NFC-Angriffe, Android-Malware

NFC-Angriffe: Android-Malware wächst um 188 Prozent

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle attackieren vermehrt kontaktloses Bezahlen per Smartphone. Visa reagiert mit Milliarden-Übernahme des Sicherheitsdienstleisters BioCatch.

NFC-Betrug boomt: 188% mehr Angriffe auf Android-Zahlungssysteme
Ein Smartphone auf einem Bezahlterminal vor einem abstrakten, digitalen Hintergrund, der Cybersicherheitsrisiken symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Zahl der Angriffe auf kontaktlose Bezahlsysteme steigt massiv. Spezialisierte Malware nutzt gezielt Sicherheitslücken der NFC-Technologie in Android-Smartphones aus. Besonders Relay-Angriffe, bei denen Zahlungssignale abgefangen und umgeleitet werden, nehmen rasant zu.

Trojaner imitieren Bank-Apps

Sicherheitsexperten von Zimperium zLabs entdeckten seit dem Frühjahr 2024 über 760 bösartige Apps, die mit mehr als 70 Kontroll-Servern und zahlreichen Telegram-Bots kommunizieren. Die Täter kopieren dabei die Apps von rund 20 Finanzinstituten. Besonders betroffen: Nutzer in Polen, Tschechien, der Slowakei, Russland und Brasilien.

Die Angreifer werden immer professioneller. Die neue Trojaner-Version „Hook v3“ etwa verfügt über mehr als 100 Remote-Befehle und kann gefälschte NFC-Overlays erstellen. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen klassischem Banking-Betrug, Spyware und Ransomware zunehmend.

Angriffswelle mit 188 Prozent Wachstum

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Auch Kaspersky-Forscher bestätigen den Trend: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stiegen NFC-basierte Cyberangriffe auf Android-Geräte um 188 Prozent. Das Unternehmen blockierte in diesem Zeitraum über 35.600 Angriffsversuche – im Vorjahreszeitraum waren es noch etwa 12.300.

Eine neue Masche namens „NFC inverso“ bringt Opfer dazu, eine schädliche App zu installieren. Diese nutzt das NFC-Signal des Smartphones, um Transaktionen an Geldautomaten zu manipulieren. Die Täter geben sich häufig als Bankmitarbeiter aus – so geschehen in Jerez de la Frontera in Südspanien, wo die Polizei zwei Verdächtige festnahm. Sie sollen mit Relay-Attacken bei 22 Opfern einen Schaden von über 30.000 Euro verursacht haben.

Visa kauft Sicherheitsspezialist BioCatch

Die Finanzbranche reagiert: Visa übernimmt Anfang August 2026 den Spezialisten für Verhaltensbiometrie BioCatch für 2,09 Milliarden Euro in bar. Das Unternehmen analysiert monatlich rund 19 Milliarden Sitzungen von über 760 Millionen Bankkunden, um betrügerische Muster zu erkennen. Der Abschluss wird für Ende des zweiten Quartals 2027 erwartet.

KI macht Phishing gefährlicher

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Doch nicht nur NFC-Lücken sind das Problem. Klassisches Phishing wird durch Künstliche Intelligenz deutlich aufgerüstet: Laut einem Bericht von KnowBe4 werden inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-gestützt durchgeführt. Auch Angriffe über Kalendereinladungen und Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams nehmen zu.

Google Wallet-Probleme bei Import-Geräten

Währenddessen sorgt ein Update der Google Play Services (Version 26.28) für Ärger bei Nutzern legaler Zahlungsdienste. Auf Smartphones mit chinesischen ROM-Versionen – etwa Import-Geräte von Xiaomi, Vivo oder OPPO – deaktiviert das Update offenbar die Tap-to-Pay-Funktion von Google Wallet. Die App startet zwar weiterhin, doch die kontaktlose Bezahlung funktioniert nicht mehr.

Sicherheitsexperten raten Verbrauchern, Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen zu installieren und keine sensiblen Daten am Telefon preiszugeben. Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Kontrolle verknüpfter Geräte helfen, die Kontrolle über digitale Konten zu behalten.

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