NeuroGuard-Studie, Psilocybin

NeuroGuard-Studie ab November: Psilocybin gegen Nervenschäden getestet

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Präklinische Daten zeigen einen möglichen Nervenschutz durch Psilocybin, während die Phase-2-Studie NeuroGuard ab November 2026 Patienten untersucht.

Psilocybin schützt Nerven in Mäusen vor Chemotherapie-Folgen
Nahaufnahme von kleinen Waldpilzen auf moosigem Waldboden im natürlichen Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung werden zunehmend neue Ansätze untersucht, um die Lebensqualität von Krebspatienten während einer invasiven Behandlung zu verbessern. Ein zentrales Problem stellt dabei die chemotherapieinduzierte periphere Neuropathie (CIPN) dar, eine schwere Nebenwirkung, die zu dauerhaften Nervenschädigungen führen kann.

Aktuelle Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass Psilocybin, ein Wirkstoff aus spezifischen Pilzarten, das Potenzial besitzt, diese Schäden zu verhindern oder zumindest erheblich zu lindern.

Ergebnisse aus präklinischen Studien im Fachjournal Science

In einer im September 2026 im Fachmagazin „Science“ thematisierten Untersuchung wurde die Schutzwirkung von Psilocybin in Bezug auf Nervenschädigungen analysiert.

Den Berichten zufolge konnten Forscher in Versuchen mit Mäusen feststellen, dass die Verabreichung der Substanz einen langanhaltenden Schutz gegen die durch Chemotherapie hervorgerufene periphere Neuropathie bot. In den beobachteten Mausmodellen hielt dieser Effekt über einen Zeitraum von bis zu acht Monaten an und blieb über bis zu sechs Behandlungszyklen stabil.

Die pharmakologische Wirkung von Psilocybin wird in diesem Zusammenhang auf die Interaktion mit dem Serotonin-Rezeptor 5-HT2A zurückgeführt. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass dieser Mechanismus die Nervenfunktion stabilisiert, während die primäre Wirkung der Chemotherapie auf den Tumor unbeeinflusst bleibt.

Bisher beschränken sich diese Erkenntnisse jedoch auf Tests an Zellkulturen, menschlichem Nervengewebe und Tiermodellen. Klinische Daten, die eine Wirksamkeit am menschlichen Patienten belegen, stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch aus.

Sicherheitsprofil und Einfluss auf die Tumorbekämpfung

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Viele Krebspatienten fürchten weniger den Tumor als die bleibenden Nervenschäden nach der Chemotherapie. Eine im Fachmagazin Science thematisierte Untersuchung deutet darauf hin, dass Psilocybin in Mausmodellen die Nervenfunktion schützte, ohne die Tumorbekämpfung zu beeinträchtigen — am Menschen ist das noch nicht belegt. Ab November prüft die Phase-2-Studie NeuroGuard diesen Ansatz erstmals an rund 83 Patienten. Kostenlosen Überblick zur NeuroGuard-Studie anfordern

Ein entscheidender Aspekt bei der begleitenden Medikation in der Onkologie ist die Wechselwirkung mit der Krebstherapie selbst. Untersuchungen am MD Anderson Cancer Center zeigten in Mausmodellen, dass der Einsatz von Psilocybin die Fähigkeit des Immunsystems oder der Medikamente zur Tumorbekämpfung nicht beeinträchtigte.

Demnach schützten zwei prophylaktische Dosen des Wirkstoffs vor Beginn der Chemotherapie die Nervenfunktionen, ohne den therapeutischen Erfolg gegen die bösartigen Zellen zu mindern.

Experten weisen darauf hin, dass die Trennung zwischen der neuroprotektiven Wirkung und der onkologischen Wirksamkeit eine Grundvoraussetzung für den potenziellen Einsatz in der klinischen Praxis darstellt. Da die bisherigen Ergebnisse jedoch primär auf Laborbedingungen und Tiermodellen basieren, ist eine Validierung durch kontrollierte Studien am Menschen zwingend erforderlich.

Start der klinischen Phase-2-Studie NeuroGuard

Um die Übertragbarkeit der Labordaten auf die Patientenversorgung zu prüfen, ist der Start einer klinischen Phase-2-Studie unter dem Namen „NeuroGuard“ für November 2026 angekündigt.

Diese Untersuchung wird am MD Anderson durchgeführt und soll rund 83 erwachsene Probanden umfassen. Das Teilnehmerfeld setzt sich dabei aus Patienten zusammen, die an Brust-, Darm- oder Kopf-Hals-Krebs leiden und sich einer entsprechenden Chemotherapie unterziehen müssen.

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Im Rahmen dieser Studie soll systematisch untersucht werden, ob zwei Dosen Psilocybin vor Beginn der onkologischen Behandlung ausreichen, um die Entstehung einer peripheren Neuropathie beim Menschen zu verhindern.

Aufgrund der notwendigen Beobachtungszeiträume und der Nachverfolgung der Patienten wird mit ersten belastbaren Resultaten dieser klinischen Prüfung für Anfang 2029 gerechnet. Bis dahin bleibt der Einsatz von Psilocybin in diesem Bereich ein Gegenstand der experimentellen Forschung.

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