NFC-Angriffe, Monaten

NFC-Angriffe: +188% in vier Monaten, Android-Nutzer in Gefahr

29.05.2026 - 02:15:13 | boerse-global.de

NFC-Angriffe auf Android-Smartphones steigen rasant. Kaspersky identifiziert neue Methoden, während Google mit KI-Schutz reagiert.

NFC-Angriffe: +188% in vier Monaten, Android-Nutzer in Gefahr - Foto: über boerse-global.de
NFC-Angriffe: +188% in vier Monaten, Android-Nutzer in Gefahr - Foto: über boerse-global.de

In den ersten vier Monaten 2026 stieg die Zahl der Angriffe über die Nahfeldkommunikation (NFC) um 188 Prozent. Sicherheitsdienstleister blockierten rund 35.600 Angriffsversuche – im Vorjahreszeitraum waren es noch 12.300.

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So tricksen die Angreifer

Kaspersky-Experten haben zwei Hauptmethoden identifiziert. Bei „Direct NFC“ verbreiten Kriminelle eine schädliche App über Messenger-Dienste. Die „Reverse NFC“-Methode hinterlegt eine manipulierte Anwendung als Standard-App für kontaktloses Bezahlen.

Besonders aktiv sind die Malware-Familien SuperCard X, PhantomCard und NGate. Letztere fängt NFC-Signale von physischen Kreditkarten ab und leitet sie an ein Angreifer-Gerät weiter. So entstehen unbefugte Transaktionen an Geldautomaten oder Bezahlterminals.

Der Trojaner Mamont ist für schätzungsweise 70 Prozent aller Android-Angriffe verantwortlich. Die Malware OverlayPhantom attackiert über 180 Finanz-Apps – mit klarem Fokus auf Deutschland.

Milliarden-Schäden durch KI-Phishing

Die NFC-Welle ist Teil einer größeren Entwicklung. Branchenanalysten schätzen den Gesamtschaden durch KI-gestütztes Phishing für 2026 auf 442 Milliarden Euro. Rund 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen laufen mittlerweile automatisiert ab. Täglich verschicken Kriminelle 3,4 Milliarden schädliche Nachrichten.

Die Geschwindigkeit der Angreifer hat sich massiv erhöht. Anfang 2025 brauchte die Entwicklung eines Exploits noch 125 Tage. Heute dauert es nur noch einen halben Tag. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Banking-Trojaner um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle.

Die Europäische Zentralbank reagierte mit einer Krisensitzung der 111 größten Kreditinstitute. Die internationale Polizeioperation FRONTIER+ III führte zu 3.000 Festnahmen und fror Vermögenswerte von 752 Millionen Dollar ein.

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Google schaltet in den Angriffsmodus

Der Konzern kündigte für Ende Mai 2026 neue KI-basierte Echtzeit-Schutzmaßnahmen an. Die Reaktionszeit auf Bedrohungen soll von mehreren Stunden auf wenige Sekunden sinken. Das aktuelle Android-17-Update enthält Funktionen gegen KI-gestützte Betrugsanrufe und einen erweiterten Diebstahlschutz.

Doch auch hardwareseitig gibt es Probleme. Eine nicht patchbare Sicherheitslücke im BootROM von Qualcomm-Chips (CVE-2026-25262) wurde bekannt. Apple plant für Juni 2026 eine „Anti-Snatching“-Funktion für das iPhone. Beschleunigungssensoren und Gyroskope sollen ein gewaltsames Entwenden erkennen und das Gerät sofort sperren.

42 Prozent der Unternehmen weltweit sehen Cyberattacken als größte Bedrohung für ihren Betrieb. In Deutschland liegt der Wert bei 52 Prozent. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind betroffen – nur 25 Prozent setzen ihre Sicherheitsstrategien konsequent um.

Experten raten: Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen beziehen. Bei unerwarteten Aufforderungen zur Dateneingabe oder Softwareinstallation über Drittanbieter-Apps wie AnyDesk ist höchste Vorsicht geboten.

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