Maßnahmen Sie Ihr Android-Gerät effektiv vor Zugriffen durch Kriminelle schützen. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone entdecken

Für die Absicherung digitaler Konten empfiehlt das BSI starke Passwörter in Verbindung mit Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) oder Passkeys. Passwort-Manager helfen dabei, für jeden Dienst individuelle Zugangsdaten zu verwalten.

Girocard-Integration in Händler-Apps geplant

Während mobile Zahlungen über globale Anbieter derzeit technische Hürden erfahren, plant die deutsche Kreditwirtschaft eine Erweiterung der Girocard-Funktionen. Ab Frühjahr 2027 soll die Girocard direkt in Händler-Apps von Supermärkten, Tankstellen oder Lieferdiensten integriert werden können.

Die Einrichtung erfolgt über das Online-Banking per TAN-Verfahren. Laut EURO Kartensysteme gelten für diese In-App-Zahlungen die gleichen Konditionen wie am physischen Terminal. Ein Kreditrahmen ist nicht vorgesehen – die Abbuchung erfolgt direkt vom Girokonto. Branchenumfragen zufolge nutzen oder testen bereits 36 Prozent der Händler entsprechende Payment-Funktionen, weitere 18 Prozent planen den Einstieg.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69912071 |