NFC-Angriffe, Android-Trojaner

NFC-Angriffe: Android-Trojaner um 188 Prozent angestiegen

16.06.2026 - 06:35:28 | boerse-global.de

FBI und Google legen milliardenschwere Betrugsplattform lahm. Parallel dazu explodieren NFC-Angriffe und Trojaner in offiziellen App-Stores.

KI-Phishing-Netzwerk zerschlagen: NFC-Angriffe auf Android steigen massiv
NFC-Angriffe - Eine Hand hält ein Android-Smartphone mit einem digitalen Vorhängeschloss auf dem Bildschirm, im Hintergrund verschwommener Binärcode. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch parallel dazu steigen NFC-Angriffe und Trojaner in offiziellen App-Stores rasant an.

Zerschlagung von „Outsider Enterprise“

In einer koordinierten Aktion legten das FBI, Google und Black Lotus Labs Mitte Juni die Phishing-Plattform „Outsider Enterprise“ lahm. Die in China ansässige Gruppe nutzte Googles KI-Modell Gemini für automatisierte Phishing-Kampagnen gegen US-Nutzer.

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Google reichte am 12. Juni Zivilklage ein. Die Infrastruktur umfasste rund 9.000 gefälschte Webseiten und über eine Million URLs. Allein im Mai versendete das Netzwerk etwa 2,5 Millionen betrügerische SMS.

Der wirtschaftliche Schaden liegt zwischen 1,7 und 1,9 Milliarden Euro. Rund 3,87 Millionen Kreditkarten wurden kompromittiert. Das FBI beschlagnahmte Administrationsserver, Shopify-Storefronts und Kryptobestände. Die Betrugssoftware war bereits ab 88 US-Dollar pro Woche erhältlich.

NFC-Angriffe explodieren

Parallel zu den KI-Attacken steigt die Gefahr über die NFC-Schnittstelle. Von Januar bis April 2026 blockierte Kaspersky rund 35.600 solcher Angriffe auf Android – ein Plus von 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (12.300). Besonders betroffen: Europa, Lateinamerika und Russland.

Dabei kommen spezialisierte Malware-Familien wie SuperCard X, PhantomCard und die neue NFCShare zum Einsatz. Letztere zielt auf Kunden großer Banken in Spanien und Italien ab. Nach Installation einer gefälschten Banking-App liest die Schadsoftware Kartendaten und PINs direkt aus dem Gerät.

Trojaner in Samsung- und Xiaomi-Stores

Ein weiteres Sicherheitsrisiko lauert in offiziellen Drittanbieter-Stores. In den App-Stores von Samsung und Xiaomi fanden Forscher über 50 Anwendungen mit dem Trojaner „Android.MagicAd.1“. Die Malware zwingt Geräte zur Anzeige von Hintergrundwerbung und manipuliert System-Apps, um Android-Sperren zu umgehen. Die betroffenen Apps wurden inzwischen entfernt.

Google warnt bald vor „toten“ Apps

Google arbeitet offenbar an neuen Warnhinweisen im Play Store. Code-Analysen der Version 51.4.19 deuten auf eine proaktive Warnung vor sogenannten „toten“ Apps hin. Das sind Anwendungen, die vom Anbieter aus dem Store entfernt wurden und keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Bisher warnt Google Play Protect nur vor explizit als schädlich eingestuften Apps.

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So schützt ihr euch

Experten raten zur Aufmerksamkeit bei visuellen Sicherheitssignalen. Android-Geräte ab Version 12 zeigen einen grünen Punkt in der Statusleiste, wenn eine App auf Mikrofon oder Kamera zugreift. Leuchtet der Punkt ohne ersichtlichen Grund, sollten Nutzer die Berechtigungen prüfen und einen Malware-Scan durchführen.

Auch Systemaktualisierungen sind essenziell. Ein aktuelles Google-Play-System-Update für Samsung Galaxy-Smartphones behebt nicht nur Sicherheitslücken, sondern optimiert auch den Energieverbrauch. Beim Galaxy S24 führte das rund 10 Megabyte große Update zu einer spürbar besseren Akkulaufzeit.

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