NEXO, Exoskelett

NEXO Pro Exoskelett: 30% weniger Belastung beim Heben

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Rückenorthesen, passive Exoskelette und ein Cannabisextrakt erweitern die Optionen, doch die Studienlage zu Lumbalstützen bleibt begrenzt.

Rückenhilfe im Fokus: Orthesen, Exoskelette und Cannabistherapie
Eine hochwertige Rückenorthese aus nachhaltigem Textilmaterial liegt auf einem hellen Holztisch in einer Praxis. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts der hohen Relevanz von Muskel-Skelett-Erkrankungen, die laut aktuellen Auswertungen der DAK-Gesundheit weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit zählen, rücken technologische und medizinische Hilfsmittel zur Entlastung des Rückens verstärkt in den Fokus. Moderne Versorgungsansätze setzen dabei auf eine Kombination aus mechanischer Stabilisierung, nachhaltigen Materialien und ergänzenden therapeutischen Maßnahmen.

Innovative Materialien und therapeutische Ansätze bei Rückenorthesen

Der Hersteller medi bietet mit der Lumbamed-Reihe verschiedene Rückenorthesen an, die speziell darauf ausgelegt sind, die Wirbelsäule zu entlasten und die Körperhaltung zu stabilisieren. Zu den Modellen gehören Lumbamed plus, facet, pro und sacro. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Modell Lumbamed pro, das für länger angelegte Therapien konzipiert wurde.

Ein markantes Merkmal dieser Produktgeneration ist der Einsatz nachhaltiger Ressourcen. Das verwendete Material besteht zu 12 Prozent aus sogenanntem SEAQUAL YARN, welches sich wiederum aus 10 Prozent recyceltem Marineplastik und 90 Prozent recycelten Plastikflaschen zusammensetzt.

Um eine breite Versorgung zu gewährleisten, sind diese Orthesen für einen Körperumfang von bis zu 170 Zentimetern verfügbar. Ziel dieser Hilfsmittel ist es, durch gezielten Druck und Stützung Schmerzen im Lendenwirbelbereich zu lindern.

Wissenschaftliche Evidenz und klinische Einordnung

Die Wirksamkeit von Lumbalstützen bei chronischen Rückenschmerzen ist Gegenstand kontinuierlicher Forschung. Ein Cochrane Review vom September 2026, der acht randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 500 Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 78 Jahren auswertete, weist auf eine derzeit noch sehr geringe Evidenzlage hin. Den Ergebnissen zufolge konnten die Forscher keine starken Empfehlungen für den generellen Einsatz aussprechen.

Es wurde jedoch beobachtet, dass eine Kombination aus Lumbalstützen und Schmerzmitteln eine geringfügige kurzfristige Schmerzreduktion bewirken kann. Nebenwirkungen wurden in den untersuchten Studien nicht festgestellt. Die Autoren der Übersichtsarbeit merkten zudem an, dass ein Großteil der zugrunde liegenden Forschung in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen (LMICs) durchgeführt wurde.

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Technologische Alternativen im industriellen Umfeld

Neben medizinischen Orthesen gewinnen passive Exoskelette zur Prävention von Rückenschäden an Bedeutung, insbesondere in physisch belastenden Arbeitsumfeldern wie der Logistik sowie der Holz- und Metallbearbeitung. Das Unternehmen Schmalz hat hierfür das Modell NEXO Pro entwickelt, welches im September 2026 präsentiert wurde.

Dieses mechanische Rumpfbeuge-Exoskelett wiegt etwa 5 Kilogramm und benötigt keine externe Energiequelle wie Akkus oder Batterien. Durch ein integriertes Federsystem soll die Belastung der Lendenwirbelsäule beim Bücken oder Heben um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Damit reiht es sich in die Riege passiver Systeme ein, zu denen auch Lösungen wie das Ottobock Paexo Back oder das SuitX BackX gehören, die ähnliche Reduktionswerte der physischen Last versprechen.

Ergänzende pharmakologische und rehabilitative Optionen

Für Patienten mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken, die eine neuropathische Komponente aufweisen, steht seit September 2026 mit Exilby ein neues Cannabis-Fertigarzneimittel zur Verfügung.

Der Extrakt enthält 19 Milligramm THC pro Milliliter und konnte in Phase-III-Studien den Schmerzscore der Probanden deutlicher senken als ein Placebo. Die Kosten für die verschreibungspflichtige Therapie, die zwischen 11 und 12 Euro pro Tag liegen, werden von den Krankenkassen übernommen.

Gleichzeitig verdeutlichte ein Beschluss des Sozialgerichts Frankfurt vom 30. Juli 2026 die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Therapien: Ein Anspruch auf die Versorgung mit Cannabisblüten zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung besteht nicht mehr, da der Gesetzgeber diese aus dem Leistungskatalog gestrichen hat. Lediglich standardisierte Extrakte oder Wirkstoffe wie Dronabinol bleiben erstattungsfähig.

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Flankiert werden diese Maßnahmen durch Rehabilitationsprogramme. Ein Jahresbericht der Deutschen Rentenversicherung unterstreicht den ökonomischen Nutzen solcher Interventionen. Demnach amortisieren sich Rehabilitationsmaßnahmen bereits im ersten Jahr zweifach bis dreifach und erhöhen die Beschäftigungschancen der Betroffenen signifikant.

Ergänzende Präventionsangebote wie zertifizierte Rückenfit-Kurse oder die Anwendung von Faszienrollen zur Beweglichkeitsverbesserung vervollständigen das Spektrum der Rücken-Gesundheitsvorsorge.

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