NFC-Angriffe auf Android: Phishing-Kit Lighthouse trifft 121 Länder
30.05.2026 - 18:17:28 | boerse-global.de
Die Zahl der Angriffe auf mobile Endgeräte hat sich drastisch erhöht – vor allem über die NFC-Schnittstelle.
Laut aktuellen Daten von Kaspersky stiegen NFC-Attacken auf Android-Smartphones in den ersten vier Monaten 2026 um 188 Prozent. Treiber der Welle ist ein Phishing-Kit namens „Lighthouse“. Es hat bereits Bankkunden in 121 Ländern ins Visier genommen.
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Angreifer wechseln täglich tausende Domains
Die Hintermänner agieren hochprofessionell. Sie rotieren innerhalb von nur acht Tagen rund 25.000 verschiedene Domains. Ziel: Sicherheitsfilter umgehen. Neben direkten NFC-Manipulationen setzen sie vermehrt auf mehrstufige Phishing-Verfahren.
Ein im Mai veröffentlichter Bericht zeigt zudem: Kriminelle missbrauchen Google AppSheet. Über offizielle E-Mail-Adressen des Anbieters verschicken sie Phishing-Nachrichten. Die Mails passieren gängige Sicherheitsmechanismen wie SPF, DKIM und DMARC – weil sie von vertrauenswürdigen Servern kommen.
Die Täter imitieren dabei oft HR-Anfragen von Apple, Meta oder Coca-Cola. Ziel: Google- oder Facebook-Zugangsdaten abgreifen.
Hamm, Köln, Bockum-Hövel: Betrugswelle in NRW
Wie real die Gefahr ist, zeigen aktuelle Fälle aus Nordrhein-Westfalen. In Hamm verloren zwei American-Express-Kundinnen jeweils über 10.000 Euro. Die Täter lockten sie mit gefälschten SMS und anschließenden Telefonaten in die Falle.
Auch Kunden der Volksbank in Bockum-Hövel waren betroffen. Drei Opfer verloren vierstellige Beträge – durch Anrufe mit vorgetäuschten Banknummern und SMS-Links. Die Ermittler stellten fest: Alle Gelder flossen auf dasselbe deutsche Zielkonto.
In Köln warnt die Polizei vor einer weiteren Masche: gefälschte Park-Apps. Die Schäden fallen oft erst Wochen später auf – durch wiederkehrende Kleinabbuchungen. Da die Opfer die Zahlungen per TAN autorisieren, lehnen Banken eine Erstattung häufig ab.
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Google und Samsung liefern Gegenwehr
Die Industrie reagiert. Google rollt „Device Bound Session Credentials“ (DBSC) für Chrome aus. Die Technologie bindet Session-Cookies kryptografisch an den Hardware-Sicherheitschip des Geräts. Gestohlene Cookies werden auf fremden Geräten wertlos – ein Schutz speziell für Krypto-Nutzer vor Infostealern.
Samsung verteilt seit Ende Mai One UI 8.5. Das Update fürs Galaxy A16 5G enthält aktuelle Sicherheitspatches und neue Diebstahlschutzfunktionen.
Der schwächste Punkt: der Mensch
Trotz technischer Fortschritte bleibt eine große Lücke. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des eco-Verbands zeigt: 74 Prozent der Deutschen halten ihre Passwörter für sicher. Aber nur 32 Prozent nutzen Passkeys, gerade einmal 25 Prozent eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.
BSI und Polizei raten: Bei verdächtigen Nachrichten keine Links anklicken. Im Zweifel direkt die Bank über offizielle Kanäle oder den Sperr-Notruf 116 116 kontaktieren.
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