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Nextcloud Office: Telekom startet Offensive für digitale Souveränität

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 13:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Telekom reagiert mit Nextcloud-Integration auf steigende Nachfrage nach digitaler Souveränität in Europa.

Telekom integriert Nextcloud Office in MagentaBusiness Cloud
Nextcloud - Sicherer Rechenzentrum mit leuchtenden Serverracks, überlagert mit digitalem Netzwerkgraphik für souveräne Cloud-Zusammenarbeit und Datenfluss. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Deutsche Telekom reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an souveränen digitalen Arbeitsplätzen in Europa.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst im Juni 2026 verabschiedete die EU ihr „Technologiesouveränitätspaket“. Europäische Institutionen und nationale Regierungen fordern zunehmend Unabhängigkeit von Software-Anbietern außerhalb der EU. Die Telekom positioniert sich nun als Anbieter für sichere, datenschutzkonforme Kollaboration.

Warum Souveränität zum Geschäftsfaktor wird

Die Zahlen zeigen das Problem: Rund 70 Prozent aller europäischen Workloads laufen derzeit auf Cloud-Plattformen US-amerikanischer Anbieter. EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten geben jährlich schätzungsweise 264 Milliarden Euro für proprietäre Software aus dem Ausland aus.

„Vertrauen in Cloud-Lösungen wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor“, sagt Dominic Schuster von der Deutschen Telekom. Unternehmen suchten zunehmend Plattformen, die ihnen die Kontrolle über ihre Daten garantierten.

Milliarden-Investition in die Infrastruktur

Die Telekom investiert massiv in die eigene Cloud-Infrastruktur. In München entstand innerhalb von sechs Monaten ein KI-gestütztes Rechenzentrum. Eine Milliarde Euro floss zudem in GPU-Kapazitäten für künstliche Intelligenz.

Auch im Mobilfunkbereich zeigt sich der Trend zur Datenhoheit. Die aktuelle CalyxOS 7.2.2.0-Firmware – basierend auf Android 16 – unterstützt jetzt automatische Backups zu Nextcloud. Eine Alternative für Nutzer von Pixel, Fairphone oder SHIFTphone, die Googles Standarddienste umgehen wollen.

Öffentliche Verwaltung setzt auf Open Source

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Die Umstellung auf offene Systeme gewinnt an Fahrt. Mecklenburg-Vorpommern ersetzt seine SharePoint-Infrastruktur durch Nextcloud. Das französische Bildungsministerium betreibt bereits die Nextcloud-basierte Plattform „Nuage“ mit 400.000 aktiven Nutzern – Zielmarke: 1,2 Millionen.

Das niederländische Parlament stimmte nach einem erfolgreichen Pilotprojekt für mehr digitale Souveränität. Doch die Praxis sieht oft anders aus: Rund 95 Prozent der deutschen Bundeswehr-IT-Ausschreibungen der letzten drei Jahre gingen an US-Anbieter – ein Volumen von etwa einer Milliarde Euro.

Konzern bewegt sich an mehreren Fronten

Die Cloud-Offensive ist nicht die einzige Baustelle bei der Telekom. Am 1. Juli 2026 startete der Konzern die dritte Tranche seines Aktienrückkaufprogramms über zwei Milliarden Euro. Bis zu 22 Millionen Aktien sollen erworben werden. Der Kurs notierte Anfang Juli bei 25,20 Euro.

Am 6. August legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Für das Gesamtjahr peilt die Telekom einen Free Cashflow von rund 19,8 Milliarden Euro an.

Parallel dazu bereitet die US-Tochter T-Mobile US die Abschaltung ihres 2G-Netzes vor – am 3. August 2026 ist Schluss. Betroffen wären 142 Millionen Kunden.

Ausfallrisiko treibt Nachfrage

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Ein weiterer Treiber für souveräne Cloud-Lösungen: die Zuverlässigkeit. Eine Bitkom-Studie zeigt, dass 46 Prozent der Unternehmen bei einem Cloud-Ausfall den Betrieb einstellen müssten. Mehr als ein Viertel der Organisationen erlebte in den letzten zwölf Monaten signifikante Ausfälle.

Die Folge: Der Druck auf resiliente, dezentrale Architekturen wächst. Europäische Anbieter wie die Telekom könnten davon profitieren – wenn sie liefern.

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