NFC-Betrug, Sicherheitsforscher

NFC-Betrug: Sicherheitsforscher warnen vor 54 schädlichen Apps

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Group-IB warnt vor über 54 manipulierten Android-Dateien, die NFC-Daten auslesen und unbemerkte kontaktlose Transaktionen ermöglichen können.

Group-IB entdeckt NFC-Malware für kontaktlose Smartphone-Zahlungen
Ein modernes Smartphone liegt neben einem kontaktlosen Zahlungsterminal auf einer dunklen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher des Unternehmens Group-IB haben eine neue Form der Cyberkriminalität identifiziert, die gezielt die NFC-Schnittstelle von Smartphones ausnutzt. Durch eine Kombination aus psychologischer Manipulation und technischer Infiltration versuchen Angreifer, sensible Daten für unbefugte, kontaktlose Transaktionen zu entwenden.

Identifizierung von über 54 schädlichen Anwendungen

Im Zuge ihrer Untersuchungen stießen die Experten von Group-IB auf eine organisierte Kampagne, in deren Rahmen bereits mehr als 54 schädliche Installationsdateien, sogenannte APKs, entdeckt wurden.

Diese Programme sind darauf ausgelegt, die Kontrolle über die Nahfeldkommunikation (Near Field Communication, NFC) des infizierten Geräts zu übernehmen. NFC wird standardmäßig für kontaktlose Zahlvorgänge an Kassenterminals oder zur Datenübertragung zwischen Mobilgeräten genutzt.

Die Sicherheitsforscher betonen, dass der Erfolg dieser Masche maßgeblich auf Social Engineering basiert. Dabei werden die Opfer gezielt getäuscht, um Sicherheitsbarrieren ihrer Geräte selbstständig zu umgehen.

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Ziel der Kriminellen ist es, die Nutzer dazu zu bewegen, die präparierten Apps manuell zu installieren. Diese Anwendungen enthalten im Kern den Schadcode zum Auslesen der NFC-Informationen, der im Hintergrund agiert, sobald die Installation abgeschlossen ist.

Missbrauch für unbefugte kontaktlose Transaktionen

Sobald eine dieser schädlichen Apps auf einem Smartphone aktiv ist, kann sie die NFC-Daten abgreifen. Laut Group-IB ermöglicht dies den Tätern, diese Informationen für kontaktlose Transaktionen zu missbrauchen. Die Gefahr besteht darin, dass die ausgelesenen Daten genutzt werden können, um Zahlvorgänge zu autorisieren, ohne dass das Opfer unmittelbar eingreift oder den Betrug bemerkt.

Die Entdeckung der über 54 verschiedenen APK-Varianten verdeutlicht, dass die Hintermänner der Kampagne eine Vielzahl an präparierten Anwendungen in Umlauf gebracht haben. Die Forscher sehen darin eine Bedrohung für die Sicherheit mobiler Endgeräte, da die Integrität der NFC-Schnittstelle direkt angegriffen wird, um finanzielle Schäden zu verursachen.

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Empfehlungen zum Schutz der Endgeräte

Als primäre Schutzmaßnahme rät Group-IB allen Smartphone-Nutzern zur erhöhten Vorsicht beim Umgang mit Softwarequellen. Die Installation von APK-Dateien aus unbekannten oder inoffiziellen Quellen stellt demnach das größte Sicherheitsrisiko dar. Um den Missbrauch der NFC-Funktion und die Installation der identifizierten Malware zu verhindern, sollten Anwendungen ausschließlich über offizielle Kanäle bezogen werden.

Darüber hinaus weisen die Experten darauf hin, dass Nutzer generell misstrauisch gegenüber Aufforderungen sein sollten, Apps außerhalb der regulären App-Stores herunterzuladen.

Da die aktuelle Kampagne primär auf die Manipulation der Anwender setzt, bleibe die Sensibilisierung für derartige Social-Engineering-Methoden der wichtigste Schutzwall gegen NFC-basierten Betrug. Das Unternehmen empfiehlt, die NFC-Funktion nur bei Bedarf zu aktivieren und die Sicherheitseinstellungen des Betriebssystems stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

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