NeuroGuard-Studie, Psilocybin

NeuroGuard-Studie ab November: Psilocybin gegen Chemo-Nebenwirkungen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Präklinische Daten zeigen einen möglichen Nervenschutz durch Psilocybin, während eine Phase-2-Studie mit rund 80 Patienten geplant ist.

Psilocybin schützt Nerven im Chemo-Modell – NeuroGuard geplant
Nahaufnahme von kleinen, wild wachsenden Pilzen auf einem moosbewachsenen Waldboden bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Medienberichte thematisieren das Potenzial von psychedelischen Pilzen, schwere Nebenwirkungen von Chemotherapien bei Krebspatienten zu lindern. Im Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion steht der Wirkstoff Psilocybin, der aus solchen Pilzen gewonnen wird. Präklinische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass die Substanz vor Nervenschäden schützen könnte, die regelmäßig im Zuge aggressiver Krebsbehandlungen auftreten.

Schutzwirkung vor peripherer Neuropathie im Labor

Die chemotherapieinduzierte periphere Neuropathie (CIPN) gehört zu den gravierenden Folgen vieler Krebstherapien. Die Nervenerkrankung tritt Schätzungen zufolge bei ca. 40–60% der Chemotherapie-Patienten auf. Berichten zufolge sind sogar rund drei Viertel der Behandelten davon betroffen, wobei sich bei ca. einem Drittel anhaltender brennender Schmerz entwickelt.

In einer im Fachjournal „Science“ veröffentlichten präklinischen Studie schützte Psilocybin Mäuse vor dieser Form der Nervenschädigung. Wurden zwei prophylaktische Dosen direkt vor jedem Chemozyklus verabreicht, verhinderten diese Nervenschäden über 6 Zyklen sowie über einen Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 8 Monaten.

Wie Berichte hervorheben, bewahrte die Substanz die peripheren Nervenenden von Mäusen vor Zerstörung. Zudem schützte Psilocybin in Experimenten an Ratten und menschlichem Gewebe vor peripherer Neuropathie. Bei Verabreichung vor Zytostatika wie Cisplatin oder Paclitaxel unterbanden zwei Dosen Psilocybin Überempfindlichkeiten sowie Kälteempfindlichkeit über 6 Chemo-Zyklen.

Wirkmechanismus und Erhalt der Antitumor-Wirkung

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Ein zentraler Aspekt für den potenziellen Einsatz in der Onkologie ist die Frage, ob der Wirkstoff die Krebsbehandlung schwächt. Den präklinischen Ergebnissen zufolge gab es keinen negativen Einfluss von Psilocybin auf das Tumorwachstum oder das Immunsystem. Die Tumorgröße wurde bei einer kombinierten Psilocybin-Gabe genauso stark reduziert wie unter einer alleinigen Chemotherapie; die Antitumor-Wirkung blieb unbeeinträchtigt.

Biochemisch vermittelt die Substanz ihre schützende Wirkung über einen Serotonin-Rezeptor. Der Erstautor der Untersuchung, Mário Heleš, forschte am MD Anderson Cancer Center und ist seit April am Karolinska-Institut tätig. Er wies im Kontext der Forschung darauf hin, dass Psilocybin in Staaten wie der Slowakei rechtlich weiterhin als verbotene psychotrope Substanz eingestuft ist, was die klinische Handhabung und Erforschung regulatorisch beeinflusst.

Geplante Phase-2-Studie an Krebspatienten

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Um die Übertragbarkeit der präklinischen Resultate auf den Menschen zu überprüfen, bereitet das UT MD Anderson Cancer Center klinische Tests an Krebspatienten noch für 2026 vor. Geplant ist eine Phase-2-Studie unter dem Namen NeuroGuard.

Die klinische Studie soll im November mit rund 80 Patienten starten, darunter Erkrankte mit Brust- und Darmkrebs. Untersucht werden soll, ob die prophylaktische Gabe die Entstehung der Neuropathien im Behandlungsalltag tatsächlich abwenden kann. Mit ersten belastbaren Resultaten aus diesem klinischen Projekt rechnen die Beteiligten für Anfang 2029.

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