New, Jersey

New Jersey S1677: Gesetz zwingt Tesla zu Lidar und Radar

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 10:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein neuer Gesetzesentwurf in New Jersey fordert drei verschiedene Sensortypen für autonome Nutzfahrzeuge und gefährdet damit Teslas Cybercab-Konzept.

New Jersey Gesetz bedroht Teslas reine Kamera-Strategie für Robotaxis
Futuristisches autonomes Fahrzeug, schlank und silbern, mit sichtbaren Kameras, Lidar- und Radarsensoren, auf einer Autobahn in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Gesetzesentwurf S1677 verlangt von autonomen Nutzfahrzeugen den Einsatz von mindestens drei verschiedenen Sensortypen – eine Hürde, die Teslas „Cybercab“-Konzept nicht nehmen kann.

Drei Sensoren statt nur Kameras

Der von Senator Andrew Zwicker, einem Physiker, eingebrachte Gesetzesentwurf schreibt vor, dass fahrerlose Fahrzeuge im kommerziellen Einsatz neben Kameras zwingend zwei weitere Sensortechnologien nutzen müssen – etwa Lidar und Radar. Das würde Teslas aktuellen „Vision“-Ansatz, der ausschließlich auf Kameras setzt, faktisch unmöglich machen.

Zwicker betont, es gehe ihm nicht um einen Angriff auf einen bestimmten Hersteller, sondern um Sicherheit. Die Forderung nach Sensor-Redundanz sei schlichtweg vernünftig. Konkurrenten wie Waymo setzen bereits seit Jahren auf eine Kombination aus Lidar, Radar und Kameras.

Die Regelung gilt jedoch nur für kommerzielle Fahrten. Die Assistenzsysteme Autopilot und Full Self-Driving (FSD) in privaten Tesla-Fahrzeugen wären von dem Gesetz nicht betroffen.

Auch Lenkrad und Pedale bleiben gefragt

Das Gesetz enthält eine weitere Hürde für Teslas Robotaxi-Pläne: Es bevorzugt Fahrzeuge, die weiterhin über Lenkrad und Pedale verfügen. Genau darauf verzichtet Teslas „Cybercab“-Design jedoch bewusst – das Fahrzeug ist für den Betrieb ohne menschliche Eingabegeräte konzipiert.

Strenge Auflagen für den Betrieb

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssen autonome Flottenbetreiber eine Reihe harter Bedingungen erfüllen:

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  • 50.000 Testkilometer unter menschlicher Aufsicht ohne Unfall
  • Teilnahme an einem dreijährigen Pilotprogramm
  • Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro
  • Fahrverbot in Schulzonen und Baustellen
  • Umfassende Unfallberichterstattung und Datenprotokollierung

Zusätzlich will das Gesetz irreführende Werbung für Teilautomatisierungssysteme unterbinden. Hersteller dürften ihre Assistenzfunktionen nicht mehr als vollautonome Systeme vermarkten.

Bundesbehörden stützen die Bedenken

Die Initiative kommt nicht von ungefähr. Bereits im März 2026 stellte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA in einer Analyse fest, dass Teslas FSD-System bei schlechter Sicht – etwa dichtem Nebel oder grellem Sonnenlicht – Schwierigkeiten hatte, Hindernisse zu erkennen.

New Jersey ist mit diesem Vorstoß nicht allein. Auch der Bundesstaat New York erwägt ähnliche Vorschriften, die eine Multi-Sensor-Absicherung für autonome Flotten vorschreiben würden.

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Tesla wehrt sich mit allen Mitteln. Über die Plattform „Engage Tesla“ rief der Konzern seine Kunden dazu auf, die Abgeordneten zu kontaktieren. Rund 4.000 Protestmails gingen daraufhin bei den Gesetzesinitiatoren ein. Elon Musk selbst hat Lidar wiederholt als überflüssige Kostenposition abgetan.

Doch die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache: Während Tesla in Texas gerade einmal 42 zugelassene fahrerlose Fahrzeuge betreibt, sind es bei Waymo 577. Landesweit ist Waymo mit über 3.000 Robotaxis in elf Städten unterwegs und absolviert wöchentlich mehr als eine halbe Million bezahlter Fahrten – ohne Fahrer. Da Waymo bereits auf Lidar und Radar setzt, würde das geplante Gesetz den Konzern nicht treffen.

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